Spielberichte
23. Spieltag, 27.02.2005

TSV Alemannia Aachen:FC Erzgebirge Aue
1 5


Tivoli, Sonntag, 27. Februar 2005

(Kick off 15:00 Uhr)



Schützenfest auf dem Tivoli

In einem hochklassigen Zweitliga-Spiel behielten die diesmal ganz in weiß spielenden Auer-Veilchen mit einem auch nicht in dieser Höhe erwartenden 5-1 Auswärtssieg bei Alemannia Aachen die Oberhand. Auch Aues Trainer Trainer Gerd Schädlich musste sich nach dem Spiel sammeln: “Dieses Ergebnis muss ich als Trainer auch erst einmal verdauen. Dies war ja in dieser Höhe auch nicht zu erwarten“. Schwerstarbeit erwartet ihn nach eigenen Aussagen diese Woche noch bis zum nächsten Auswärtsspiel bei Eintracht Trier, in der er hofft das seine Spieler nicht zu euphorisch werden.
Das Spiel begann vor stimmungsvoller Kulisse und hervorragenen Platz mit Anstoß für die Gäste und nach 8 Sekunden gab es schon den ersten Eckball für die Veilchen. Von Anfang an merkte und sah man, das zwischen den letzten beiden Auswärtsauftritten der Veilchen beim TSV 1860 und in Ahlen Welten lagen. Konzentriert wurde immer wieder mit z. Teil sicheren Ballpassagen nach vorne gespielt aber beide Abwehrreihen gaben sich keinerlei Blöße. Trotzdem geschah bis zur 22 Minute so gut wie nichts. In dieser Minute gab es den ersten Aufreger des Spiels. René Trehkopf erhielt nach langen Diskussionen den gelben Karton unter die Nase gehalten (seine fünfte Gelbe!) nach einen vermeintlichen Foul an Brinkmann. Dieser erhielt noch in der selben Minute auch die Gelbe Karte von Schiri Günter Perl gezeigt nach einen Foul an Marco Kurth. Nach dem Kopfball von Simon Rolfes (27.) an das Quergebälk von Bobel und anschließender Glanzparade von Bobel (Noll hatte geschossen) war jetzt richtig Leben auf den Tivoli. Heidrich kratzte in dieser Situation sogar noch das Leder von der Linie und das 1-0 für die Alemannia lag in der Luft. Etwas überraschend dann die plötzliche Führung der Gäste durch ein typisches Jusko - Tor. Demir schickt an der Seitenlinie Curri auf die Reise, dieser bedient den Polen an der Strafraumgrenze und Juskowiak schießt durch Drei Aachener hindurch platziert den Ball ins untere linke Toreck. Sah einfach genial aus. Und der FCE spielte jetzt weiter in Richtung Straub-Tor. Trehkopf luchste Plaßhenrich an der Mittellinie den Ball ab (32.) und lief alleine auf Straub zu. Seinen Querpass zu Juskowiak schoss dieser dem Aachener Torwart in die Arme. Vor dem Seitenwechsel machen die Hausherren nochmals so richtig Druck und Marco Kurth klärt gleich zweimal auf der Torlinie. Jeweils nach Eckbällen der Alemannia. Erst klärt er per Kopf! den Schuss von Klitzpera, dann schlägt er den Kopfball von Sichone von der Linie. Meijer hat vor dem Wechsel noch eine Kopfballchance (42.) – aber drüber. Aachen ist fast am Verzweifeln. In der Halbzeitpause verwandelt ein Schneesturm den Platz für ca. 15 Minuten in eine weisse Rutschbahn. Dies lässt René Trehkopf nicht verhindern den Ball nach einem Freistoß (Rehm wurde gefoult) mit links durch die Aachener Mauer hindurch, in die Maschen zum 0-2 zu donnern (49.). Aachen macht jetzt mächtig Druck und erzwingt Eckball um Eckball. Meijer (50.) setzt einen Kopfball knapp neben das Gehäuse. Aber Aue hält dagegen und fährt zum Teil Klasse Konter. Juskowiak (Super Spiel von ihm nicht nur wegen seiner zwei Tore...) spielte Rehm herlich frei, doch Straub verhindert noch eine Vorentscheidung (58.). Das in dieser Phase längst fällige Anschlusstor fällt dann endlich nach genau einer Stunde, als Michalke von links in den Strafraum flankte und Meijer in unnachamlicher Art und Weise per Kopf den Ball ins lange Eck verlängert. Doch 60 Sekunden später wieder ein eiskalter Konter der Gäste. Nach einen Befreiungsschlag von Jörg Emmerich, nimmt Ersin Demir den Ball kurz hinter der Mittellinie den Ball auf. Umringt von Klitzpera, Sichone und Noll donnert er den Ball ins Tor zum 1-3, obwohl Curri links völlig frei auf ein Abspiel des Ex-Aachener wartete. Nach diesen weiteren Genickschlag machen die Hausherren weiter Druck, aber teilweise nur noch mit dem Mute der Verzweifelung. Aue spielt jetzt nur noch Konterfussball. Juskowiak hätte schon nach 73 Minuten für die Vorentscheidung sorgen können, doch die Heidrich´s Flanke donnert er volley völlig freistehend übers Tor. Im Gegenzug kratzte Bobel einen platzierten Schlaudraff Schuss (73.) grade noch zur Ecke und Ehlers (74.) holte zum 4. Male einen Ball von der Linie! Doch die Alemannia wurde von Minute zu Minute immer müder, das war der Tribut den sie zahlen mussten. Alles pegelte sich schon auf das 1-3 ein, da brachen nochmal alle Dämme (O-Ton Aachens Trainer Hecking). Torwart Straub musste bei einen langen Ball weit aus seinem Gehäuse raus und mit dem Kopf klären. Curri reagierte sofort. Scherenschlag Richtung Tor, Kunze auf Juskaowiak der den Ball per Direktabnahme einfach ins leere Aachener Tor schießt. Das war der endgültige K.o. Jetzt war es nur noch ein Trainingsspielchen für die Gäste. Kunze (85.) geht alleine aufs Tor zu, doch vorbei. Wenig später wieder Kunze über rechts, sein Schußversuch wird noch leicht abgefälscht und Rehm hält einfach nur den Fuß in die Schußbahn, 1-5.
In der Pressekonferenz musste sich Aues Coach auch gleich die obligatorischen Fragen zu den Chancen Aufstieg gefallen lassen. "Ich denke nicht das wir ernsthaft um den Aufstieg mitspielen können, auch weil wir noch nicht soweit sind", meinte Gerd Schädlich zu der jetzt aufkommenden Euphorie. Befragt zu den Geheimnis dieses Sieges antwortete er: "Wir wollten kompakt stehen und dies ist uns auch sehr gut gelungen. Zwar gerieten wir wie erwartet unter Druck doch haben wir nie die Übersicht verloren oder sind hektisch geworden und in den entscheidenden Situationen haben wir zurückgeschlagen.".
Aachens Trainer Dieter Hecking: "Ein bittere Stunde für uns und in dieser Verfassung haben wir mit dem Aufstieg nichts mehr zu tun. Eine 1-0 Führung heute wäre gut gewesen für die Moral, aber irgendwie fehlte die Sicherheit die uns immer auszeichnete. Nach den 1-3, 1-4 sind dann alle Dämme gebrochen und wir waren nicht mehr in der Lage zurück zukommen. Aue spielte dann wie im Rausch".
Anzumerken war nach dem Spiel, die Aachener Zuschauer beglückwünschten die Fans aus den Erzgebirge auf eine herzliche Art und Weise die seines gleichen sucht. Überall hörte man nur Lob, kein böses Wort.
Für die Auer Fans die sich direkt in Aachen an der Tageskasse eine Karte kauften gab es böses Erwachen. Die Tickets waren z. Bsp. im Vollzahler-Bereich gleich mal um 1,50 € teurer wie im SCHACHTSCHEISSER/VEILCHENECHO oder auf block-a.de angekündigt. Grund: Alemannia Aaachen ist wahrscheinlich der einzigste Zweitligist der seine Karten im Vorverkauf billiger anbietet! Nur wurde davon in keiner Silbe den Vorverkaufsstellen im fernen Erzgebirge berichtet.
(burg)

Aachen: Straub - Klitzpera, Brinkmann (33. Paulus), Cichone, Noll - Plaßhenrich (53. Scharping), Rolfes, Michalke - Gomez (67. Schlauddraff), Meijer, Pinto

Aue: Bobel - Kos, Emmerich, Trehkopf, Ehlers - Heidrich, Kurth (90. Tchipev), Rehm - Curri (89. F. Berger), Juskowiak, Demir (66. Kunze)

Schiedsrichter: Günter Perl (München)

Zuschauer: 16.651 (davon ca. 460 aus Aue/Quelle: Ticketservice Aachen)

Tore: 0:1 Juskowiak (29.), 0:2 Trehkopf (49.), 1:2 Meijer (60.), 1:3 Demir (61.), 1:4 Juskowiak (84.), 1:5 Rehm (87.)

Karten: Brinkmann, Schlaudraff - Heidrich, Trehkopf (für beide die 5. Gelbe, somit gegen Trier gesperrt)