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ANFAHRT UND INFOS ZUM POKALSPIEL IN LEIPZIG

Leipzig, Red Bull Arena – Mi. 29. Oktober 2014 (Anstoß 19.00 Uhr)

Leipzigs Geschichte reicht weit bis ins erste Jahrtausend zurück. Slawische Siedler, die den Lindenbaum als Heiligtum verehrten, gründeten vom 7. bis 9. Jahrhundert die dörfliche Ansiedlung Lipzk, den „Ort bei den Linden“. Erstmals um 1015 wird die Burg „urbs Libzi“ erwähnt, in deren Umgebung eine Kaufmanns- und Handwerkersiedlung entstand. Im Jahr 1165 wurde der Stadtbrief ausgestellt und gleichzeitig das Marktrecht begründet. Die Nikolaikirche, Ausgangspunkt der Montagsdemonstrationen, wurde 1175 geweiht und ist heute die älteste Stadtkirche. Bis ins 15. Jahrhundert hinein erlebten Handwerk und Gewerbe einen kräftigen Aufschwung, der von Silberfunden im Erzgebirge ausging. In jener Zeit entstanden

Blick in die Red Bull Arena beim Spiel RB vs. Aue 1-0 am 22. August 2014. Am rechten Bildrand die Gästeblöcke. Foto: Burg
prächtige Renaissancebauten wie das Alte Rathaus, die Alte Nikolaischule, die Alte Waage und der Coffe Baum, den eine barocke Portalplastik schmückt. Dem Handel verdankte Leipzig auch seine Entwicklung zur weltweit bekannten Buchstadt. Bis Ende des 15. Jahrhunderts waren es noch auswärtige Buchdrucker und –Händler, die Druckschriften in die Stadt brachten. Doch 1481 wurde bereits das erste Buch in Leipzig ausgedruckt. Bis 1530 erschienen 1.300 Buchtitel und die Leipziger Buchmesse handelte mit Veröffentlichungen aus allen Teilen Europas.


Außerdem erschien 1650 die erste Tageszeitung der Welt in Leipzig. Damit war Leipzig nicht nur eine wichtige Handels- und Gewerbestadt, sondern ein Zentrum deutscher Künste und Wissenschaften. Die Leipziger Universität, gegründet 1409, zählt zu den ältesten Universitäten Deutschlands, deren Bibliothek wertvolle Buch- und Schriftenbestände besitzt. Sie zog Studenten aus allen Ländern des Kontinents an. So versah Johann Wolfgang von Goethe, der hier 1765 bis 1768 studiert hatte, Leipzig mit dem Beinamen „Klein Paris“. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher in die Stadt, nur um ein Lokal zu besuchen: Auerbachs Keller, der durch eine Szene im Faust weltbekannt geworden ist.

Im Jahr 2000 entschied die Stadt Leipzig den Umbau des Leipziger Zentralstadions zu einer 44.345 Zuschauer fassenden reinen Fußballarena. Den Zuschlag für Umbau und Betrieb des neuen Stadions bekam die EMKA Immobilien-Beteiligungs-GmbH des Unternehmers Michael Kölmel. Die gigantischen Dimensionen des ursprünglichen 1954-1956 erbauten Zentralstadions, ermöglichten das neue Stadion einfach in das alte hineinzubauen. Der 23 Meter hohe Wall wurde aus 1,5 Millionen Kubikmetern Kriegstrümmern geformt. Einweihung des „Stadions der Hunderttausend“, so der frühere Name, war am 4. August 1956 während des II. Deutschen Turn- und Sportfestes (2. bis 5. August 1956). Am gleichen Abend bestritten die Mannschaften von SC Wismut Karl-Marx-Stadt und Honved Budapest unter Flutlicht das Eröffnungsspiel. Die Ungarn gewannen mit 3-1. Es wurde mit einer Kapazität von 100.000 Sitzplätzen eröffnet und war bis zu seinem Umbau im Jahr 2000 (Fertigstellung 2004) das zweitgrößte Stadion Europas nach dem Strahov-Stadion, noch vor dem Camp Nou in Barcelona. Hier fanden die Turn- und Sportfeste der DDR, alle wichtigen DDR-Fußballänderspiele und Leichtathletikwettkämpfe statt. Der bis heute gültige Zuschauerrekord für Fußball-Punktspiele in Deutschland wurde am 9. September 1956 erreicht, als 100.000 Zuschauer das Ortsderby zwischen SC Rotation Leipzig und SC Lokomotive Leipzig (1-2) besuchten.

Das alte Zentralstadion aus der Luft in einer Aufnahme aus dem Jahr 1997. Foto Wolfgang Zeyen

Von 1992 bis 1995 bestritt der VfB Leipzig wegen Baufälligkeit des Bruno-Plache-Stadions seine Heimspiele im Zentralstadion, wobei zu dieser Zeit die Zuschauerkapazität durch Sperrung ebenfalls baufälliger Blöcke bereits auf 37.000 Besucher begrenzt war. Dennoch kamen am 6. Juni 1993 etwa 38.000 Zuschauer ins Stadion, um den Aufstieg des ersten deutschen Fußballmeisters VfB Leipzig mit einem 2-0-Sieg gegen den 1. FSV Mainz 05 zu sehen. Nach der Rückkehr des VfB Leipzig ins Bruno-Plache Stadion wurde es wegen Baufälligkeit gesperrt. Aber eigentlich wurde es auch nicht mehr benötigt.

Nachdem bereits im Mai 2002 im damals noch im Bau befindlichen Stadion die Abschlussgala des Deutschen Turnfestes stattgefunden hatte, wurde das Zentralstadion am 16. und 17. Juli 2004 im Rahmen des „1. Internationalen Fußballturniers im Zentralstadion“ (IFiZ 2004) offiziell wiedereröffnet. Bereits davor, am 7. März 2004, fand vor 28.595 Zuschauern das erste Fußballspiel statt, als der FC Sachsen Leipzig im Rahmen der Regionalliga-Saison 2003/04 die Mannschaft von Borussia Dortmund (Ama.) empfing (0-1). Von 2005 bis 2007 wurde das Finale des DFL-Ligapokals jeweils im Zentralstadion Leipzig ausgetragen. Zudem war das neue Zentralstadion eine von zwölf Spielstätten der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 und bestand dazu seine Generalprobe beim Konföderationen-Pokal 2005. Im Ligabetrieb ist das Stadion für 43.500 Plätze ausgelegt, die sich wie folgt verteilen: Unterrrang: 31.000 Plätze und im Oberrang: 12.500 Plätze.

Man hatte gehofft, dass einer der Leipziger Fußballvereine in das Stadion hineinwächst. Doch die Hoffnung erfüllte sich nicht. Das hochmoderne Areal stand seit der Fußballweltmeisterschaft 2006 meist leer und die Betreiber schrieben jedes Jahr 1,2 Millionen Euro Verlust. Ab und zu trugen die beiden Leipziger Vereine ihre Heimspiele hier aus. Ausverkauft war das Zentralstadion nur bei Konzerten, wenn AC/DC oder Depeche Mode spielten. Der Stadionbetreiber Michael Kölmel zog deshalb einen Verkauf in Betracht, der jedoch im April 2005 scheiterte. Daraufhin versuchte Kölmel, finanzkräftige Investoren für ein Engagement im Leipziger Fußball zu gewinnen, welches schließlich im Sommer 2009 mit der Gründung des RB Leipzig unter Federführung des österreichischen Getränkeherstellers Red Bull GmbH erfolgreich zu Ende gebracht werden konnte. Ende 2009 bestätigte Michael Kölmel in diesem Zusammenhang Pläne für eine mittelfristige Umbenennung des Zentralstadions, da sich Red Bull im Zusammenhang mit dem Engagement beim RB Leipzig eine Option auf den Erwerb der Namensrechte gesichert hatte.

Seit dem 1. Juli 2010 trägt das Stadion den Namen Red Bull Arena, nachdem es im März 2010 seitens des Leipziger Stadtrates kein Veto gegen eine Umbenennung gegeben und Stadionbetreiber Michael Kölmel die Namensrechte für dreißig Jahre an die Red Bull GmbH verkauft hatte. Gleichzeitig wurde die Heimstätte des damaligen Regionalliga-Aufsteigers RB Leipzig vom Markranstädter „Stadion am Bad“ in die Red Bull Arena verlegt. Zu diesem Anlass bestritt RB Leipzig am 24. Juli 2010 ein Freundschaftsspiel gegen den FC Schalke 04 (1-2) in ihrer „neuen“ Red Bull Arena.

Erweiterung geplant
Bereits jetzt ist klar, die Arena bleibt Heimspielstätte der Roten Bullen. Ein von Red-Bull Boss Mateschitz ins Auge gefasster Umzug auf die grüne Wiese (ein XXL-Areal war schon reserviert) ist vom Tisch. Hintergrund des Umzugsgedankens: Mateschitz wollte (will?) das Stadion kaufen, die Wiese sollte den Druck auf Stadion-Chef Michael Kölmel erhöhen. Möglicherweise wird man an den Verhandlungstisch zurückkehren. Früher oder später. Streng geheim und beschlossen: Mit dem Erreichen der 1. Liga wird die Arena ausgebaut. Die beiden einrangigen Hintertorseiten (Nord und Süd) werden aufgefüllt, die Bude wird gewissermaßen blickdicht gemacht. Zudem kommt im Fall der Fälle das Ende der hässlichen unteren Betonumrandung, werden weitere Zuschauerränge Richtung Spielfeldrand verlegt. Das Fassungsvermögens steigt auf diese Weise von 43.500 Zuschauern auf über 55.000.
Diesbezügliche Pläne liegen in der Schublade, die Umbaumaßnahmen würden bei laufendem Spielbetrieb laufen. Bliebe die Frage, wer die zig Millionen Euro bezahlt. Wenn ein Mieter seine Drei-Raum-Wohnung mit neuer Auslegware und Holz-Klobrille aufhübscht, muss er selbst in die Tasche greifen. Demnach bleiben die Stadion-Investitionen an Mieter Dietrich Mateschitz hängen. Gut möglich, dass der Mann im Zuge des Ausbaus einen erneuten Versuch unternimmt, die Arena zu kaufen. Bisher hatte Eigentümer Michael Kölmel keine Anstalten gemacht, seine jahrelang defizitäre und endlich profitable Immobilie zu veräußern. In jedem Fall bleibt den Leipzigern das WM-Stadion in Innenstadtlage erhalten, gibt es keine Münchner Verhältnisse. Dort fristet das altehrwürdige Olympiastadion seit 2005 ein schattiges Dasein, hat seine eigentliche Bestimmung verloren und muss für Konzerte sowie Kirchen- und Bläser-Tage herhalten. Fußball gespielt wird außerhalb, im Münchner Norden. Das war so nicht gewollt, hat sich aber so ergeben. Als der FC Bayern in persona Uli Hoeneß das zugige und aus der Mode gekommene Olympiastadion umbauen wollte, musste Architekt Günter Behnisch um Erlaubnis gefragt werden. Behnisch war 1972 mit dem schwebenden Dach berühmt geworden, ließ Hoeneß ablaufen. Alsdann mussten die Münchner in Fröttmaning neu bauen. 2005 wurde die Allianz-Arena eröffnet. Für die aktuellen RB-Bedürfnisse reicht die Red-Bull-Arena vollkommen aus.

Zwischen Aue und RB Leipzig gibt es noch keine richtige Derby-Tradition. Damit es irgendwann ein richtiges, ein klassisches Derby ist, braucht es Tradition. Fankultur basiert wesentlich auf Erinnerung an Triumphe und Schmerzen. Rivalität vertieft sich mit der Häufigkeit des Aufeinandertreffens gegeneinader.

Anfahrt
Die Fahrt in das WM-Stadion von 2006 dürfte noch vom August 2014 beim 1. Pflichtspiel gegeneinander in „frischer Erinnerung“ sein. Die Route nach Leipzig mit dem PKW kann ab Aue über den Zubringer zur A72 bis zur Auffahrt Hartenstein beginnen. Auf der A72 dann weiter in Richtung Chemnitz bis zum Kreuz Chemnitz. Ab hier dann immer den Ausschilderungen in Richtung Leipzig folgen. Im August 2013 wurde der Abschnitt auf der A72 zwischen Rochlitz und Borna-Süd freigegeben - seither ist die Strecke zwischen Chemnitz und Leipzig durchgängig vierspurig. Seit Juli vergangenen Jahres laufen die Bauarbeiten am vorletzten, 9,5 Kilometer langen Abschnitt der Autobahn 72 zwischen Borna-Süd und Rötha. Die Strecke von Borna-Süd und der Anbindung zur A38 am Kreuz Leipzig-Süd (17 Km) muß deshalb noch auf der alten B95 zurückgelegt werden. Achtung: in der Ortslage Espenhain lauern Blitzer. Am Kreuz Leipzig-Süd nun immer ca. 9,5 Km weiter geradeaus auf der B2 gen Zentrum bleiben. Auf dieser bleibt man bis zum Ende der Schnellstrasse (B2). Dieses ist erreicht wenn linker Hand die Pferderennbahn „Scheibenholz“ mit der alten Markanten Tribüne auftaucht. Ist die Rennbahn fast passiert, an der folgenden Ampelkreuzung links in die Karl-Tauchnitz-Strasse abbiegen. Nun immer auf dieser Strasse bleiben bis zum Kreisverkehr und die 3. Ausfahrt Edvard-Grieg-Allee nehmen, die nach der nächsten Kreuzung in die Marschnerstrasse übergeht. Ab dem Kreisverkehr müsste das Zentralstadion (Sportforum) eigentlich schon ausgeschildert sein. Auf der Marschnerstrasse weiter immer geradeaus die direkt bis zur Arena führt. Bitte auch alternative Möglichkeiten in Betracht ziehen. Die Leipziger Polizei rechnet auf der B2 mit einem extrem hohen Verkehrsaufkommen vor bzw. auch nach dem Spiel. Dies war ja im August zum Punktspiel auch so.

Gästefans können im Bereich „Marienweg“ (P10) parken. Am Stadion (linker Hand) einfach auf der Strasse „Am Sportforum“ geradeaus bleiben bis zum Kreisel. Hier rechts in die Leutzscher Allee abbiegen und die nächste links in die Waldstrasse. Von hier zweigt der Marienweg ab. Weitere Gästeparkplätze: P7-Cottaweg, P8-Cottaweg und P9-Schneekippe. Die Gästeeingänge C3 und C4 sind auschließlich über den Uferweg erreichbar.

Die Red Bull Arena ist in vier Sektoren mit verschiedenen Blöcken unterteilt, die durch Zäune voneinander getrennt sind:


Die Red Bull Arena aus der Luft. Breits jetzt steht fest, mit dem Erreichen der 1. Bundesliga wird die Arena ausgebaut. Foto: Philip Flickr - Juli 2011
Sektor A: Haupttribüne mit Business-Lounge und VIP-Logen
Sektor B: Heim-Fanblock
Sektor C: Gegengerade und Gästeblock
Sektor D: Hintertorbereich
Der Zugang erfolgt über 18 Brücken, die über den alten Wall des Zentralstadion, ins Stadioninnere führen. Die Ebene 5 dient als Verteilerebene für alle Zuschauer.

Tageskassen: ab 16.30 Uhr
Stadioneinlass: ab 17.00 Uhr

Adresse für Navifreunde: Am Sportforum 3, 04105 Leipzig - Alternativ: Marienweg/Ecke Waldstrasse, 04109 Leipzig eingeben (P 10).

Entfernung Aue – Leipzig / Stadion 112 Km


Gästeparkplatz Marienweg - P 10. Rot markiert der Fußweg (Uferweg) zum Gästeeingang. Quelle: Polizeidirektion Leipzig.


Stadionumfeld mit Parkplätzen

Infos zum Spiel auf der RB Webseite

FCE Homepage
Geschrieben von Burg am 27.10.2014, 20:31   (1034x gelesen)