Spielberichte
8. Spieltag, 15.10.2004

FC Rot-Weiß Erfurt:FC Erzgebirge Aue
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Steigerwaldstadion, Freitag, 15. Oktober 2004

(Kick off 19.00 Uhr)




DIE VEILCHEN FINDEN IN ERFOLGSSPUR ZURÜCK
Der FC Erzgebirge Aue feierte am Freitag-Abend einen am Ende sicheren 3-0 Auswärtssieg beim Aufsteiger FC Rot-Weiß Erfurt und beendete seine Durststrecke von zuletzt 5 Sieglosen Spielen. Die Gäste, diesmal ganz in gelb spielend, versuchten vom Anstoß weg ballsicher, temporeich und einsatzstark nach vorn zu spielen. Doch bis auf die Chance vom Auer Liebers (11.) ,die der Erfurter Keeper Twardzik per Fußabwehr klärte, passierte in der Anfangsphase wenig auf beiden Seiten. Auffällig aber schon hier die klägliche Offensive der Hausherren die vor fast vollen Haus und eigenen Publikum viel zu zögerlich und ängstlich spielten. Einzige Außnahme in der 20. Minute, als erst der Erfurter Kreuz Kos alt aussehen ließ und dann Hahnel prüfte. Anders die Gäste aus dem Lößnitztal, die endlich mal wieder Fußball spielten und aggressiv ohne Ende waren, wie es der Ex-Erfurter Sebastian Helbig resümierte und hinzu fügte: „Heute hat alles gepasst. Wir ließen den Ball über mehrere Stationen laufen, die Spitzen wurden angespielt und die haben die Bälle super prallen gelassen“. Die Vorentscheidung fiel innerhalb von 5 Minuten. Erst dringt der fast nie zu stellende kleine Albaner Skerdilaid Curri (22.) unwiederstehlich in den Erfurter Strafraum ein, schüttelte Kresin ab, sein Schuß kann der Twardzik nur abfausten und blitzschnell bugsiert Curri die Kugel mit dem Oberschenkel per Bogenlampe ins Tor. Ein Tor eben Marke Skerdi! Der Jubel der über 3.500 mitgereisten Auer Schlachtenbummler war noch nicht ganz verklungen das schlug es schon wieder im Erfurter Kasten ein. Freistoß von Kurth, wieder faustet Twardzik das Leder nur, Curri reagiert blitzschnell und bedient mustergültig Juskowiak. Der Pole lässt sich diese Chance aus 6 m nicht entgehen (26.) und schiebt den Ball in den Erfurter Kasten. So wollen wir Jusko sehen, abgebrüht und treffsicher!. Er war an diesen Abend nicht wieder zu erkennen nach den schlechteren Leistungen zuletzt. Nach der Pause banden die Gäste den Sack dann endgültig zu. Nach einer schönen Kombination von Juskowiak und Helbig, der den Ball per Hacke auf Rehm ablegt, verwandelt dieser überlegt ins lange Eck (51.). Komischerweise wurde Erfurt aber nach der Gelb-Roten Karte (63.) für den erst zur Pause eingewechselten Alexander Schnetzler, etwas stärker, doch der Ehrentreffer blieb ihnen verwehrt. Neitzel (74.) per Kopf und Braham (75.) mit einen Heber schafften es nicht Jörg Hahnel an diesen Abend zu überwinden. Aue Trainer Gerd Schädlich fand nach Abpfiff traditionell ein kleines Haar in der Sieges-Suppe: „Wie leichtfertig wir nach dem 3-0 mit unseren Situationen umgegangen sind war nicht in Ordnung. In Überzahl schaffen wir es nicht das 4. oder 5. Tor zu machen“. Dies hätte Curri erledigen können, aber Twardzik hält sein Schuß, obwohl Toppmöller und Juskowiak rechts von ihm völlig freistanden, im Nebel des Rauches aus den Gäste-Block (tolle Hirnrissige Aktion…) oder Sebastian Helbig per Kopf nach Kurth-Flanke. (68.). Aber das war den zahlreich mitgereisten Auer-Schlachtenbummler fast schon egal. Es überwog die Freude über den am Ende so leichten 3-0 Auswärtserfolg. Etwas verwundert rieben sich aber viele die Augen beim Ankunft im oder vor dem Gästeblock im Erfurter Steigerwaldstadion. Man hatte fast den Eindruck in die Steinzeit zurück gebomt zu sein, ob den Zuständen im Hoffnungsvoll überfüllten Auswärtsblock. Nur ein! enger Eingangsbereich, dann fielen auch noch die berühmten Bar-Code-Scanner vom Ticketservice aus (kennt man auch aus Aue…), von der Toiletten-Situation (grade für die weiblichen Anhänger) ganz zu schweigen. Trotzdem ein netter Kontrast zu den nun kommenden WM-Arenen (im November) in Frankfurt und Köln. (burg)




Erfurt: Twardzik - Kresin, Keller, Traub (46. Schnetzler), Bürger - Barletta (69. Glöden), Zedi - Akoto, Kreuz - Braham, van Buskirk (69. Neitzel)

Aue: Hahnel - Kos, Emmerich, Trehkopf - Heidrich, Kurth, Liebers (38. Rehm) - Curri - Toppmöller (78. Hasse), Helbig, Juskowiak (84. Kunze)

Schiedsrichter: Andre Stachowiak (Duisburg)

Zuschauer: 19.500 (davon 3.500 Aue-Supps/Quelle Ticketservice RW Erfurt)

Tore: 0:1 Curri (22.), 0:2 Juskowiak (26.), 0:3 Rehm (51.)

Karten: Kresin, Glöden, Schnetzler - Toppmöller, Liebers
Schnetzler (63./wiederholtes Foulspiel)