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ANFAHRT UND INFOS ZUM AUSWÄRTSSPIEL IN KARLSRUHE

Karlsruhe - Freitag, 18. Mai 2018, Wildparkstadion (Anstoß 18.15 Uhr)

Das Karlsruher Wildparkstadion ist schon ein wenig in die Jahre gekommen. Aktuell verfügt es über 28.762 Sitz- und Stehplätze. Es ist Eigentum der Stadt Karlsruhe und wird an dessen Nutzer verpachtet. Während anderswo hochmoderne Tempel aus Glas, Stahl und Sichtbeton entstehen, ist der Wildpark, inmitten eines kurfürstlichen

Das Wildparkstadion liegt inmitten eines größeren Sportareals im Karlsruher Hardtwald. In seiner heutigen Form als Fußball- und Leichtathletikstadion wurde es 1955 anstelle der alten Phönix-Sportplätze erbaut und verfügte ursprünglich über ein Fassungsvermögen von 50.000 Zuschauern. Foto: ka-news.de
Waldgebietes gelegen, ein Stadon vom alten Schlag das durch seinen maroden Charme besticht. Die Akustik im alten Oval ist nicht unbedingt optimal. Nur die Gesänge der Gegengeraden, dort wo die sangesfreudigen KSC-Fans ihre Heimat haben, erreichen eine passable Lautstärke und werden von der Haupttribüne zurückgeworfen. Die überdachte Gegengerade ist eine Mixtur aus Steh- und Sitzplätzen mit ihren für deutschen Stadien untypischen Knickdach, wie vielerorts in englischen Stadien bis Ende des letzten Jahrhunderts zu sehen war. Die Gästefans hingegen stehen im toten Winkel zwischen der Gegengeraden und der Anzeigetafel. Von diesen nicht überdachten Bereich müht man sich vergeblich um Unterstützung seines Teams. Die Anfeuerungsrufe schaffen es selten über die Tratanbahn hinaus.


Der Karlsruher Gemeinderat hat sich im Juli 2016 für einen Neubau des Wildparkstadions entschieden. Am jetzigen Standort soll bis 2020 eine moderne Fußball-Arena für bis zu 35.000 Zuschauer entstehen. Bei 123 Millionen Euro (Stand April 2018) liegen die Kosten für das Gesamtprojekt - ein neues Stadion im Wildpark mit der dazu gehörenden Infrastruktur. Das Stadion entsteht an derselben Stelle während des laufenden Spielbetriebs. Baubeginn soll im Herbst 2018 sein. Die Eröffnung ist für Ende 2021 geplant. Im Oktober 2017 war man noch von einer Fertigstellung bis spätestens Ende 2020 ausgegangen. Es soll 35.000 Zuschauer fassen.

Die Erdwälle beim Neubau des Wildparkstadions stellen eine enorme Herausforderung dar, das war von Anfang an klar. Diese Herausforderung erweist sich größer als angenommen. Durch die Wälle, die aus Kriegsschutt aufgeschüttet wurden, ändert sich der Bauablauf und Mehrkosten in Höhe von neun Millionen Euro entstehen. Im 2. Weltkrieg befand sich am Gelände des Stadions eine Flak- (Flieger-Abwehr-Kanone) Stellung der Wehrmacht, die stark bombardiert worden war. Diese Wälle sollen nicht schrittweise sondern komplett abgerissen werden. Diese „Vorabmaßnahme“ soll im Oktober 2018 beginnen und etwa zwölf Monate dauern. In diesen zwölf Monaten werden die Erdwälle zuerst abgetragen, neben dem Stadion gelagert und überprüft. Die verunreinigte Erde wird anschließend entsorgt und die saubere für den Neubau wiederverwendet. Man gehe davon aus, dass rund 80 % der Erde wiederverwendet werden könne. Während der Abtragung der Erdwälle, sollen auch die Tribünen schrittweise zurückgebaut werden. Zuerst soll die Nord-, dann die Südkurve und zuletzt die Gegentribüne zurückgebaut werden. Damit die Fans auch während der Bauarbeiten die Spiele verfolgen können, werden mobile Tribünen aufgestellt. Für die Heimfans wird auf der Nordseite eine mobile Stehplatz-Tribüne für rund 5.000 Zuschauer errichtet. Diese soll bis März 2019 entstehen. Darauf folgt im August eine mobile Tribüne im Süden für rund 4.200 Besucher (Gästeblock und neutraler Bereich). Während der Bauphase wird das Stadion Planungen zufolge Platz für 15.400 Zuschauer bieten. Gehen die Vorarbeiten rund um die Erdwälle und mobilen Tribünen ohne Verzögerungen vonstatten, soll im November 2019 der zweijährige Neubau des Wildparkstadions starten.

Das Stadion wurde im Jahr 1955 an Stelle des alten FC-Phönix-Sportplatzes von 1921 gebaut. Nach der Fusion des FC Phönix und des VfB Mühlburg zum KSC, wurde 1952 an Stelle der mittlerweile 30 Jahre alten Phönix-Anlagen mit dem Bau eines modernen Stadions begonnen. Schon am 7. August 1955 konnte

Blick auf den Wildpark in den 1960er Jahren mit der ersten Flutlichtanlage. Quelle: delcampe.net
Karlsruhes Oberbürgermeister Günther Klotz das umgebaute Stadion an den KSC übergeben. Im Eröffnungsspiel traf der Pokalsieger KSC auf den Deutschen Meister von 1955, Rot-Weiß Essen. Rund 45.000 Zuschauer pilgerten ins Wildparkstadion, das nach seinem Umbau als eines der modernsten Stadien Deutschlands galt. Das Spiel endete mit einem gerechten 2:2-Unentschieden. Angepeilt war ursprünglich ein Fassungsvermögen von 70.000 Zuschauern, doch erbrachte nach der Fertigstellung ein Test die erstaunliche Erkenntnis, dass man sich gehörig verrechnet hatte und nur noch von einer Kapazität von rund 55.000 ausgegangen werden konnte. Im Laufe der Jahrzehnte verlor das Oval weitere Zuschauerplätze, wobei der größte Einschnitt in der Europapokaleuphorie des KSC der 1990er Jahre erfolgte, als man in den Kurven die Stehränge durch Sitzplätze ersetzte. Erhöhte Sicherheitsbestimmungen der DFL ließen die zulässige Zuschauergröße letztlich unter der Grenze von 30.000 fallen.

In den 1950er Jahren galt das Wildparkstadion als eines der modernsten Stadien seiner Zeit in Deutschland. In den 1970er Jahren wurde die Gegentribüne ausgebaut, 1986 folgte die Montage einer Videoleinwand, die damals eine der modernsten in Europa war. Die Leichtathletikanlagen wurden erst 1978 durch Kunststoffanlagen ausgetauscht und die Kurven der Laufbahnen durch vorschriftsmäßige Rund- anstelle der Korbbogen ersetzt – allerdings fanden schon seit 1968 keine größeren Leichtathletikveranstaltungen mehr in Karlsruhe statt. In Vorbereitung des geplanten Umbaus zu einem reinen Fußballstadion wurde im Sommer 2007 eine Rasenheizung installiert und die Laufbahnen teilweise entfernt. Anfang der 1990er Jahre wurde mit dem Bau einer neuen Haupttribüne die bis heute letzte große bauliche Änderung am Stadion vorgenommen. Auf der nach den Plänen der Architekten Thomas Großmann und Lucy Hillebrand gebauten Tribüne befinden sich Sitzplätze für maximal 6.400 Zuschauer sowie 24 Business-Logen. Die Einweihung der neuen Haupttribüne erfolgte 1993 mit einem 3-0 Erfolg des Karlsruher SC gegen Borussia Dortmund. Gigantisch wie das Gewicht der Tribüne, waren am Ende auch die Kosten. Ging man zu Beginn der Baumaßnahmen noch von 22 Millionen D-Mark aus, so verdoppelte sich der Preis bis zur Fertigstellung der Tribüne auf 45 Millionen, was immer wieder zu heftigen Debatten im Karlsruher Rathaus führte. Seit 2000 wurde oft eine Modernisierung des Stadions - insbesondere der veralteten Gegentribüne und der Kurvenplätze - diskutiert. Aufgrund der klammen Vereins- und Stadtkassen gab es allerdings nie konkrete Pläne. In der Winterpause der Saison 2004/05 wurden die alten Kurvensitzplätze im Wildparkstadion erneuert. Dank der Unterstützung des Seniorpartners "Karlsruher Versicherungen" wurden rund 6.500 Sitzschalen ausgetauscht und durch neue Sitzmöglichkeiten für die Zuschauern der Blöcke E2, E3, A2 und A3 ersetzt. Die Benennung der beiden Kurven in "KARLSRUHER Nordkurve" und KARLSRUHER Südkurve" sollte nicht nur werbewirksam sein, sondern bei den Fans auch eine neue Art von Heimatgefühl wecken.

Anfahrt
Die Fahrt ins Badische nach Karlsruhe dürfte sich verkehrstechnisch nicht sonderlich schwer gestalten. Neunmal gastierten die Auer Veilchen bisher im Wildparkstadion und verloren davon vier Spiele. Zur Legende wurde das erste Spiel dort am

28. März 2004. Aue gewann mit 5-3 Toren. Durch Tore von Juskowiak, Heidrich, wieder Juskowiak und Noveski führten die Auer Gäste schon nach 19 Minuten mit 4-0. Jeder der vor über 15 Jahren dabei war, bekommt nur beim bloßen Gedanken an dieses Spiel Gänsehaut.
Über die A72 in Richtung Hof und dann weiter auf der A9 bis Nürnberg fahren. Am Autobahnkreuz Nürnberg-Ost Wechsel auf die A6 (Richtung Heilbronn). 206 Kilometer später ist das Kreuz Walldorf erreicht. Hier die A5 in Richtung Karlsruhe/Basel nehmen. Nach ca. 34 km an der Ausfahrt Karlsruhe/Durlach runter von der A5 und über die Durlacher - Allee (rechts herum auf die B10) gen Zentrum fahren. Achtung: Gleich an der 1. oder 2. Ampel steht ein stationärer Blitzer. Das erste Hinweisschild gleich nach der Abfahrt (Ball/Wildparkstadion) kann entweder gefolgt werden (ist aber ein bißchen umständlich...) oder gemieden werden. Im letzteren Fall bleibt man einfach weiter geradeaus Richtung Zentrum/UNI, immer parallel auf der Durlacher Allee den Straßenbahnschienen (linker Hand) entlang, bis wieder nach ca. 2 km ein weiterer Hinweis-Ball rechts auftaucht. Genau in Höhe 2. Kirche, rechter Hand, den Ball/Uni folgend über die Bertholdstraße und dann weiter auf den Adenauerring fahren. Das Wildparkstadion erscheint dann wenig später (nach 1.300 m) linker Hand.

An der Ampel Höhe Stadion befindet sich linker Hand der Eingang zum Gästeblock. Die 9er Busse dürfen direkt auf den Gästeparkplatz (Eingang Ost) vor den Gästekassen parken. Alternativ kann man gegenüber dem Gästeeingang – Th.-Heuss-Allee - entlang dieser schon einige Parkplätze (gratis) nutzen oder aber den kostenpflichtigen „Birkenparkplatz“ (PKW 5,-€) direkt am Adenauerring rechter Hand zwischen Ampel und Haupteingang. Eine weitere Möglichkeit wäre auch rechts und links am Adenauerring vorm Stadion geparkt werden. Man sollte aber nicht auf den letzten Drücker zum Stadion fahren, denn der Adenauerring ist schon mal schnell staugefährdet. Bitte Beachten: Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und zur Lenkung des Parksuchverkehr wird der Adenauerring im Bereich zwischen Einmündung Theodor-Heuss-Allee und Haupteingang „Nackter Mann“ 2 Stunden vor Spielbeginn gesperrt. Die Einfahrt bis zum Birkenparkplatz soll Gästefans aber vorbehalten sein. Die Kapazität ist begrenzt (800 Plätze) und alternativ bleiben die Waldwege rund ums Stadion. Doch Vorsicht! Bei verkehrswidrigem Parken wird in Karlsruhe rigoros abgeschleppt. Die Tageskassen öffnen um 16.45 Uhr. Karten für den Gästeblock sind an der Kasse noch reichlich erhältlich.

Der Gästeeingang (Ost) befindet sich unmittelbar am Adenauerring links neben der Gegentribüne. Der Stehplatzbereich E1 ist geräumig und fasst 2.500 Personen. Der Sitzplatzbereich gleich nebenan E2R fasst 348 Zuschauer.

Naviadresse: Adenauerring 17

Entfernung Aue – Karlsruhe 465 km (über A72/A9/A6/A5)

Blockplan Wildparkstadion. Quelle: KSC
Geschrieben von Burg am 16.05.2018, 21:10   (227x gelesen)