Spielberichte
14. Spieltag, 19.11.2004

1. FC Köln:FC Erzgebirge Aue
1 0


RheinEnergieStadion, Freitag, 19. November 2004

(Kick off 19:00 Uhr)



UNGLÜCKLICHE NIEDERLAGE AM RHEIN

(Burg) Das hatten die Veilchen, ganz in gelb spielend, am Freitag-Abend nicht verdient. Beim Spitzenreiter 1. FC Köln verlor man im schmucken WM-fertigen und stimmungstollen RheinEnergieStadion denkbar knapp mit 0:1. Der Treffer resultierte aus einen Foulelfmeter, der aus Sicht von Aues Trainer Gerd Schädlich keiner war: „Eine sehr, sehr unglückliche Niederlage für uns, die sehr weh tut. Leider musste ein Elfmeter herhalten. Wenn er diesen gibt muss er auch den von Günther geben“. Gemeint war die Szene in der 58. Minute. Nach einem schönen Anspiel von Jörg Emmerich kam Sven Günther einen Tick vor Alexander bade an den Ball. Doch der Kölner Keeper holte ihn im Strafraum von den Beinen.

Vom Anstoß weg war deutlich zu sehen, daß heute eine andere Auer-Mannschaft auf den Platz stand. Sie war nach den zuletzt schlechten Leistungen in Cottbus (0:1) und Frankfurt (0:2) nicht wieder zu erkennen. Trotzdem begann die Partie, für die wieder zahlreich mitgereisten Auer Anhänger, mit einer Schrecksekunde . Nach 60 Sekunden prüfte Marco Kurth seinen eigenen Keeper Tomasz Bobel im Auer Kasten. Dies sollte aber der Auftakt sein für nun höchst konzentriert und unbeeindruckt aufspielende Gäste aus dem Erzgebirge im schmucken RheinEnergieStadion. Darin man teilweise sein eigenes Wort nicht mehr verstand, so laut wurde es teilweise in der schon fertigen Kölner WM-Arena. Mit schönem Direktspiel ließ man die Hausherren einfach nicht zur Entfaltung kommen. Die erste verheißungsvolle Szene hatte ausgerechnet der Ex-Kölner Sebastian Helbig (16.). Nach einem Fehler von Sinkiewicz schaltete er schneller als Kölns-Keeper Alexander Bade und wollte das Leder ins Tor heben. Doch Lukas Sinkiewicz bügelte seinen Fehler im Zurücklaufen wieder aus und köpfte den Ball aus der Gefahrenzone. Die resultierende Ecke von Rehm köpfte Kos (17.) am kurzen Pfosten stehend ans Außennetz. Von Köln, dem Spitzenreiter, erstmal nichts zu sehen. Aue spielte optisch gut, doch am Strafraum ließ man gute Ideen vermissen. Auf beiden Seiten gab es Leerlauf. Erst in der Schlussphase der 1. Halbzeit meldete sich der 1. FC Köln zu Wort. Scherz (39.) zog mal an, ein kurzer Schwenk nach rechts, doch gegen seinen schönen Schuss war Bobel, zum ersten Mal so richtig geprüft, auf den Posten. Mit tollem Reflex lenkte er den Ball über den Kasten. Sofort war die Kulisse da. Jeder der anwesenden Auer Schlachtenbummler genoss diese Momente, indem man wusste warum man die 530 Kilometer hierhergefahren war, in vollen Zügen aus. Auch beim Schuss von Albert Streit (42.) bekam Bobel keine Probleme.

Der zweite Durchgang begann mit etwas mehr Kölner Druck, der aber nicht lange anhielt. Scherz (54.) mit dem Kopfaufsetzer nach Eckball und Guié-Mien (69.) der plötzlich völlig frei vor Bobel auftauchte, hatten die größten Chancen ihre Mannschaft in Führung zu bringen. Die Gäste hielten voll dagegen und spielten nun einen feinen Konterfussball. Allein Ersin Demir (70. und 78.) hätte die über 1500 mitgereisten Auer Schlachtenbummmler erlösen können. Erst blieb er im Gegenzug nach der Riesenchance von Guié-Mien an Alexander Bade hängen und auch sein Nachschuß strich knapp am Tor vorbei. In der Mitte ruderte Jusko mit den Armen..... Dann wurde er schön von Toppmöller in Szene geschickt, doch der Winkel war voll zu spitz. Dino kam für den übermotivierten Sebastin Helbig (O-Ton Schädlich), dem an alter Wirkungsstätte nichts gelingen wollte. Jetzt war es ein Klasse-Spiel aus Auer-Sicht. Die Gäste antworteten auf Kölner Druckphasen immer wieder. Und wie: Rene Trehkopf (82.)zwingt Bade zu einer Glanzparade. Im Gegenzug spielt Voigt einen langen Ball nach vorn auf Guié-Mien, doch der eingewechselte Hendrik Liebers (und Trehkopf) geht etwas ungeschickt in den Zweikampf und kassierte dafür auch noch die einzigste Verwarnung in einen insgesamt fairen Spiel. Den Elfmeter (84.) verwandelte Alexander Voigt vor der FC-Kurve, scharf in die rechte Ecke. Zu scharf für Tomasz Bobel der die Ecke ahnte. „Ein glücklicher Sieg für uns. Wir müssen damit zufrieden sein. Die Auer hätten heute mehr verdient“, resümierte der Kölner Trainer Huub Stevens. In der dramatischen Schlussphase hätten die nie aufsteckenden Gäste zumindest noch einen Punkt holen können. mit den Mute der Verzweifelung warfen sie alles nach vorn. Emmerich (88.) - Bade hält. Eine scharfe Trehkopf-Eingabe von links kann Scherz in allerhöchster Not zur Ecke klären (90.). Die Kölner kommen kaum hinten raus. In der Nachspielzeit hatten erst Holger Hasse und dann Andrzej Juskowiak den Ausgleich auf den Fuss. Doch beide scheitern am glänzend haltenden Alex Bade im Tor. Sogar Bobel eilte beim letzten Eckball von Kurth in den Kölner Strafraum, doch der Spitzenreiter wankte aber er fiel nicht. „Wenn man auswärts nicht 1 bis 2 Tore schießt bei dieser Chancenfülle, steht man mit leeren Händen da. Heute haben wir aus unseren Möglichkeiten nichts gemacht und gerade das ist das enttäuschende“, meinte ein sichtlich deprimierter Gerd Schädlich nach dem Spiel. Trotzdem machte der couragierte Auftritt Mut für die kommenden Aufgaben.

Köln: Bade – Cullmann, Voigt, Sinkala, Sinkiewicz – Achenbach (ab 70. Springer), Schindzielorz (ab 59. Feulner), Scherz, Guié Mien – Streit, Bröker (ab 61. Ebbers)

Aue: Bobel- Kos, Emmerich, Trehkopf – Heidrich, Kurth, Günther (ab 68. Hasse), Rehm (ab 79. Liebers) – Helbig (ab 66. Toppmöller), Juskowiak, Demir

Schiedsrichter: Matthias Anklam (Hamburg)

Zuschauer: 34.100 (davon 1.100 Aue-Supps/Quelle: Ticketservice 1. FC Köln)

Tore: 1:0 Voigt (84./Foulelfmeter)

Karten: Liebers