Spielberichte
15. Spieltag, 03.12.2006

Karlsruher SC:FC Erzgebirge Aue
0 1


Wildparkstadion, Sonntag, 03. Dezember 2006

(Kick off 14:00 Uhr)






Der FC Erzgebirge Aue macht in der zweiten Fußball-Bundesliga langsam ernst. Die Auer holten sich beim Tabellenzweiten Karlsruher SC drei Punkte und rückten, zumindest bis morgen Abend, auf den vierten Tabellenplatz vor. Mann des Tages war David Siradze, der den einzigen Treffer des Spiel erzielte und kurz vor Schluss mit der „Ampelkarte“ vom Platz flog.
Das Spiel begann mit etwas Verspätung, weil vor dem Anpfiff an den verstorbenen Trainer Max Merkel erinnert wurde, der Anfang der achtziger Jahre auch zwei Jahre für den KSC tätig war.
Danach entwickelte sich zunächst ein höchstens durchschnittliches Zweitligaspiel. Der KSC fand von Beginn an kein Mittel gegen sicher stehende Auer, die wiederum im Offensivspiel sehr bedächtig vorgingen.
Große Chancen gab es in Hälfte eins auf beiden Seiten nicht. Aue-Torhüter Keller musste erst in der 18. Minute überhaupt einmal eingreifen. Die Hausherren (5:1 Ecken in Durchgang eins) waren optisch leicht überlegen, mehr nicht.
Der zweite Durchgang begann mit einem Knaller, der KSC wurde kalt erwischt. Bei einem Kurth-Freistoß von links war KSC-Torhüter Miller nicht auf der Höhe des Geschehens, Siradze dafür mit dem Kopf zur Stelle – 1:0 für die Gäste (47.), sehr zur Freude der etwa 700 mitgereisten Auer Fans. Zwei Minuten später hätten die Auer bei einer schönen Kombination von Siradze, Juskowiak und Klinka nachlegen können, scheiterten aber.
Karlsruhe war zunächst geschockt, kam erst etwa nach einer knappen Stunde Spielzeit wieder in die Partie. Federico ließ ein ums andere Mal sein Können aufblitzen und in der 57. Minute musste Keller einen Kapllani-Schuss entschärfen.
In der letzten halben Stunde hatten die Gäste in der Defensive Schwerstarbeit zu verrichten. Der Druck des KSC nahm zu, wobei Großchancen zunächst noch Mangelware blieben. Richtig turbulent gestaltete sich dann die Schlussphase. Zunächst vergaben Siradze (80.) und Klinka (83.) weitere Chancen, das Spiel zu entscheiden. Dann verfehlte Porcello für den KSC knapp das Ziel. Dann flog Torschütze Siradze nach einer „Schwalbe“ mit Gelb-rot vom Platz (86.).
Bereits in der Nachspielzeit (90.+1) hatten die Auer Fans den Torjubel bei einem Dostalek-Schuss auf den Lippen, aber der Ball kullerte knapp am Pfosten des KSC-Gehäuses vorbei. Zwei Minuten später – insgesamt fünf Minuten Nachspielzeit waren angezeigt worden – landete der Ball nach einem Kapllani-Schuss an der Latte des Auer Tores, Kurth schlug das Spielgerät anschließend von der Linie. Und schließlich setzte auch Federico den Ball bei der letzten Aktion des Spiels noch knapp vorbei. Dann war es geschafft und der Jubel im Auer Lager kannte keine Grenzen.
——————
Gerd Schädlich
zum Scherzen
aufgelegt
——————
Aue-Trainer Gerd Schädlich zeigte sich bei der Pressekonferenz nach dem Spiel natürlich bestens gelaunt: „Wir haben jetzt vier Mal hier in Karlsruhe gespielt, ein Mal verloren, aber drei Mal gewonnen. Liebe Karlsruher, wenn ihr diese Entwicklung der Bilanz ändern wollt, dann steigt auf!“ Eigene Ansprüche auf Liga eins erhebt Schädlich aber nicht: „Ich sehe zum jetzigen Zeitpunkt keinen Grund, dass wir unser ausgegebenes Saisonziel schon ändern sollten.“ burg


Karlsruhe: Miller - Franz, Eggimann, Eichner (69. Orahovac), Dick - Staffeldt, Carnell, Federico, Porcello - Kapllani, Freis (77. Kaufmann)

Aue: Keller - Emmerich, Kos, Loose, Liebers - Kurth, Trehkopf, Lenze (66. Dostalek) - Curri (42. Klinka/ 86. Hampf), Siradze, Juskowiak

Schiedsrichter: Georg Schalk (Augsburg)

Zuschauer: 22.000 (davon 700 Auer Schlachtenbummler. Quelle: Ticketservice KSC|Auswärtskasse Herr Elbe)

Tore: 0:1 Siradze (47.)

Karten: Federico (41.)- Curri (39.), Lenze (58.), Kos (59.), Siradze (64.), Kurth (90.+3)
Siradze (85./Schwalbe)