Basel - Liverpool / Liverpool - Sunderland

Die Großfamilie des Mario Basler

Championsleague: FC Basel 3 Liverpool FC 3
Premierleague: Liverpool FC 0 Sunderland 0


(Bing) Schon länger wurde die Reise zum letzten Vorrunden-Gruppenspiel in Basel geplant. Doch weder mein Mitfahrer Jan S. noch ich selbst rechneten mit der Konstellation „Basel reicht ein Unentschieden, Liverpool muss gewinnen um weiterzukommen“. Doch die Reds hatten sich selbst in diese prekäre Situation gebracht, nachdem man u. a. das Hinspiel in Anfield gegen die Eidgenossen nur remis gestalten konnte. Trotz alledem starteten wir frohen Mutes gen Süden, wo Ralf S. schon ungeduldig unserem Eintreffen entgegensah. Unsere Reise führte geradewegs über Stühlingen nach Wutöschingen und nach kurzem Verfahren (Jan S. sieht Nachts schlecht) stand unser Gastgeber Ralf S. am vereinbarten Treffpunkt und winkte uns zu. Dies tat er mit einer Flasche Radeberger, was uns auf eine gute Idee brachte, den angebrochenen Abend ausklingen zu lassen. Schnell schien sich in dem Dorf herumzusprechen, dass Ossis im Lande sind und schon hatten wir für den Rest des Abends (oder der Nacht) nette Gesellschaft. So kamen wir unter anderem in den Genuss mit dem ersten blinden Tischlermeister Deutschlands ein paar nette Themen zu erörtern. Weiterhin lernte er uns noch witzige regional ansässige Kartenspiele. So weit so gut.

Nach kurzem Schlaf und gutem Frühstück wurden wir von Mr. Bean´s Knopfaugenhund geweckt und steuerten den St.Jakob-Park an. Dies gelang uns, bis auf einen kurzen Aufenthalt an der Grenze – das Kurzgespräch mit dem Zöllner lautete: „Wohin?“; „Tierpark!“; „bitte rechts rausfahren!“ – auch recht problemlos. Das Stadion ist von außen nicht als solches erkennbar, man denkt eher, vor einem großen Einkaufs-Center zu stehen. Nach ewigem Suchen – und dem Eintreffen (besser gesagt Einfliegen) von Moll – gelang es uns dann auch 3 Tickets zu ersteigern, über die Höhe des an die Schweizer „Schwarzhändler“ gezahlten Betrages wird an dieser Stelle der Mantel des Schweigens gelegt. Der Ground bietet optisch sowie akustisch exzellente Rahmenbedingungen für ein Fußballfest, dieses sollte es auch werden. Der FC Basel spielte eine Partie, welche geradewegs in die Geschichtsbücher des Schweizer Fußballs führte. Nach 29 Spielminuten führte man 3-0 gegen ein schockiertes und hilfloses Liverpool. Obwohl ich paralysiert auf der Tribüne saß (hinter John Aldridge!), muss ich sagen dass die Stimmung erstklassig war, Kompliment an die Gastgeber! Weiterhin war erstaunlich, wie viele Leute in der Schweiz „Basler“ heißen! Bei jeder Aufforderung „steht auf, wenn ihr Basler seid!“ sprangen 30.000 Mann in die Höhe… Durchgang Zwei brachte erneut Überraschendes. Die Reds spielten nach vorn und kamen zu Chancen. Das 1:3 durch Murphy weckte kleinste Hoffnungen, der Anschlusstreffer nur 3 Minuten später (Smicer) schon größere. Noch war eine halbe Stunde zu spielen! Die Partie war wieder völlig offen, ein Wahnsinnsmatch. Liverpool schnürte die Gastgeber ein, welche bei Kontern die Entscheidung vergaben. Fünf Minuten vor Ende der Partie machte Owen per Handelfmeter-Nachschuss (!) den Ausgleich. Doch trotz vier Minuten Extra-Time, in der Liverpool noch einmal eine reine Powerplay-Situation aufzog, reichte es nicht mehr. Ein denkwürdiges Spiel ging mit 3-3 zu Ende. Hinterher sprach der Trainer des FC Basel vom besten Spiel, was je eine Schweizer Fußballmannschaft zeigte! Mehr ist nicht zu sagen. Wir zogen uns zurück in unser Quartier um unsere Enttäuschung über das Liverpooler Ausscheiden standesgemäß hinunterzuspülen, waren aber auch glücklich einen so großen Fußballabend erlebt zu haben. Am nächsten Morgen ging es geradewegs zurück in die Heimat, denn das FKL-vorbereitende Mittwochstraining stand auf dem Programm. Nun war es aber an der Zeit, nach langer Pause wieder einmal gen Liverpool aufzubrechen. Seit Ostern war ich nicht mehr da, da kann es schon zu Entzugserscheinungen kommen.

Mit unserem FKL-Team sowie „Leprechaun“ vom FK Oberdorf im Gepäck steuerten wir Charleroi (mit schönen Erinnerungen an den Sommer 2000) an. Ein Flugzeug brachte uns nach Liverpool und ein aufgeregter Busfahrer (Everton-Fan) direkt in die City. Nun war es an der Zeit in diversen Liverpooler Lokalitäten zu entspannen. Der Abend endete im Kultpub „Wine Lodge“ bei edlem Aussie White und einem am Tresen wild gestikulierendem Pepe (es war 23 Uhr). Das allsonntägliche Fußballspiel gegen unsere Freunde begann schon traditionell mit Verspätung und wurde kläglich vergeigt. Einzig Caldi erreichte Normalform und traf zweimal ins Schwarze. Im Gegensatz zum LFC, der am Nachmittag gegen Sunderland über ein torloses Remis nicht hinauskam und die Tabellenführung verspielte. Trotz drückender Überlegenheit (20-0 Chancen) stellte man sich zu umständlich und ideenlos an. Mein zweites 0-0 beim 35. Spiel in Anfield war auch eines der Schlechtesten, was die Stimmung angeht. Aber man kann halt nicht immer ein Highlight erwarten.
Mit Besten Grüßen an meine Mitfahrer Jan und Ralf S; Moll; Caldi; B; Trylle; Pepe und Leprechaun.
You’ll never walk alone