Spielberichte
23. Spieltag, 25.02.2007

SC Freiburg:FC Erzgebirge Aue
5 4


badenova-Stadion, Sonntag, 25. Februar 2007

(Kick off 14:00 Uhr)






Torfestival im Breisgau – Auer Veilchen vom Schiri benachteiligt

In einer dramatischen, packenden und stets offensiv geführten Partie in der 2. Fußball-Bundesliga schlug der SC Freiburg den FC Erzgebirge Aue mit 5:4. Henrich Bencik war es, der nach 85 Minuten das letzte und entscheidende Tor erzielte. Alexander Walke hatte mit einem krassen Fehler Aue die 2:1-Halbzeitführung ermöglicht, die die Gastgeber innerhalb von zwei Minuten – wenn auch mit zwei äußerst umstrittenen Aktionen – in ein 3:2 umwandelten. Wie auch nach dem 4:3 kam Aue stets nochmals zum Ausgleich – bis Bencik die Entscheidung besorgte.

Bei Erzgebirge Aue gab es nach dem 3:0-Sieg über Burghausen keine personellen Wechsel. Auch Keeper Axel Keller hatte sich nach seiner Verstauchung im rechten Sprunggelenk rechtzeitig fit gemeldet. Der Gast aus Aue musste von der ersten Sekunde an hellwach sein. Blitzschnelle Angriffe der Freiburger und die Gästeabwehr hatte sofort viel Arbeit. Nach 10 Minuten aber der erste nennenswerte Ausflug der Veilchen nach vorne. Eine schöne Kombination von Dostalek eingeleitet über Klinka weitergeleitet und von Rangelov übers Tor abgeschlossen. Jetzt sind plötzlich die Gäste am Drücker. Ibertsberger zwingt seinen eigenen Keeper Walke zu einer Fußparade (13.) und Dostalek prüft den Freiburger Torwart eine Minute später mit einen schönen Schuß aus der zweiten Reihe. Den darauffolgenden Eckball bringt Kurth vors Tor, Kos legt schön auf Klinka raus. Dessen Schuss aufs Tor verlängert Juskowiak (15.) zur Gästeführung. Die Gastgeber keineswegs geschockt. Keller klärt in höchster Not vor Coulibaly (17.) und hält auch den Schuss von Sanou (28.). Davor verfehlt Pitroipa (24.) knapp das Auer Gehäuse. Nach 29 Minuten hätten die Gäste schon für eine Vorentscheidung sorgen können ja müssen, aber Klinka zu eigensinnig und verliert den Ball an Riether, anstatt ihn quer zulegen auf den mitgelaufenen René Trehkopf.

Fünf Minuten später fiel dann der nicht ganz unverdiente Ausgleich. Nach einem Riether-Pass in den Lauf vernaschte Sanou auf der linken Seite erst Ehlers und legte dann an den kurzen Pfosten, wo Pitroipa (mit Geleitschutz von Trehkopf) den Ball aus drei Metern zum 1:1 über die Linie drückte. Nun war es ein munteres Zweitligaspiel in dem keine Langeweile aufkam. Lange stand es jedoch nicht unentschieden – dank Walke: Der heraus geeilte SC-Keeper erreichte einen Schuss von Klinka aus der rechten Strafraumhälfte noch, allerdings ging der Ball nicht über die Latte, sondern senkte sich noch zur Halbzeitführung in die Maschen. Damit erzielte Der Tscheche sein 4. Tor! gegen Walke (Drei alleine im Hinspiel). Vorausgegangen war ein Super Pass von seinen Landsmann Richard Dostalek, der sich als kreativer Impulsgeber immer wieder wirkungsvoll in die Auer Angriffe einschaltete.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Elfmeterpfiff für die Gastgeber. Kos legte nach Meinung von Schiedsrichter Dr. Felix Brych aus München Iashvili in der linken Strafraumhälfte – er lag falsch, denn der Georgier war es der den Polen foulte und diesen Elfer letztendlich mit seiner 147-Spiele-Erstligaerfahrung herausholte. Er fädelte clever bei Kos ein der natürlich die Welt nicht mehr verstand. Der Gefoulte trat selbst an und verwandelte den ersten Elfmeter in der Saison für seine Mannschaft sicher. Keine 70 Sekunden später der nächste Schock für die Gäste und seinen mitgereisten Anhang. 25 Meter vor dem Tor wurde Iashvili gefoult von Ehlers, die Auer glaubten einen Pfiff gehört zu haben und stellten das spielen ein, doch der SC spielte weiter – in Person von Antar: Der Libanese zog einfach von der linken Strafraumgrenze aus ab und traf ins lange Eck (51.). Auch Torwart Keller zeigte keine Reaktion. Zum Erstaunen aller im Stadion zeigte der Schiedsrichter zur Mitte – Anstoß.
Die Auer steckten diesen Rückschlag optisch gut weg. Klinka (55.) mit dem Kopf nach Dostalek Flanke. Auf der Gegenseite jagte Pitroipa (62.) einen Ball ans Außennetz.
Ein krasser Abwehrfehler leitete dann aber den Ausgleich ein, für nicht aufsteckende Gäste. Nachdem Riether im eigenen Strafraum an der Torauslinie gegen Rangelov den Ball verloren hatte, scheiterte der Bulgare zunächst noch an Walke, bekam aber den Abpraller wieder vor die Füße und staubte zum 3:3 ab. Jetzt waren die Veilchen am Drücker mit der zweiten Luft – einfach phantastisch. Nur 60 Sekunden später ein Super Anspiel von Juskowiak auf Geißler, doch der Oschatzer macht es zu kompliziert anstatt den Ball einfach ins Tor zu schießen. Nach 71 Minuten jagt Rangelov den Ball übers Tor. Die erneute Freiburger Führung fällt in dieser Auer Drangphase nach eine Konter. Iashvili auf Antar und der Libanese legt gekonnt auf Pitroipa ab der sofort abzieht – 4-3 nach 76. Minuten. Aue mit einer bemerkenswerten Moral. Trehkopf´s Freistoß (78.) kann Walke grade so zur Ecke lenken.
Doch sieben Tore reichten den Akteuren nicht: Juskowiak wurde von Bencik im Sechzehner gelegt, Dostalek trat an und hämmerte das Leder nervenstark zum 4:4 in die Maschen. Erst wollte er nicht aber Geißler überredete ihn dann doch noch. Es war unglaublich Aue spielte voll auf Sieg, wie in einem Pokalspiel. Der Freiburger Siegtreffer fiel nach einer Ecke von Iashvili. Mohamad legte per Kopf auf Bencik ab, der in Bedrängnis von Loose und dem Rücken zum Tor, mit seiner rechten Hacke, Axel Keller zum fünften Mal überwinden konnte. Die Gäste gaben aber keinesweges auf. Dostalek (88.) verfehlte ganz knapp einen Eckball vom eingewechselten Curri. In der selben Minute gab es die Gelb-Rote Karte für Antar nach wiederholten Foulspiel. Den darauffolgenden Freistoß legte Curri zurück auf Trehkopf der das Tor nur um Zentimeter verfehlte. Was für eine Dramatik. Schiedrichter Brych zeigte Drei Nachspielminuten an, doch die Gäste kommen nicht mehr entscheidend vor das Tor von Walke. Er pfeifft dann auch noch 17 Sekunden zu zeitig ab. Unmittelbar nach dem Schlusspfiff eilen erst Tomasz Kos und darauf Gerd Schädlich und Holger Erler zum Schiedsrichter. Nach dem Spiel ist Dr. Felix Brych zu keiner Stellungnahme bereit obwohl er eigentlich fast immer Rede und Wort steht. Warum hier nicht? Er kann doch sagen ob er nun gepfiffen hat oder nicht. Sein Schweigen lässt nun erst recht Spekulationen Tür und Tor öffnen.
Gerd Schädlich kommt in der Pressekonferenz auch gleich zum Thema des Tages. „Nachdem wir nicht ganz unverdient mit 1-2 zur Halbzeit führten, nahm der Schiedsrichter Einfluss mit den Elfmeter und dem Freistoßpfiff. Es ist deshalb auch verständlich das wir verärgert sind“. Für Freiburgs Trainer Volker Finke war es ein Spiel mit hohem Unterhaltenswert. Er erinnerte an die 1. Halbserie mit knappen Ausgängen gegen Freiburg und nicht gegebenen Toren. (burg)

Freiburg: Walke - Mohamad, Khizaneishvili, Ibertsberger, Schwaab (46. Matmour)- Pitroipa (79. Bencik), Koulibaly, Antar, Riether (86. Aogo) - Iashvili, Sanou

Aue: Keller - Kos, Adamski, Trehkopf, Ehlers - Kurth (26. Loose), Geißler (86. Heller), Dostalek - Klinka (86. Curri), Rangelov, Juskowiak

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 11.700 (davon 400 Auer Schlachtenbummler|Quelle: Ticketservice des SCF Herr A. Gehring)

Tore: 0:1 Juskowiak (15.), 1:1 Pitroipa (34.), 1:2 Klinka (41.), 2:2 Iashvili (49./FE), 3:2 Antar (50.), 3:3 Rangelov (65.), 4:3 Pitroipa (76.), 4:4 Dostalek (81./FE), 5:4 Bencik (85.)

Karten: - Geißler (40.) , Antar (70)

Antar (88./wiederholtes Foulspiel)




Bericht Homepage des SC Freiburg: http://www.scfreiburg.com/handler/aktuell/lastgame/

Info über Dr. Felix Brych: http://www.dfb.de/index.php?id=11296

bundesliga.de: http://www.bundesliga.de/de/liga2/matches/2006/index.php