Spielberichte
32. Spieltag, 06.05.2005

1. FC Dynamo Dresden:FC Erzgebirge Aue
1 0


Rudolf-Harbig-Stadion, Freitag, 06. Mai 2005

(Kick off 19:00 Uhr)



GLANZLOSES DERBY

(Burg) Der FC Erzgebirge Aue lässt seine fast 16-jährige Ungeschlagen-Serie im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion abreißen. In einem insgesamt glanzlosen Sachsenderby verloren die Veilchen mit 1-0 beim Rivalen aus der Landeshauptstadt. Die letzte Niederlage bei Dynamo Dresden datierte noch aus alten DDR-Oberligazeiten (September 1989/0-3).

Für die zahlreich angereisten Auer-Schlachtenbummler (2.400) und den Trainer Gerd Schädlich war es unverständlich, warum die Mannschaft die ersten 30 Minuten gar nicht auf den Platz war. „Ich hatte in dieser Zeit überhaupt keine Einstellung gesehen bei uns. Eine einzige Katastrophe. Die Krönung war, wie Oswald unsere Gegenspieler wie Fahnenstangen stehen ließ“, so ein nicht gerade erfreuter Auer Trainer nach dem Spiel. In dieser ersten Halben Stunde sah man deutlich, dass die Hausherren unbedingt den Sieg wollten um sich für die 1-4 Hinspielniederlage in Aue zu revanchieren. Die Gäste ganz im unschuldigen weiß spielend, bettelten regelrecht um das Tor. Man wurde einfach das Gefühl nicht los, sofern man Aue-Fan war, die Saison ist für die Veilchen-Kicker gelaufen, so wie sie spielten. Das Mittelfeld war nicht vorhanden, wurde fast immer mit hohen Bällen überbrückt. Die Auswechslungen von Frank Berger (gelb/rot gefährdet), Tchipev und Günther sagen eigentlich alles zu diesem Mannschaftsteil aus. Dynamo brauchte Drei Anläufe für das entscheidende Tor. Das fiel dann nach 21 Minuten, als Karsten Oswald kurz hinter der Mittellinie startend gleich vier Gegenspieler stehen ließ. Seinen Schuss konnte Bobel noch abwenden, aber gegen den Abstauber von Lavric war er machtlos. Davor hatten schon Lavric (7.) und Kennedy (15.) das Führungstor auf den Fuß oder Kopf. Die Gäste brauchten 29 Minuten (Emmerich) für einen Schussversuch Richtung Kresic. Dem Dresdner Torwart war es dann wohl zu langweilig. Nachdem er Demir den Ball vor die Füße spielte und der den völlig freistehenden Juskowiak bediente, versagten dem Polen die Nerven (29.). Sein Schuss war zu hoch angesetzt und Kresic konnte seine Fehler wieder ausbügeln. Jetzt war die Dresdner-Überlegenheit wie weggeblasen. Dynamo ließ die Gäste gewähren. Juskowiak (39.) kommt noch zu einer Kopfballchance nach Flanke Curri von rechts, doch das war es dann für Durchgang Eins. Insgesamt zu enttäuschend für die Gäste.

In der 2. Halbzeit verflachte die Partie vor ausverkauftem Haus immer mehr. Von der viel zitierten Derby-Atmosphäre keine Spur. Stimmung kam jetzt nur noch selten auf. Die Gäste zwar mit mehr Ballbesitz und optischer Überlegenheit, aber sie konnten keinen Druck aufbauen und spielten viel zu pomadig. Dynamo spielte nur noch Konterfußball im eigenen Stadion und verwaltete das 1-0. Einziger Aufreger aus Auer Sicht war die Szene als Curri brillant per Hacke wunderschön den eingewechselten Heidrich frei spielte (56.), doch dessen Flanke misslang – er rutschte weg. Die Einwechslung von Shubitidze (für Tchipev) war der Wecker für die Gäste. Er traute sich endlich mal was zu. In der Schlussphase ging es noch mal hoch her, Dauerbelagerung der Gäste vorm Dynamo-Strafraum. Demir zwang Kresic (82.) zu einem Superreflex und Trehkopfs Weitschuss (85.) wurde auch eine Beute des jetzt zur Hochform auflaufenden Dynamo-Keeper. Glück hatte er aber auch nach einer Freistoßflanke von Kurth. Das Missverständnis mit Beuchel nutzte Heidrich aus, aber sein Gewaltschuss landete an der Unterkante der Torlatte (87.). Schiedsrichter Perl ließ 109 Sekunden nachspielen und Demir kam im Strafraum noch mal zum Schuss (92.), doch vorbei. Trainer Gerd Schädlich: „Im Abschluss waren wir einfach zu schwach, deshalb hätten wir den Ausgleich nicht wirklich verdient gehabt“. Sein Freud Christop Franke fügte hinzu: „Ignjac Kresic und die Latte haben uns geholfen. Mit einem 1-1 hätten wir aber auch leben können“. Aues Präsident Uwe Leonhardt beglückwünschte Dynamo Dresden zum Klassenerhalt und freute sich schon auf das nächste Mal mit zwei ausverkauften Häusern, bei denen „wir wieder aufeinander Krachen werden“.


Dresden: Kresic - Langen, Oppitz, Kukielka, Csik - Brinkmann (89. Scholze), Oswald (60. Christ), Beuchel, Fröhlich - Kennedy, Lavric (81. Wansi)

Aue: Bobel - Kos, Emmerich, Trehkopf - Kurth - F. Berger (39. Liebers), Tchipev (67. Shubitidze), Günther (54. Heidrich) - Curri, Demir - Juskowiak

Schiedsrichter: Günter Perl (München)

Zuschauer: 23.940 (ausverkauft), davon 2.400 aus Aue.

Tore: 1:0 Lavric (21.)

Karten: Langen - Emmerich, F. Berger, Heidrich