Spielberichte
28. Spieltag, 11.04.2004

1.FSV Mainz 05:FC Erzgebirge Aue
1 1


Stadion am Bruchweg, Sonntag 11. April 2004

(Kick off 15.00 Uhr)




VEILCHEN ENTFÜHREN EINEN PUNKT AUS DEM MAINZER BRUCHWEGSTADION – JÖRG HAHNEL HÄLT PUNKT FEST

(Burg) Mit einer couragierten Leistung beim Aufstiegs-Kandidaten FSV Mainz 05, holten die z. Zeit sehr erfolgreichen "Veilchen-Kicker" einen jederzeit verdienten Auswärtspunkt. Von der ersten Minute weg, entwickelte sich ein spannendes, gutes 2. Liga-Spiel auf zeitweise taktisch hohem Niveau. FCE Trainer Gerd Schädlich gab exakt dem gleichen Start-Aufgebot sein Vertrauen, wie eine Woche zuvor beim 3-0 Heimsieg über Burghausen. Die Mainzer versuchten, vor einer stimmungsvollen Kulisse (inkl. "Einpeitscher"), gleich von Anfang an Druck zu machen. Trotzdem taten sie sich schwer und zeigten sichtlich Respekt gegen starke Gäste aus dem Erzgebirge die sich nicht beeindrucken ließen. Im Gegenteil, einen kapitalen Fehlpass vom Mainzer Abwehrspieler Marco Rose konnte Skerdilaid Curri (18.) nicht zur Gästeführung nutzen. Dimo Wache, im Tor der Gastgeber, war in dieser Szene hellwach. In der Folgezeit wurde der FSV aber immer stärker und FCE-Keeper Jörg Hahnel hatte Schwerstarbeit zu leisten. Erst lenkte er einen Knaller vom starken Brasilianer Antonio da Silva (21. ) zur Ecke und auch beim frei zum Schuss kommenden Niclas Weiland (36.), nach starker Vorarbeit von Nikolic über die rechte Seite, behielt er kühlen Kopf. Die Gäste versuchten in dieser Phase dagegen zu halten, doch Chancen sprangen nur durch Standards heraus. Matthias Heidrich, mit einem seiner schon berühmten Freistoß-Hammer (27.) aus großer Entfernung, der noch abgefälscht wurde, zwang Dimo Wache zu einer Glanzparade (hätte gepasst...) und Andrzej Juskowiaks Kopfball (39.) war zu schwach, nach Freistoßflanke von Curri. Vier Minuten vor der Pause musste eigentlich der Führungstreffer für die Mainzer fallen, doch der allein auf Hahnel zulaufende Michael Thurk (nach schönem Steilpass von da Silva) verzweifelte am Auer Torwart (seine wohl beste Tat im ganzen Spiel) und Nicolce Noveski rettete im letzten Augenblick gegen den Nachschuss bereiten Niclas Weiland.

Das es zur Pause nur 0-0 aus Mainzer-Sicht stand, war vielleicht auch ein Verdienst vom guten Unparteiischen Edgar Steinborn der in der 28. und 44. Minute auf weiterspielen zugunsten der Gäste zeigte. Die "Faller" von Niclas Weiland (im Strafraum gegen Noveski) und Marco Rose (knapp vor der Strafraumgrenze) waren zu offensichtlich. Die Gastgeber kamen wieder mit viel Dampf aus der Kabine und hätten schon nach 35 Sekunden in Führung gehen können. Benjamin Auer, für den glücklosen Thurk gekommen, umkurvte erst Noveski und dann Emmerich aber sein Schuss ging über das Tor und in die Wolken.... Erst ein Standard musste herhalten, um den guten Auer Torwart zum ersten Mal zu überwinden. Der starke Brasilianer Antonio da Silva, Dreh- und Angelpunkt im Mainzer Mittelfeld, überraschte Jörg Hahnel mit einem exzellent aufs kurze Eck geschossenen direkten Freistoß. Vom Innenpfosten sprang der Ball ins Tor. Das Stadion war ein Tollhaus. Doch wie der Gast zurückschlug war schon imposant. Nur Vier Minuten brauchten die Veilchen um diesen Rückstand zu verdauen. Dino Toppmöller setzte sich auf rechts gegen Nikolic durch, passte auf Juskowiak und der Pole spielte mit einem Zuckerpass Marke Weltklasse Skerdilaid Curri völlig frei. Der kleine Albaner ließ sich nicht zweimal bitten und ließ Dimo Wache im Tor der Mainzer nicht den Hauch einer Chance. Ein wenig profitierten die Gäste aber auch von Marco Rose in der Mainzer Abwehr. Als er sich auf den Ballführenden Juskowiak stürzen wollte stand plötzlich Skerdi völlig allein gelassen und nutzte das Anspiel von Andrzej eiskalt aus.

Der FCE-Trainer Gerd Schädlich sparte nach dem Spiel nicht mit Lob aber auch nicht mit Kritik an seine Elf: "Ein sehr, sehr wichtiger Punkt für uns, der Mainz noch wehtun wird. Wir haben nicht so souverän gespielt wie in den Wochen zuvor, auch weil wir in der 1. Halbzeit einige Wackler hatten. Wichtig war, das wir nach den Rückstand postwendend zurückschlugen und gezeigt haben das wir auch Fußball spielen können". Pluspunkte verteilte der Auer Trainer an seinem Torwart Jörg Hahnel und Abwehrspieler Nic Noveski und fügte hinzu: "Ich hätte nicht gedacht das wir zu diesen Zeitpunkt schon 39 Punkte auf unseren Konto haben". Nach dem Ausgleich resignierte Mainz mit fortlaufender Spieldauer immer mehr und hatte nicht mehr die zwingenden Chancen wie im ersten Abschnitt. Benjamin Auer setzte sich gegen Noveski durch und verzog (68.) ebenso wie da Silva, der sein Kunststück vom 1-0 wiederholen wollte. Sein Freistoß landete aber am Außennetz (74.). Ronny Jank hätte in der 76. Minute für die Sensation sorgen können. Doch schön von Juskowiak angespielt, verzog er überhastet aus guter Schussposition. Noch mal da Silva aus großer Entfernung - Hahnel hält (77.) und ein Kopfball von Auer (85.) der vorbeistrich - dann rissen die Auer Spieler und Schlachtenbummler die Arme hoch und feierten den Punkt wie einen Sieg. Grenzenlose Enttäuschung dagegen bei Mainz 05. Trainer Jürgen Klopp: "Trotzdem wir mehr Spielanteile hatten, wurden wir für unsere zwei Fehler bestraft. Unsere Enttäuschung ist natürlich riesengroß. Das 14. Remis ist natürlich Scheiße, auch weil wir einen Riesengroßen Aufwand betreiben und nichts dabei rauskommt". Voll des Lobes war Aues Keeper Jörg Hahnel: "Es ist gigantisch wie viele Fans von uns da waren (über 2.000) da bekommt man schon eine Gänsehaut. Einfach unfassbar". Auch Trainer Gerd Schädlich lobte die Superatmosphäre im Stadion: "Ich war zuletzt vor 8 Jahren hier. Seitdem hat sich viel verändert. Es war ein schöner Sonntag-Nachmittag hier".


Mainz: Wache - Walker, Friedrich, Rose, Nikolic - Schwarz, D. Weiland (64. Dworrak), da Silva, Azaouagh - N. Weiland (83. Teinert), Thurk (46. Auer)

Aue: Hahnel - Emmerich, Jendrossek (75. Rehm), Noveski - Heidrich, Toppmöller, Tchipev (76. Kurth), Trehkopf - Jank, Curri, Juskowiak

Schiedsrichter: Edgar Steinborn

Zuschauer: 13.500 (ca. 3.000 Aue-Fans)

Tore: 1:0 da Silva (51.), 1:1 Curri (56.)

Karten: Azaouagh, Teinert - Jank, Juskowiak