Spielberichte
22. Spieltag, 27.02.2004

1.FC Nürnberg:FC Erzgebirge Aue
2 0


Frankenstadion, Freitag 27. Februar 2004

(Kick off 19.00 Uhr)




VEILCHEN BLEIBEN OHNE TORERFOLG - 3. NIEDERLAGE IN FOLGE
ROTE KARTE FÜR TREHKOPF – FANS STEHEN HINTER IHER MANNSCHAFT

(Burg) Die momentane Auer Erfolglosigkeit in der 2. Bundesliga hielt auch beim Aufstiegskanditaten 1. FC Nürnberg an. Die Veilchen kassierten die dritte Niederlage in Folge und warten nun schon seit 297 Minuten auf einen Torerfolg. "Wir hatten ein klein wenig gehofft, das uns die Nürnberger unterschätzen und wir das Spiel länger offen halten können. Aber so haben wir es den Nürnberger leicht gemacht, weil nach den schnellen Rückstand vieles über den Haufen geworfen wurde", resümierte FCE-Trainer Gerd Schädlich nach dem Spiel in den Katakomben des Frankenstadions. Die Platzherren waren von der ersten Sekunde an hellwach und gedanklich frischer gegen die diesmal ganz in weiß spielenden Gäste aus dem Erzgebirge. Schon nach 20 Sekunden schoss Ciric knapp über das Gehäuse von FCE-Keeper Jörg Hahnel nach einen Blitzartigen Konter. Aue hatte hier Einwurf und Emma rutschte weg... Keine zwei Zeigerumdrehungen später verpasste Marek Mintal knapp, wieder nach einen überfallartigen Konter des FCN über Larsen und Vittek. Schon hier in der Anfangsphase des Spiels war deutlich zu sehen, die Gäste kamen erst gar nicht ins Spiel und hatten Mühe den Ball in ihren eigenen Reihen zu halten. Gerd Schädlich stellte auch treffend fest: "Manche von uns waren sehr überrascht, wie aggressiv die Nürnberger zur Sache gingen. Nur das gehört halt dazu in der 2. Bundesliga". Auch FCE-Kapitän Jörg Emmerich fand nach dem Spiel keine Erklärung: " Mit 0 Toren können wir kein Spiel gewinnen", und kritisierte das schnelle und blöde Gegentor nach einen Standard der Gastgeber. Spielmacher Jacek Krzynowek hatte den ersten Eckball der Hausherren bis an den zweiten Pfosten geschlagen. Dort wartete völlig ungedeckt Marek Mintal und köpfte den Ball, über die Hände von Jörg Hahnel, zum Führungstreffer ein. Der Rettungsversuch von René Trehkopf, schon hinter der Torlinie stehend, misslang. So sah es auch Jörg Emmerich: "Ich denke schon, das der Ball hinter der Linie war".

In der 17. Minute hatten die Gäste ein gehörige Portion Glück. Nach Ballverlust, vom diesmal von Anfang an spielenden Tzvetomir Tchipev im Mittelfeld, und schnellen Gegenstoß von Sasa Ciric, hämmerte Mike Barten den Ball ans eigene Gebälk. War vielleicht auch gut so, denn unmittelbar hinter ihm lauerte Jacek Krzynowek! Nach 20 Minuten gelang Aue der erste nennenswerte Angriff. Skerdilaid Curri gelang ein feiner Pass auf Mike Barten und dieser konnte nur durch Foul knapp an der Strafraumgrenze gestoppt werden. Doch der Freistoß von Kvicha Shubitidze landete im Niemandsland. Die Partie hätte vielleicht nach 29 Minuten einen anderen Verlauf genommen. Curri und Juskowiak finden sich zu einem schönen Doppelpass, doch das Zucker-Zuspiel vom Polen (seine beste Aktion im gesamten Spiel...!) auf Rehm sieht Ronald Czech an der Linie im Abseits. Eine knappe Entscheidung gegen die Gäste. Reinhardt hatte das Abseits aufgehoben. Diese fiel nach 32. Minuten auf der Gegenseite. Wieder nach einen Eckball. Wieder waren die Nürnberger gedanklich schneller. Wieder Eckball (der 4.) vom polnischen Nationalspieler Jacek Krzynowek. Zu kurze Kopfball Abwehr von Juskowiak und Mintal bringt den Ball per Kopf zu Stehle der unbedrängt zum 2-0 einschießen kann. Jetzt war phasenweise ein Klassenunterschied zu sehen. Jörg Hahnel bewahrt seine Mannschaft vor dem 3-0 Rückstand, als er den exzelent auf den kurzen Pfosten geschossenen Freistoß von Krzynowek zur Ecke lenkt (36.). Zwei Minuten vor der Pause schafft es Aue zum dritten Mal vors Tor von Raphael Schäfer. Toppmöller schickt Rehm auf die linke Seite, doch in der Mitte verpassen Shubitidze und Juskowiak den Ball.

Nach dem Wechsel kommen die Gäste wie verwandelt aus der Kabine, doch ihr "Strohfeuer" währte nur 12 Minuten. Die beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer hatte ausgerechnet der kleine Wirbelwind Curri. Nach schönen Doppelpass mit Shubitidze spielte sich Rüdiger Rehm (O-Ton Gerd Schädlich: "Spielte ganz ordentlich) auf links durch, seine Flanke wollte der kleine Albaner per Hechtflugkopfball verwerten, doch Lars Müller vereitelte dies im letzten Moment (52.). Juskowiak hatte zwei Minuten später noch mal den Hauch einer Chance, doch der Pass von Emmerich war zu lang gespielt für den Polen. Danach spielten nur noch die Nürnberger und hätten jederzeit das Ergebnis höher gestalten können. Ciric (57.), Mintal (69.), Stefulj (71.), Ciric (77.-Glanzparade von Hahnel!!!), Reinhardt (79.), Stehle (84.) und Kissling (92.) boten sich zum Teil erstklassige Einschussmöglichkeiten. Schiedsrichter Detlef Scheppe stand aber in der 64. Minute noch mal im Mittelpunkt und zeigte dem Auer René Trehkopf (hatte schon Gelb aus der 16. Minute) nach einer Notbremse gegen den durchgelaufenen Krzynowek (Zupfer am rechten Ärmel) die Rote Karte. Zwei Minuten später wurde der Nürnberger Robert Vittek nur mit Gelb verwarnt. Er ließ sich gegen Rüdiger Rehm zu einer Tätlichkeit hinreißen. Direkt vor den Augen des Linienrichter Ronald Czech! FCN Trainer Wolf reagierte prompt und holte den Slowaken vom Feld. Trainer Gerd Schädlich sah die Schiedsrichter Entscheidungen nicht so eng: "Solche Sachen sind für ein Auswärtsspiel normal" und fügte hinzu: "Besser sind wir beraten, wenn wir unsere Leistung kritisch hinterfragen. Froh bin ich, das wir nach den Platzverweis nicht die Ordnung verloren haben". Der mitgereiste FCE-Präsident Uwe Leonhardt sah dies ähnlich: "Die Lage ist nun nicht einfach. Nach der dritten Niederlage sind wir wieder hinten rein gerutscht. Heute haben wir gegen starke Nürnberger nicht unverdient verloren. Jetzt müssen wir uns auf Osnabrück konzentrieren und diese Schlacht gewinnen, sonst wird es Todernst". Trotz dieser Niederlage standen und stehen die Auer-Fans wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft. Die 4.300! mitgereisten Schlachtenbummler feierten das Team minutenlang nach dem Abpfiff mit Standingovations (Gänsehaut pur) im schmucken Nürnberger Frankenstadion. Solche Momente bleiben für jeden mitgereisten Fan für die Ewigkeit im Gedächtnis haften.


Nürnberg: Schäfer - Wolf, Sefulj, Stehle, Reinhardt - Krzynowek (85. Aidoo), Mintal, Larsen, Müller - Ciric (82. Kiessling), Vittek (68. Slovak)

Aue: Hahnel - Emmerich, Noveski, Barten - Toppmöller, Tchipev, Rehm, Trehkopf - Shubitidze (68. Jank), Curri, Juskowiak (79. Kurth)

Schiedsrichter: Detlef Scheppe (Wenden)

Zuschauer: 17.387 (ca. 4300 Auer/Quelle 1.FCN)

Tore: 1:0 Mintal (7.), 2:0 Stehle (32.)

Karten: Stehle, Larsen, Vittek, Kissling - Rehm, Noveski, Trehkopf
Trehkopf (64. Notbremse)