Spielberichte
1. Hauptrunde DFB-Pokal 2004/05, 21.08.2004

VfL Osnabrück:FC Erzgebirge Aue
3 2


Piepenbrock-Stadion an der Bremer Brücke, Samstag, 21. August 2004

(Kick off 15.00 Uhr)




(Burg) Der FC Erzgebirge Aue schied beim Zweitliga-Absteiger VfL Osnabrück in der ersten Runde des DFB-Pokals aus. Damit blieben die Veilchen auch in ihrem sechsten Anlauf (davor: 1991, 2000, 2001, 2002, 2003) jeweils in der ersten Runde hängen und träumen weiter, mal im Lostopf der 2. Runde zu vertreten zu sein....
Dabei sah es in den ersten zwanzig Minuten der Partie nicht danach aus, denn der Tabellenführer der 2. Bundesliga übernahm sofort das Kommando und spielte Pass -und Ballsicher gegen viel Respekt zeigende Osnabrücker. „Wir haben recht ordentlich begonnen, aber nicht mit der letzten Konsequenz und Biss gespielt. Von der Optik sah dies ganz gut aus, aber unser Spiel war ohne jegliche Torgefahr“, skizzierte ein sichtlich gefasster Trainer Gerd Schädlich nach der verlorenen Partie. Nur zwei Schüsse in Richtung VfL-Tor, vom vieleicht auffälligsten Auer Akteur Skerdilaid Curri (13. und 23.), dies war einfach zu wenig. Danach legten die Hausherren jegliche Zurückhaltung ab und stürzten die Abwehr der Gäste um Holger Hasse von eine Verlegenheit in die andere. „Diese 8 Minuten waren natürlich total inkonsequent von uns. In einigen Situationen sind wir zu spät gekommen, weil wir im Kopf vielleicht nicht klar waren. Deutlich war zu sehen, das bei einigen Spielern die letzte Konseqeunz fehlte“, legte Gerd Schädlich schonungslos den Finger in die Wunde. Beim 1:0 nutzte Ewertz eine Unaufmerksamkeit der Auer-Abwehr auf der völlig verwaisten linken Seite. Seine Eingabe drückte Reichenberger (26.) vor Hahnel über die Linie. Nur sechs sechs Minuten später nahm VfL-Kapitän Markus Feldhoff ein Geschenk des Schiedsrichters dankend an und verwandelte einen umstrittenen Handelfmeter sicher zum 2:0. Hendrik Liebers soll bei einem Duell mit Reichenberger (nach Freistoss von Joppe) den Ball mit der Hand gespielt haben. Der Schiri hatte freie Sicht auf diese Szene und zeigte für alle Auer unverständlicherweise auf den Punkt. Dem dritten Tor ging ein zu lasches Zweikampfverhalten von Hendrik Liebers voraus. Matthias Koch ging auf der rechten Seite auf und davon und seine Eingabe verwandelte wiederum Markus Feldhoff ganz abgezockt zum umjubelten 3:0 für die Hausherren. Gleich nach diesem Tor schickte Trainer Gerd Schädlich seine komplette Ersatzbank zum Warmlaufen hinter das Tor von Jörg Hahnel. Die diesmal ganz in weiss spielenden Gäste spielten weiter ohne Einsatz und Kampf aber einem Hauch von 2. Liga-Tabellenführer-Überheblichkeit. Vom Goalgetter Sebastian Helbig nichts zu sehen. Sein Schuss (42.), nach Vorarbeit von Toppmöller, war die einzigste nennenswerte Aktion im ersten Durchgang. Die ca. 300 mitgereisten Auer-Schlachtenbummler schöpften aber fast mit dem Halbzeitpfiff noch einmal Hoffnung. Andrzej Juskowiak verkürzte per Kopf nach schöner Vorarbeit von René Trehkopf und Skerdilaid Curri auf 3:1.

Der zweite Durchgang sah jetzt durchaus gewillte Auer-Gäste, die das Spiel noch drehen wollten. Doch trotz offensiver Bemühungen und Feldvorteilen agierte man zu umständlich und ohne Durchschlagskraft vor dem Tor. Und immer lag das 4. Tor des VfL in der Luft. Jörg Hahnel verhinderte dies mit einer Glanzparade im Rückwärtsfallen gegen den frei zum Schuss kommenden Koch (55.) und der mit allen Wassern gewaschene Ex-Profi Markus Feldhoff spielte zeitweise mit der Auer Abwehr Katz und Maus. Sebastian Helbig (59.) verstolperte 2 Meter vor dem Tor (nach Vorarbeit von Curri und Toppmöller) und wurde wie auch Dino Toppmöller nach einer guten Stunde zu Recht vom Platz geholt. Der Stollberger kritisch nach dem Spiel: "Die 1. Halbzeit haben wir ganz klar verschlafen und zu viele Fehler gemacht". Aber sein Blick geht nach vorne: "Beim nächsten Spiel können wir dies aber wieder gutmachen, denn mit den Fürthern haben wir noch eine Rechnung offen". Der Ersatz hätte für die Wende sorgen können, doch Shubitidze (67.), von Heidrich in Szene gebracht, versagten völlig frei vor Torwart Berbig die Nerven. Nachdem der Schiedsrichter, diesmal zu Recht, zum zweiten mal auf den Punkt zeigte (74.) und Hahnel den Foulstrafstoss von Joppe bravourös hielt, machte es der Georgier beim Pfostenschuss von Curri besser und drückte den Nachschuss über die Linie (83.). Dieses Anschlusstor kam zu spät, denn obwohl nun der FC Erzgebirge Aue alles nach vorne warf, der Schiedsrichter über 3 Minuten nachspielen ließ und speziell jetzt fast jeder Angriff über Curri und Günther lief, brachte der VfL den Sieg clever über die Zeit und hätte fast mit dem Schlußpfiff das 4:2 erzielt. Jörg Hahnel hielt gegen den frei vor ihm auftauchenden Koch. Der Auer Keeper der zusammen mit Curri Normalform zeigte: "Wenn wir vieleicht eher das zweite Tor machen, wäre vieleicht noch was gegangen". Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz nach dem Spiel: „Wir sind sehr glücklich die 2. Runde erreicht zu haben. Ein Sonderlob geht an meinem Kapitän Markus Feldhoff der heute ein sehr gutes Spiel gemacht hat.“


Osnabrück: Berbig – Koch, Schanda, de Jong, Schütte – Joppe (ab 76. Enochs), Nouri, Schäfer, Ewertz – Feldhoff, Reichenberger (ab 80. Donkor)

Aue: Hahnel – Kos, Hasse, Liebers (ab 46. Rehm) – Günther, Kurth, Toppmöller (ab 64. Heidrich), Trehkopf – Juskowiak, Curri, Helbig (ab 63. Shubitidze)

Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg)

Zuschauer: 6.000 (davon ca. 300 Aue-Supps)

Tore: 1:0 Reichenberger (26.), 2:0 Feldhoff (32./HE), 3:0 Feldhoff (33.), 3:1 Juskowiak (45.), 3:2 Shubitidze (83.)

Karten: Koch - Kos, Hasse, Rehm, Trehkopf, Helbig

Anmerkung: Jörg Hahnel hält Foulelfmeter von Joppe (74.)