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Auer Fußball Historisch vor 15 Jahren – März 1999 Trainerentlassung und Einzug ins Pokalfinale

Auch im März 1999 vor 15 Jahren – Aue spielte in der Regionalliga Nordost - gab es wie dieses Jahr gleich sechs Spiele im Monat März. Dieser begann gleich gar nicht gut mit einer 0-2 Niederlage beim Erzrivalen CFC. Vor 6.300 Zuschauern sahen zudem Hagen Schmidt und Holger Hasse die Gelb-Rote Karte. Am Montag nach dem Derby kam es zum grossen Knall im Lößnitztal. Aues Trainer, Frank Lieberam, wurde von Präsident Uwe Leonhardt beurlaubt. Das Resultat und die Tatsache, dass Trainer Lieberam seine umstrittene Aufstellung in der Pressekonferenz nach dem Spiel verteidigte, ließen beim FCE-Präsidenten den Kragen platzen. Insgesamt bescheinigte man ihm ein gutes Konzept gehabt zu haben, doch an der Umsetzung

Hagen Schmidt stand bei allen 34 Punktspielen in der Saison 1998/99 auf dem Platz. Im Bild (3. v. l.) markiert er am 13. März 1999 das 1-0 per Kopf im Sachsenpokal Halbfinale gegen Sachsen Leipzig. Foto: Frank Kruczynski
scheiterte er schließlich. Sieben Tage später stand beim nächsten Spiel in Aue eine andere Auer Mannschaft auf dem Platz. Im Halbfinale um den Sachsenpokal gegen Sachsen Leipzig gab es eine geschlossene Mannschaftsleistung. Für Steven Zweigler stand nach dem zweiten Einzug ins Finale (nach 1998 ) fest: „Mit dieser schlagkräftigen Mannschaft wäre das in Chemnitz nicht passiert“. Zweigler, der sich in Chemnitz noch überraschend auf der Bank wiedergefunden hatte, kehrte ins Team und in die Innenverteidigung zurück.


Den am Ende ungefährdeten 2-0 Sieg, durch zwei Kopfballtore von Hagen Schmidt (30.) und Udo Tautenhahn (53.), sahen 1.865 zahlende Zuschauer. Beide Tore bereitete Borislav Tomoski per Freistoß und Eckball-Flanken vor und wurde nach 63 Minuten bei seiner Auswechslung gefeiert wie lange nicht mehr. Für ihn kam Ervin Skela, der auch schon auf dem Abstellgleis in Aue war und mit Sprechchören begrüßt wurde. Nach der Trainerentlassung wurde Holger Erler zum Trainer und der damalige Vize-Präsident Lutz Lindemann zum sportlichen Leiter ernannt. Auf der Tribüne saßen dann auch einige Bewerber auf den freigewordenen Trainerposten. Hans-Uwe Pilz und Eberhard Vogel wurden gesichtet. Pikant: Ein aufgehängtes Plakat am Stadionzaun forderte die Verpflichtung des einst so geschmähten Gerd Schädlich. Wie die Geschichte ausging ist heute schon wieder Geschichte.


Lutz Lindemann fungierte ab März 1999, nach der Entlassung von Frank Lieberam, bis zum Saisonende als Interimstrainer der Veilchen. Foto: Frank Kruczynski
Nach dem Pokalspiel gegen Leipzig, folgte unter der Woche das Nachholespiel zuhause gegen Dynamo Dresden aus der 23. Runde. Das Spiel mußte wetterbedingt Ende Februar abgesagt werden. Ein Man war bei diesem Spiel unter Flutlicht der gefeierte Held. Ervin Skela, für Barth erst in der 83. Minute aufs Feld gekommen, machte vier Minuten später aus dem Gewühl heraus den 3-2 Siegtreffer für die Veilchen. In O/P spielten sich unbeschreibliche Szenen ab. Zwar brachte Zweigler die Gastgeber nach 18 Minuten in Front, doch Dynamo drehte das Spiel durch Wahl (42.-Elfmeter) und Nagy (48.). Tautenhahn schaffte nach 66 Minuten den Ausgleich, ehe Skela die Auer Zuschauer (2.350) in Ekstasse versetzte. Es sollte für Skela das einzigste Pflichtspieltor in dieser Saison sein. Er stand auch nur noch in den beiden folgenden Spielen gegen Magdeburg (1. Halbzeit) und bei Union Berlin (letzten 12 Minuten) auf dem Platz. Gegen den 1. FC Magdeburg reichte es im heimischen Stadion vor 2.400 Zuschauern nur zu einem torlosen Unentschieden.

Eine Woche später gab es beim Tabellenfünften 1. FC Union eine 0-2 Niederlage, obwohl man eine Stunde lang das bessere Team war. Aber die Fußballweisheit, für das Auslassen bester Chancen wird man bestrafft, traf an diesen Tag voll und ganz auf die Auer Mannschaft zu. Interims Coach Lindemann erkannte nach dem Spiel treffend: „Wir haben bei der Chancenverwertung regelrecht gesündigt“. Wie man es dann richtig macht in Sachen Toreschießen, sahen 1.850 Zuschauer am folgenen Mittwochabend beim Punktspiel in Aue gegen Zweitligaabsteiger Carl-Zeiss Jena. Eine Halbzeit lang gab es Tore am Fließband. Marian Pagels brachte mit dem 1-0 und 2-0 (6./22.) seine Farben schnell auf die Gewinnerstrasse. Abwehrstratege Hagen Schmidt schaffte ebenfalls ein Doppelpack (25./29.) ehe die Gäste einen schmeichelhaften Handelfmeter (42.) durch Noll verwandelten. Aues Kapitän Udo Tautenhahn hatte einen Flankenball unglücklich mit der Hand berührt. In der zweiten Halbzeit plätscherte das Spiel so dahin. Höhepunkt war eine Polonaise der damals befreundeten Fans von Aue und Jena durchs ganze Stadion! Die Akteure auf dem Platz bewegten nicht mehr viel. Jena ergab sich seinem Schicksal. (Burg)

Die Auer Mannschaft in der Saison 1998/99. Mit dem Neu-Trainer Frank Lieberam (mittl. Reihe 2.v.l.) war die Auer Fußballwelt im Sommer 1998 noch in Ordnung. Der Albaner Ervin Skela (unt. Reihe 3.v.l.) spielte von 1997-1999 in 53 Pflichtspielen für Aue und erzielte 14 Tore. Foto: Burg (Juli 1998 )
Geschrieben von Burg am 14.04.2014, 19:26   (758x gelesen)