Spielberichte
9. Spieltag, 14.10.2005

FC Hansa Rostock:FC Erzgebirge Aue
1 0


Ostseestadion, Freitag, 14. Oktober 2005

(Kick off 19:00 Uhr)



HANSA´S ANGRIFFSWELLEN ZU STARK FÜR DIE VEILCHEN

Der FC Erzgebirge Aue trifft einfach nicht mehr ins gegnerische Tor. Auch am Freitag-Abend vor 23.000 Zuschauern im Rostocker Ostseestadion wurde den Spielern so ein Erfolgserlebnis verwehrt. „Ich hatte den Eindruck, das wir zumindest in der 1. Halbzeit von der aggressiven Spielweise der Hausherren überrascht wurden. Alleine bei Bobel können wir uns bedanken , das es nur bei diesen 1-0 für Hansa blieb“, resümierte der Auer Trainer nach dem Spiel. Beide Trainer fanden übereinstimmend das es für die Zuschauer ein tolles Spiel war mit hohem Tempo. Angriffswelle auf Angriffswelle rollte vom Anstoß weg auf das Tor der Gäste. Das Stadion war ein einziger Hexenkessel. Immer wieder von ihren eigenen Anhänger nach vorne gepeitscht ging der Bundesligaabsteiger ein hohes Tempo. Keine 60 Sekunden war gespielt, da setzte Maul einen Heber aufs Tornetz des Auer Tores. Nach 5 Minuten verzog di Salvo freistehend und Brecko nach 17 Minuten ebenfalls. Bobel riskierte gegen Prica (18.) Kopf und Kragen, blieb danach verletzt liegen und war fortan der Buh-Mann beim Rostocker Publikum. Wer den Polen kennt, so was stachelt ihn noch mehr an. Trotzdem kann er den Führungstreffer nach 22 Minuten auch nicht verhindern. Rydlewicz kann von Liebers nicht am Flanken gehindert werden und der Schwede Rade Prica schneller am Ball als Trehkopf markierte sein erstes Saisontor. Der Gast hat erhebliche Probleme überhaupt in die Nähe des gegnerischen Strafraumes zu gelangen. Viel zu bieder und verhalten spielte man in diese Phase. Zwei Minuten nach dem 1-0 geht Prica alleine auf Bobel zu. Schwerer Stellungsfehler von Marco Kurth. Doch Bobel zeigt zum ersten Mal sein Können.

Das Aue doch Fußball spielen kann zeigten Liebers und Klinka in der 26. Minute. Nach schönen Seitenwechsel von Liebers auf Klinka geht der Tscheche elegant an da Silva vorbei und kommt freistehend vor Schober zum Schuss. Doch der Rostocker lenkt den Ball um Millimeter am Pfosten vorbei. „Eine klarere Chance als Klinka kann man doch eigentlich nicht bekommen“, meinte Gerd Schädlich zu dieser Szene und fügte noch hinzu: „Es fehlt den einen oder anderen bei uns z. Zeit an Selbstbewusstsein. Auch wissen einige nicht um was es geht. Hansa kaufte uns gerade in den Luftduellen den Schneid ab und das ist meiner Meinung nach eine Kopfsache“. Klare Worte eines Trainers, der wiederum die Einstellung einiger Spieler bemängelte ohne Namen nennen zu wollen.

In der 2. Halbzeit bäumten sich die Gäste ein wenig auf aber insgesamt ohne Durchschlagskraft. Alleine Bobel ist es zu verdanken das der Ausflug an die Küste nicht in einem Debakel endete. Prica (47.) und di Salvo (59.) beide völlig freistehend raubte er fast die Nerven mit seinen Paraden. Dazu hatte die Auer Abwehr noch eine Portion Glück bei den weiteren hochkarätigen Chancen von Prica (64.), di Salvo (66.) und wieder Prica (68.). Die Einwechslungen von Demir (keine Durchschlagskraft), Jungwirth (glücklos bei seinen Direktschuß in der 72.) und Nagorny (kaum gesehen) waren ohne zählbares Ergebnis. Der eingewechselte Arvidsson auf Rostocker Seite, hätte in der 85. Minute alles klar machen können, doch er scheiterte auch an Bobel. Aue warf in den Schlussminuten alles nach vorne, doch es reichte zu keiner Chance mehr. So blieb es am Ende beim verdienten Sieg der Rostocker, die damit an den Gästen aus Aue in der Tabelle vorbeizogen. Für den FC Erzgebirge Aue gilt es jetzt nicht den Kopf zu verlieren. Gerd Schädlich der schon so manche brenzlige Situation in seiner langen Trainerlaufbahn meisterte: „Wir müssen uns der Situation in der wir uns gerade befinden ganz einfach stellen“. (burg)


Rostock: Schober - Maul (73. Gaede), Sebastian, Da Silva, Hartmann - Brecko, Rydlewicz, Schied, Bülow - Di Salvo (73. Arvidsson), Prica (88. Lapaczinski)

Aue: Bobel - Kos, Emmerich, Trehkopf - Kurth (57. Jungwirth), Heller (67. Nagorny), Liebers, Günther - Klinka (56. Demir), Helbig, Juskowiak

Schiedsrichter: Babak Rafati (Hannover)

Zuschauer: 23.000, davon 850 Aue-Supps (Quelle: Ticketservive FC Hansa. Am Spieltag wurden für den Gästestehplatzblock 449 Karten verkauft plus den 378 Karten im Vorverkauf macht 827 im Stehplatzblock. Dazu die Fans im Sitzplatzbereich...)

Tore: 1:0 Prica (22.)

Karten: Prica - Trehkopf, Kurth, Günther