Spielberichte
24. Spieltag, 14.03.2004

Rot-Weiß Oberhausen:FC Erzgebirge Aue
1 4


Stadion Niederrhein, Sonntag 14. März 2004

(Kick off 15.00 Uhr)




Aue gelingt Befreiungsschlag in der Fremde – Höchster Sieg in der 2. Bundesliga für die Veilchen

(Burg) Nach den schon fast sensationellen 4-1 Auswärtssieg beim Aufstiegsaspiranten Rot-Weiß Oberhausen, sah man nur noch strahlende Gesichter bei Spieler, mitgreisten Fans und den Verantwortlichen des FCE. Dies lag nicht nur an dem schönen Wetter (14ºC) mitten im Ruhrgebiet. Dieser Sieg, zugleich der höchste in der laufenden Saison für die Veilchen, war dann auch wie eine Befreiung nach dem wochenlangen Torflaute-Frust und den wetterbedingten Trainingseinschränkungen zu Hause im Lößnitztal. „Ich möchte heute die Leistung von Juskowiak und Curri nicht überbewerten, denn die beiden standen ja in den letzten Wochen in der Kritik. Viel eher möchte ich die Gesamtleistung der Mannschaft loben. Deutlich war bei uns die Spielfreude und die Spiellaune zu sehen, weil wir auch hier in Oberhausen endlich mal wieder auf Rasen trainieren konnten“, fasste ein sichtlich zufriedender und rundrum glücklicher FCE-Trainer Gerd Schädlich nach dem Spiel zusammen.

Die Spielfreude sah man den Gästen aus dem Erzgebirge ab der der ersten Minute des Spiels an. Besonders auffällig wie gut der große Andrzej Juskowiak und der kleine Skerdilaid Curri miteinander harmonierten. „Heute haben wir vorne endlich mal ruhig und besonnen gespielt. Wichtig war auch, die Bälle flach zu halten und nicht immer so kopflos hoch nach vorne zu schlagen wie in den Wochen zuvor. So kann ich meine Mitspieler mehr in Szene setzen“, resümierte der erfahrene polnische Nationalspieler. Außerdem zeigte sein intensives Torschusstraining in der Woche, schon nach 9 Minuten Wirkung. Nach einem missglückten Anspiel auf Jank, erhielt der Pole noch mal das Leder und erinnerte sich plötzlich an die 100 Tor-Schüsse im Training, „die auch alle drin waren“, so ein verschmitzter Juskowiak. Auch dieser Ball war drin, dazu noch exelent geschossen. Der Ball schlug vom rechten oberen Innenpfosten ins Tor. Diese frühe Führung verlieh den Gästen noch mehr Sicherheit. Der ansonsten gute und unauffällige Schiedsrichter Knut Kircher versagte Curri, 2 Minuten nach dem Führungstreffer, einen klaren Elfmeter. Nach schönen Zuspiel von Juskowiak wurde der kleine Albaner rüde von Raickovic umgegräscht, doch der Pfiff blieb aus. Oberhausen schaffte es lediglich bis zum Strafraum der Auer und dort waren sie meist mit ihren Latein am Ende. Eine Außnahme bildete die 24. Minute. Nach Catic Flanke landet der Kopfball vom Bulgaren Velichkov am Pfosten und der Nachschuß von Caio wurde von Hahnel zur Ecke geklärt. Diese trat Aliaj noch in der selben Minute genau auf den Kopf vom freistehenden Radulovic, der zum Ausgleich einköpfte. Ein Tor wie aus heiteren Himmel, doch obwohl nun RWO etwas Oberwasser bekam, sprang nur eine Kopfballchance von Catic (35.) heraus. Im Gegenzug hatte der fleißige Jank fast wieder die Führung auf den Fuß. Doch sein schöner Schlenzer fand in Adler seinen Meister.

Nach den Wechsel legte Aue wieder einen Start nach Maß hin. Juskowiak sprang der Ball nach schöner Eingabe von Curri an den Oberschenkel und von da ins Tor (50.). Der kleine nur 1,66m große Albaner Skerdilaid Curri war jetzt nicht mehr zu halten und spielte teilweise mit der RWO-Abwehr Katz und Maus. Erst setze er einen Schuß knapp über das Adler-Gehäuse (54.) und keine 60 Sekunden später zwang er den RWO-Torwart zu einer Glanzparade. Dabei stand sein Einsatz auf der Kippe, doch Trainer Gerd Schädlich entschied sich zum Glück für den quirlligen Stürmer und gegen den Georgier Khvica Shubitidze, hofft aber das der momentane Torschützenkönig der Veilchen (6 Tore) wieder aus seinen kleinen Formtief herauskommt. Auch eine 15 minütige Druckphase der Gastgeber überstanden die Veilchen relativ sicher, weil RWO einfach nicht ihren Rhythmus fand. Halbherzige Schußversuche u. a. von Rietpietsch (62.), waren immer eine leichte Beute vom aufmerksamen Jörg Hahnel im Kasten der Gäste. Nach einen missglückten Fallrückzieher des aufgerückten Abwehr-Chef Raikovic, der knapp neben das Tor landete (69.), bliessen die Auer endültig zum Angriff und waren fortan nicht mehr zu halten. Nach vergebenen Chancen von Noveski (71.) und Rehm (74.), ließ es sich der kleine Curri nicht nehmen, um für die Vorentscheidung zu sorgen. Er platzierte einen Freistoß in "David-Beckam-Manier" gekonnt zum 3-1 ins Tor der Oberhausener (78.). Zwei Minuten später erhöhte er gar auf 4-1, nach feinen Zuspiel von Juskowiak. Wer jetzt dachte die Gäste hätten genug, der irrte. Juskowiak, frei durch doch scheitert an Adler (84.), sowie Tchipev (86.), hätten das Ergebnis in ungeahnte Höhen schrauben können. Da freute sich auch Aues-Co Trainer Holger Erler: „Dieser Sieg ist auch in dieser Höhe voll auf verdient, wenn ich nur an den nicht gegebenen Elfer an Curri denke. Ich freue mich aber auch über unsere heutige Stürmer-Leistung“. Völlig am Boden zerstört war dagegen Oberhausen´s Trainer Jörn Andersen: „Ich bin sehr enttäuscht über unsere Abwehrleistung so spielt kein Aufsteiger“.


Oberhausen: Adler - Remacle, Raickovic, Aliaj, Cipi (58. Tokody) - Scharpenberg, Rietpietsch (79. Kampf), Velichcov (46. Ouedraogo), Catic - Caio, Radulovic

Aue: Hahnel - Emmerich, Jendrossek, Noveski - Heidrich, Kurth (72. G. Berger), Tchipev, Rehm - Jank, Curri, Juskowiak

Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)

Zuschauer: 6.817 (ca. 400 Auer)

Tore: 0:1 Juskowiak (9.), 1:1 Radulovic (25.), 1:2 Juskowiak (50.), 1:3 Curri (78.), 1:4 Curri (80.)

Karten: Rietpietsch - Heidrich