Spielberichte
5. Spieltag, 30.08.2008

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 30. August 2008
(Kick off 14.00 Uhr)


Spielerischer Offenbarungseid gegen den Mitabsteiger aus Paderborn

7.300 Zuschauer kamen zum Duell gegen dem Mitabsteiger aus Paderborn und waren sich von Beginn an darüber im klaren, dass es diesmal keinen 6:0-Heimsieg geben würde. Insbesondere war man gespannt, wie den der vom Teammanager Heiko Weber angekündigte „Kampf bis zur Grenze des Erlaubten“ ausssehen würde. Von der Aufstellung her spielten für die Techniker Mohamed El Berkani und Jan Hochscheidt diesmal Benjamin Baltes und Steve Müller. Neuzugang René Klingbeil wurde als rechter Außenverteidiger aufgeboten, dafür rückte Marc Hensel neben Sebastian Glasner in den Sturm.

Das Spiel begann mit einem Paukenschlag, in der 2. Minute kam Sebastian Glasner im gegnerischen Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Grudzinski entschied aber auf Weiterspielen. Etwas überraschend, outete sich der Schiedsrichter im späteren Spielverlauf doch als ein Anhänger des körperlosen Spiels. Die Gäste aus Paderborn praktizierten von Beginn an ein aggressives Forechecking um so die nervös agierenden Auer frühzeitig unter Druck zu setzen. In der 10. Minute war es dann so weit, nach einem Fehlpass im Spielaufbau durch Daniyel Cimen kam Paderborn in Ballbesitz, Thomas Paulus unterlief ein weiterer Abwehrfehler und Wemmer erzielte die Gästeführung. Marc Hensel hatte dann in der 13. Minute die Möglichkeit zum Ausgleich, Tormann Jensen wehrte seinen Schuss aus spitzem Winkel aber noch zur Ecke ab und bei einem schönen Angriff über links, stand Marc Hensel nach einem Pass von Sebastian Glasner laut Linienrichter im Abseits, obwohl dies mindestens gleiche Höhe war. In der Folgezeit erspielte sich Paderborn weitere Möglichkeiten. Aue konnte lediglich in der 24. Minute eine Chance dagegen setzen, so klatsche ein 30-Meter Schuss von Daniyel Cimen an die Querlatte und den zurückprallenden Ball schob der freie Benjamin Baltes den Paderborner Tormann Jensen in die Arme! So konnte dies nichts werden und man musste zu Halbzeit dankbar sein, dass Paderborn nicht schon höher führte.

Zu Beginn der 2. Halbzeit kam der vermisste Mohamed El Berkani für den schwachen Baltes ins Spiel und konnte das Auer Angriffsspiel etwas beleben, so flankte El Berkani in der 62. Minute von der rechten Seite hoch in den Strafraum und Arne Feick nahm den Ball im Strafraum volley, leider ging sein Schuss vier Meter am Paderborner Tor vorbei. In der 72. Minute kam Mohamed El Berkani am Elfmeterpunkt frei zum Schuss, leider ging dieser platzierte Schuss einen Meter rechts am Tor vorbei. In der 74. Minute musste El Berkani überraschend wieder runter, ab diesem Zeitpunkt ging im Auer Offensivspiel bis auf einer Ausnahme nichts mehr. Mittlerweile vier Auer Stürmer standen auf verlorenen Posten, da aus dem Mittelfeld oder über Außen keine verwertbaren Anspiele mehr kamen. Einzige Ausnahme war die Großchance von Sebastian Glasner in der 80. Minute: Glasner bekam vor dem 5-Meterraum den Ball, konnte diesen aber nicht unter Kontrolle bringen und vergab so die letzte Auer Ausgleichchance. Fast im Gegenzug dann die Entscheidung: bei einem Pass des Paderbornern Güvenisik in den freien Auer Strafraum foulte der herauseilende Tormann Männel den Paderborner Guie-Mien, den fälligen Strafstoß verwandelte Damjanovic gegen Männel sicher. Damit war das Spiel für Paderborn gelaufen.

In den bisherigen Spielen bot die Mannschaft den Fans ansehenswerten Offensivfußball, was sich leider nicht in den Ergebnissen wieder spiegelte. Gegen Paderborn dagegen ging der Versuch, innerhalb einer Woche das Spielsystem grundlegend umzustellen, voll in Hose. Man kann nicht zwei Monate lang überwiegend spielstarke Typen aufbauen und diese dann über Nacht zu „Kampfschweinen“ mutieren zu lassen. Auch konnte man der Mannschaft in den bisherigen Spielen keinesfalls den Kampfeswillen absprechen, es fehlte aber eine clevere Zweikampfführung, was aber an der Unerfahrenheit der jungen Spieler lag. Tragischerweise unterliefen gegen Paderborn vor allem den Leistungsträgern (Cimen, Paulus, Kos und Männel) eine Reihe von Fehlern, die durchaus auch zu einer höheren Niederlage hätte führen können.

In zwei Wochen kommt es in Stuttgart zum Kellerduell gegen die Kickers. Wenn die Mannschaft dort nicht die Kurve kriegt, werden die Herbststürme dem Teammanager kräftig ins Gesicht wehen (frankie1966).


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Thomas Paulus, Tomasz Kos - Steve Müller (65. Kenny Schmidt), Arne Feick, Daniyel Cimen, Fabian Müller, Benjamin Baltes (46. Mohamed El Berkani, 75. Markus Müller) - Marc Hensel, Sebastian Glasner; Trainer: Heiko Weber


SC Paderborn 07: Kasper Jensen - Florian Mohr, Markus Krösche, David Krecidlo, Matthias Holst, Sören Gonther - Jens Wemmer, Björn Lindemann, Enis Alushi (68. Rolf-Christel Guié-Mien) - Sercan Güvenisik (89. Toni Wachsmuth), Jovan Damjanovic (85. Frank Löning); Trainer: Pavel Dotchev


Tore: 0:1 Jens Wemmer (9.); 0:2 Jovan Damjanovic (Foulelfmeter, 83.)


Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg)


Zuschauer: 7.300


Gelbe Karte: Sebastian Glasner (28.), Arne Feick (44.), Thomas Paulus (78.) / David Krecidlo (28.), Jovan Damjanovic (84.)