Spielberichte
25. Spieltag, 10.03.2006

LR Ahlen:FC Erzgebirge Aue
3 1


Wersestadion, Freitag, 10. März 2006

(Kick off 19:00 Uhr)




NIEDERLAGE BEIM TABELLENLETZTEN – WIEDER EINBRUCH IN DER 2.HALBZEIT

Die Luft in der 2.Bundesliag wird für den FC Erzgebirge Aue von Woche zu Woche immer dünner. Wieder gab man bei eigener Führung die Punkte ab. Diesmal beim bisherigen Tabellenletzten LR Ahlen. Der 3-1 Sieg fiel auch in dieser Höhe völlig zu Recht aus, für die Truppe von Paul Linz, der die Situation nur zu gut kennt aus der letzten Saison. Damals erwischte es seine Mannschaft Eintracht Trier auch völlig unerwartet. Bedenklich ist für die Veilchen z. Zeit wie sie die Punkte abgeben. Da verstecken sie sich nicht im ersten Durchgang, sind sogar streckenweise optisch überlegen gegen eine sichtlich nervöse Ahlener Mannschaft. Bei Dauerregen im Wersestadion verlaufen die ersten 15 Minuten ausgeglichen. Ahlen mit zwei Chancen, aber Bobel ist bei Thioune (9.) und Kopfball von Ndjeng (12.) zur Stelle. Mit dem 1. Eckball im Spiel gehen die Gäste in Führung. Endlich gab es auch mal wieder ein Standard-Tor. Lenze (20.) erzielt sein erstes Saisontor per Kopf. Die Ecke kam von Kurth. Doch schon im Gegenzug die Ernüchterung. Patschinski holt gegen Emmerich ebenfalls den ersten Eckball für die Gastgeber heraus, tritt diesen auch gleich selbst und auch Kaluzny trifft per Kopf (22.). Auch dies war sein erstes Saisontor. Danach waren die Gäste bis zum Pausen - Tee das vielleicht optisch bessere Team ohne aber vorne in der Spitze die entscheidenden Punkte zu machen. Juskowiak (37.), nach Schönen Anspiel vom Geburtstagskind Florian Heller (wurde 24) und Klinka (45.) ans Außennetz, hatte beste Gelegenheiten die Lila-Weißen wieder in Führung zu bringen.

Umso unerklärlicher der Einbruch in der zweiten Halbzeit, als man sich von entschlossene Ahlener, die regelrecht vor Ehrgeiz brannten, in den Abstiegs Schlamassel mit reinziehen ließen. Der Gastgeber kam entschlossen aus der Kabine. Paul Linz hatte seine Mannen mit auf dem Weg gegeben, das wir jetzt gar nichts mehr zu verlieren haben als Tabellenletzter. Bobel war bei drei Vorstößen von Thioune (49., 54. und 55.) hellwach. Aue war sichtlich beeindruckt von der Ahlener Entschlossenheit. Das 2-1 deutete sich schon irgendwie an. Kurth holt Thioune von den Beinen und Schäfer (57.) zirkelt den Ball ins Tor. Danach versuchten die Gäste den Ausgleich zu erzielen. Es blieb aber bei Versuchen. Ein Verzweiflungs-Weitschuss von Kos (61.) kann Reuss im Ahlener Tor noch abwehren und auch der eingewechselte Helbig (72.) hatte kein Glück, beim Versuch den Ball direkt zu nehmen. Einzig Tomasz Bobel blieb es zu verdanken, das es nicht zu einen Debakel kam aus Auer Sicht. Alleine dreimal hält er gegen den teilweise völlig freistehenden Jovanovic (62., 68. und 90.). Das dritte Tor konnte er aber auch nicht verhindern. Patschinski tankt sich irgendwie gegen Kos durch, Durcheinander im Auer Strafraum und Thioune bedient Kaluzny (77.). In den restlichen Spielminuten werfen die Gäste alles nach vorne, hinten brannte es lichterloh und vorne hatten auch Emmerich (79.) sowie Lenze (79.) und Dostalek (88.) einfach kein Glück in solchen Spielen wenn es eben nicht läuft.

Ein sichtlich ratloser wie niedergeschlagen wirkender Auer Trainer Gerd Schädlich legte nach dem Spiel den Finger in die Wunde: „Es hat sich bestätigt was ich unter der Woche vor dem Spiel ansprach. Worte und Taten müssen bei uns zusammenpassen. Wenn ich sehe wie wir die Tore bekommen, dann haben nicht alle den Ernst der Lage erkannt“. Etwas Leid tun konnte einen Tomasz Bobel im Tor der Veilchen. Von der einst besten Abwehr der Liga ist mittlerweile nicht mehr viel übrig geblieben. Kein gutes Haar ließ Trainer Schädlich an seine beiden Außen Mikolajczak und Heller. Florian Heller baute in der zweiten Hälfte rapide ab und war dann nervlich überfordert, wie es Schädlich drastisch formulierte. Bleibt zu hoffen, das die Veilchen sich gegen nun kommende starke Gegner wie Hansa Rostock und der SpVgg Greuther Fürth, wieder auf das wesentliche konzentrieren damit es am Ende kein böses erwachen gibt. (Burg)

Ahlen: Reus - Tredup, Fengler, Tsoumou-Mazda, Ndjeng - Kaluzny, Racanel (46. Schäfer), Book (87. Langeneke) - Patschinski, Thioune (78. Keidel), Jovanovic

Aue: Bobel - Emmerich, Kos, Liebers (36. Loose) - Kurth, Heller, Mikolajczak (78. Dostalek), Lenze - Klinka, Juskowiak, Demir (64. Helbig)

Schiedsrichter: Thomas Frank (Hannover)

Zuschauer: 3.279 (davon 230 Aue-Supps. Quelle: Ticketservice LR Ahlen)

Tore: 0:1 Lenze (20.), 1:1 Kaluzny (22.), 2:1 Schäfer (57.), 3:1 Kaluzny (77.)

Karten: Tredup, Kaluzny, Book – Mikolajczak