Spielberichte
13. Spieltag, 01.11.2008

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Embdena-Stadion, Sonnabend 01. November 2008
(Kick off 14.00 Uhr)



Auswärtspunkt beim Tabellenfüher mit Wehrmutstropfen – Rote Karte von Lukunku kostete vermutlich den Sieg

Mit einem verdienten 1-1 Remis, im 627 Kilometer entfernten ostfriesischen Emden an der Nordsee, erkämpfte der FC Erzgebirge einen wichtigen Punkt und bestätigte eindrucksvoll seinen derzeitigen Aufwärtstrend. Die Veilchen sind nun bereits schon seit 6 Ligaspielen unbesiegt. Dabei hätten es am Ende auch 3 Punkte werden können für die Mannschaft von Trainer Heiko Weber, doch der beste Auer an diesen Tag, der Kongolese Ali Mabula Lukunku, sah nach einer vermeintlichen Tätlichkeit in der 67. Minute die Rote Karte vom nicht immer sicheren Schiedsrichter Christian Leicher.
Auf tiefen, morastigen und welligen Boden (der Platz ist mittlerweile schon über 30 Jahre alt...) im Embdena Stadion von Emden, war von Anfang an schnörkelloser Fußball gefragt. Wer hier spielerisch gekonnt die Punkte holen will hat schon verloren. Das galt auch für die Fußballer von Erzgebirge Aue. Die Hausherren wollten sofort vom Anstoß weg zeigen wer hier Herr im Hause ist, doch außer einem Hinterhaltschuss von Moosmayer (6.), den Flauder im Auer Tor sicher parierte, brachte der aktuelle Tabellenfüher nicht viel zu stande. Es entwickelte sich in der Folgezeit ein Spiel zwischen den Strafräumen mit viel Leerlauf. Als der Gast aus dem Erzgebirge dann aktiver wurde, hatten Curri (21.) und F. Müller (23.) gleich die eine oder andere nennenswerte Möglichkeit. Beim Volleyschuss von Lukunku (24.) musste sich Masuch im Emder Tor schon strecken um diesen abzuwehren.

Haupteingang am Embdena-Stadion in Emden. Foto: burg

Auf der Gegenseite versuchte es Cannata (29.) mit einem Seitfallzieher der aber am Auer Kasten vorbeiging. Nicht zu übersehen war der beiderseitige Respekt den beide Mannschaften voneinander hatten. Beide lauerten förmlich auf einen Fehler des anderen Kontrahenten. Die Offensivbemühungen waren aber von Seiten Kickers Emden als Platzbesitzer zu wenig. Die größte Möglichkeit im ersten Durchgang resultierte aus einem Missverständnis von Curri und Hensel den Ramaj sofort mit einem langen Ball in die Spitze bestraft. Paulus schießt Neitzel an, doch der Kickers Stürmer fast alleine auf Flauder zustürmend, schließt zu überhastet ab (32.). Glück gehabt. In Regensburg führte so eine ähnliche Szene mit Paulus-Beteiligung schon mal gleich zu einem Gegentor. Teamchef Weber war schon nach 38 Minuten nicht mit den Leistungen von FCE Stürmer El Berkani zufrieden und brachte Glasner, der zuletzt zweimal traf in Regensburg und Burghausen nach Einwechslung. Sebastian Glasner war auch diesmal, wenn auch nur indirekt, am Torerfolg beteiligt. Zuerst verlängerte er einen Einwurf von F. Müller auf den Kopf von Lukunku (42.), doch der Kongolese verfehlte den Kasten nur ganz knapp um Zentimeter. Sekunden vor Ablauf des Halbzeitpfiffes schlug er aber eiskalt zu. Schneller Konter der Auer über Curri, der will links Glasner bedienen doch Sievers klärt und legt den Ball unfreiwillig Lukunku genau vor die Füße. Diese Chance verwandelt er eiskalt flach links unten zum nicht unverdienten Führungstreffer für die Veilchen. Mucksmäuschen still war es nun im Kickers Stadion – sieht man mal vom Jubel der ca. 250 mitgereisten Auer Schlachtenbummler ab.

kurz nach Anstoß der Partie. Foto: burg


Die Anfangsphase nach dem Seitenwechsel gehörte den Gästen, die sofort das Kommando übernahmen und aufs zweite Tor drängten. Hensel (53.) hatte aus zentraler Position eine Schusschance und verzog. Und Glasner (54.) kam in eine zu kurze Sievers Rückgabe auf sein eigenen Keeper etwas zu spät. Das war es auch schon mit den Auer 2-0 Bemühungen. Als nach einer guten Stunde die Hausherren, jetzt auch mit den eigenen Fans im Rücken, dann doch immer stärker wurden kippte die Partie mit den Hauptpersonen Bernd Rauw auf Seiten der Gastgeber und Mabula Lukunku auf Seiten der Gäste. Beide lieferten sich schon die bisherige Spielzeit über ein rassiges Duell indem Lukunku meist als Sieger hervorging. Nach einem nicht grade sanften Einsteigen (65.) Rauw´s (sah dafür Gelb) am Mittelkreis gegen den Kongolesen, ließ der sich aus Sicht vom Linienrichter und dem Hausherren, im Anschluss aus den folgenden Freistoß von Kos, zu einem Revanchefoul am gegnerischen Strafraum hinreißen. Nach der Dezimierung erhielten die Kickers Überwasser und drängten sie Gäste sofort in deren Hälfte. Hatten sie bei Moosmayer´s Schuss (75.) noch Glück – Ball, ging drüber, so fiel der Ausgleich ausgerechnet von Rauw (77.). Nach langen Einwurf von Zedi konnte Hensel per Kopf nicht weit genug klären. Der Ball fällt dem Belgier an der Strafraumlinie genau vor die Füße um das Leder dann per Dropkick unter die Latte zu dreschen. Ein Tor Marke: Sonntagsschuss am Samstag. Flauder hatte sogar noch die Fingerspitzen dran. Es folgte nun eine einzige Abwehrschlacht der Veilchen, die das 1-1 mit Mann und Maus aufopferungsvoll verteidigten. Die Lila-Weißen Fans brauchten im Gästeblock Herztropfen, es war kaum auszuhalten in den letzten Minuten in dem sich die Veilchen kaum mal vom Druck befreien konnten. Flauder rettete gegen den eingewechselten Aidoo (80.) sensationell. Der hatte aus spitzen Winkel abgezogen. Doch war nicht zu übersehen das auch bei Emden die 3 Spiele in 6 Tagen ziemlich an die Substanz gingen.

Pressekonferenz im überfüllten VIP-Zelt. Foto: burg.


Emden´s Trainer Stefan Emmerling: „Wir mussten an unsere Grenzen gehen. Aue trat mit ganz breiter Brust auf hier bei uns. Sie sind jetzt in der Liga angekommen“. Auf die Rote Karte angesprochen antwortete er ehrlich: „Wenn dieser Vorfall nicht passiert wäre, wäre es ganz schwierig geworden für uns.“
Heiko Weber freute sich in erster Linie über die kämpferisch hervorragenden Leistung seines Teams. „So wie wir uns heute verkauft haben, hat man gesehen das wir in einem Aufwärtstrend sind und den haben wir hier und heute bestätigt. Die Art und Weise war auch heute wieder entscheidend für uns. Deshalb kann ich mit dem 1-1 leben“. Zur Roten Karte konnte er nicht viel sagen. „Ich hatte die selbe Entfernung wie der Linienrichter sie hatte. Der Bernd Rauw sagte mir aber unmittelbar nach Abpfiff, das daß vermeintliche Foul von Lukunku nicht so gravierend war. Schlimmer wäre da schon sein Foul gewesen an ihm für das er sich dann auch entschuldigte. Ich hoffe der DFB zeigt sich gnädig und setzt die Strafe für Ali nicht so hoch an“.
Keine Frage ist das Lukunku, mit der gezeigten Leistung in Emden, den Veilchen fehlen wird. (burg)


BSV Kickers Emden: Daniel Masuch - Jan-André Sievers, Jasmin Spahic, Bernd Gerd Rauw, Rachid El Hammouchi - Giovanni Cannata (59. Thomas Klasen), Rudolf Zedi, Nils Pfingsten-Reddig, Tom Moosmayer - Alban Ramaj (59. Lawrence Aidoo), Enrico Neitzel; Trainer: Stefan Emmerling


FC Erzgebirge Aue: Stephan Flauder - Jan Hochscheidt (83. Pierre le Beau), Tomasz Kos, Thomas Paulus, René Klingbeil - Fabian Müller, Marc Hensel, Skerdilaid Curri (70. Eric Agyemang), Arne Feick - Mohamed El Berkani (38. Sebastian Glasner), Ali Lukunku; Trainer: Heiko Weber


Tore: 0:1 Ali Lukunku (45.); 1:1 Bernd Gerd Rauw (77.)


Schiedsrichter: Christian Leicher (Weihmichl)


Zuschauer: 3346


Gelbe Karte: Jan-André Sievers, Bernd Gerd Rauw, Tom Moosmayer, Rudolf Zedi / Jan Hochscheidt (3.)


Rote Karte: - / Ali Lukunku (67., Tätlichkeit)