Eishockey in Landshut und 1860 vs. Schalke 04

18./19.10.2002

Zwei Pleiten an einem Wochenende

Da der FC Schalke 04 am 9. Spieltag der Fußballbundesliga zu Gast im Münchner Olympiastadion war, hatte „Schuh“ (mein kleiner Bruder) ein guten Grund mich mal wieder (in der Nähe von Erding) zu besuchen. Wahrscheinlich war er nur schlecht informiert, vielleicht war es aber auch pure Absicht, dass er schon Freitagnachmittag bei mir aufschlug, obwohl Schalke ja erst Samstagnachmittag spielte. Was soll`s, immerhin hatte er an Getränke gedacht......! Kurz entschlossen fuhren wir Freitagabend nach Landshut, zum Eishockeyspiel zwischen den „Cannibals“ Landshut und den „Wölfen“ aus Freiburg. Außer uns beiden verfolgten noch 2010 Zuschauer, darunter 15 Ultras (wie sie sich selbst bezeichneten) aus Freiburg, diese Partie des 11. Spieltags der 2. deutschen Eishockeyliga, in der Städtischen Eissporthalle Landshut am Gutenbergweg. Die daheim noch verlustpunktfreien Landshuter (u.a. 7:1 Sieg gegen Crimmitschau) gingen nach torlosen 1. Drittel in der 26. Minute mit 1:0 in Führung. Doch kaum war der Jubel der Cannibalsanhänger verfolgen, glichen die Breisgauer äußerst umstritten zum 1:1 aus. Denn obwohl dem Treffer eine regelwidrige Aktion gegen den Landshuter Goalie voraus ging, gaben die Unparteiischen diesen Treffer. Im Schlussdrittel waren dann zunächst wieder die Gastgeber, aus der Dreihelmenstadt, am Zug. Nach einen schönen Spielzug erzielten sie die 2:1 Führung. Doch leider gelang es den Cannibals nicht, den Vorsprung über die Zeit zu retten. Die Wölfe versuchten am Schluss alles und nahmen ihren Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und diese Risikobereitschaft wurde belohnt: Zehn Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit erzielten sie den Ausgleich zum 2:2. Da in der folgenden Verlängerung kein Treffer mehr fiel, musste die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Im Gegensatz zu den Freiburgern, gelang es den Landshutern nicht, den gegnerischen Goalie zu überwinden, so dass die Gäste die Partie mit 4:2 gewannen. Die mitgereisten feucht-fröhlichen Fans der Wölfe waren hochzufrieden mit den 2 Auswärtspunkten und feierten ihr Team wie das gesamte Spiel über lautstark. Doch auch das Landshuter Publikum war mit dem einem Punkt, in der sehr ausgeglichenen und spannenden Partie, nicht unzufrieden, da beim angestrebten Ziel Klassenerhalt „jeder Zähler wichtig ist.“

Samstagvormittag fuhren wir dann, nach einem kurzem Zwischenstopp in Erding, zunächst nach Feldkirchen, an den Stadtrand von München, um von da aus mit der S-Bahn die Münchner Innenstadt anzusteuern. Rund um dem Münchner Marienplatz tummelten sich schon etliche Schalkeanhänger, in voller Vorfreude auf die Partie gegen 1860 München, herum. Hatten die Gelsenkirchener doch keines der letzten 8 Spiele gegen die Sechziger verloren. Nach einer kurzen Shoppingtour, aßen wir, bevor es per U-Bahn in Richtung Olympiazentrum ging, noch schnell & preiswert im „Donsil“ am Marienplatz zu Mittag. (Inhaber dieser Gaststätte ist übrigens Löwen-Präsident Wildmoser.) Da „Schuh“ ein Anhänger der Schalker ist und auch ich leichte Sympathien für den blau-weißen Ruhrpottclub hege, begaben wir uns sofort in Richtung Südkurve des Olympiastadions, um Karten für den S04-Block zu ergattern. (Schlappe 7,50 € das Stück und somit 2,50 € weniger als beim gestrigen Zweitligaeishockeyspiel, löblich!) Natürlich war der Gästeblock zu Spielbeginn prall gefüllt. Wobei sich unter den rund 3500 Gästefans auch sehr viele bayrische S04-Anhänger befanden. Insgesamt verfolgten rund 30000 Zuschauer die Partie im Olympiastadion. Die Ausgangszeichen für ein gutes und interessantes Spiel standen nicht schlecht. So befand sich mit Asamoah nur ein „Färöerbezwinger“ auf dem Rasen. Zudem wollten die Löwen unbedingt gewinnen, um weiter an den UEFA-Cup Plätzen zu schnuppern, und die Gäste aus Gelsenkirchen benötigen auch jeden Punkt, schielen sie bekanntlich in Richtung Champions-League-Qualifikationsplatz. Doch leider kam es etwas anders als wir erhofften. Sportliche Höhepunkte waren rar gesät vor der Pause, obwohl die Partie mit einem Pfostenkopfball von Löwenstürmer Lauth (7. Minute) furios begann. Aufregung gab es trotzdem: nachdem der Schalker Rodriguez den Münchner Meyer den Ellenbogen ins Gesicht knallte, bildete sich um Varela und 60-Kapitän Kurz, welche sich im anschließenden Tumult etwas herumschubsten, ein „Rudel“. Beide Streithähne sahen anschließend das erste „Rudelrot“ der Bundesliga vom nicht sehr überzeugenden Schiri Strampe (28.Minute). Kurz vor dem Pausentee dann wieder Fußball und endlich auch Schalke einmal gefährlich vor dem gegnerischen Tor, doch Jentzsch hält stark gegen Sand.

In der Halbzeitpause erreichte uns dann per SMS (Dank an Punkt & Kay) die Nachricht vom Unentschieden der AUER in Verl, sowie die Ergebnisse (Niederlagen) von K-M-St & DD! Dies hellte unsere Stimmung kurz auf, bevor der große Regen in München begann. (Dummerweise ist das Olympiastadion nur zu Hälfte überdacht und wir befanden uns auf der falschen Seite.....!) Nach dem Wiederanpfiff ein ganz anderes Spiel. Chancen auf beiden Seiten, zunächst vergab Lauth für die Sechziger, kurz darauf vergibt Sand für Schalke. Dann gab wieder der junge Lauth einen Laut von sich. Nach starker Vorarbeit des überragenden Meyer, erzielte das Löweneigengewächs in der 60. Minute das 1:0! Nachdem die Gäste aus dem Ruhrpott nun alles nach vorne warfen, verlegten sich die Münchner ganz auf`s Konterspiel. Einen dieser schnellen Gegenstöße nutzte erneut Lauth zum vorentscheidenden 2:0 (76. Minute). Nur 240 Sekunden später machte Schroth mit dem dritten Tor für die Gastgeber alles klar. Die Löwenanhänger in der Nordkurve waren somit rundum zufrieden und feierten den Heimsieg nach dem Spiel ausgiebig mit ihrer Mannschaft. Bei uns, im Schalkeblock, herrschte verständlicherweise betrübte Stimmung, vor allem Möller wurde als Sündenbock für die Niederlage ausgemacht. Leider war es auch während des gesamten Spieles über, für Schalker Verhältnisse, sehr ruhig im Block. Zudem zeigte sich mal wieder, dass es höchste Zeit wird, ein neues Stadion in München zu bauen. Da auf jeden Dorfsportplatz mehr Stimmung `rüberkommt, als im halbvollen Olympiastadion, wo die immense Entfernung (an die 200 Meter) der beiden Fankurven kaum große Stimmung aufkommen lässt. Etwas enttäuscht vom Ergebnis begaben wir uns schnellstmöglich auf den Heimweg, um das Spiel, bei einem gemütlichen Bierchen auf dem heimischen Fernsehsessel, in „Ran“ noch einmal Revue passieren zu lassen. Kurz nach Sonntagmittag verabschiedete „Schuh“ dann heimwärts, natürlich nicht ohne Vorwarnung im Dezember zum Spiel Bayern - Schalke wieder vorbeischauen zu wollen.

Servus, ALEX!!

PS: Viele Grüße an „Schuh“! (Ich hoffe die „Nebenwirkungen“, der Diebels vom Samstagabend, haben Dich nicht mehr all zu lange beschäftigt!)