Spielberichte
19. Spieltag, 31.01.2009

3

:

1

Rudolf-Harbig-Stadion, Sonnabend 31. Januar 2009
(Kick off 13.00 Uhr)


Aue rutscht in Dresden aus – verdiente Niederlage an der Elbe



Schwer ausgerutscht ist Erzgebirge Aue beim Nachholespiel (vom 19. Spieltag) beim alten Ostrivalen Dynamo Dresden. Mit 1-3 kassierten sie eine verdiente Niederlage. Der letzte Sieg zu einem Auftaktspiel nach der Winterpause liegt für die Veilchen nun schon ganze 9 Jahre zurück. „Wir haben uns heute viel eingerissen was wir uns in der Vergangenheit aufgebaut haben“, fasste Aues Co-Trainer Rico Schmitt nach dem Spiel zusammen.

Einlauf der Mannschaften. Foto: burg

Dynamo kam einfach besser aus den Startlöchern, auf einen schwer zu bespielenden Platz, der stellenweise noch sehr gefroren war. Immer wieder zwangen sie die Gäste zu Fehlern. Als Le Beau ausrutschte und Savran nach innen flankte, hatte Bröker schon nach 4 Minuten die Führung auf den Kopf. Aue musste seine in der letzten Zeit so starke Abwehr umbauen. Für den kurzzeitig erkrankten Tomasz Kos (Lymphdrüsenentzündung) rückte Le Beau in die Innenverteidigung. Auch Jan Hochscheidt war wegen Sperre (5. Gelbe vom Braunschweig Spiel) nicht einsatzfähig. Die Unsicherheit der Gäste zog sich durch fast alle Mannschaftsteile. Man spielte viel zu kompliziert und fand nie zum Spiel. Curri zeigte wieder mal seine alte „Dribbler-Krankheit“ und erstickte damit schon alle Angriffsversuche im Keim. Mit seiner doch zu extremen Ballverliebtheit machte er seiner Mannschaft außerdem einen Bärendienst. Ständige Positionswechsel, erst Spielte Müller hinten in der Abwehr, dann Cimen, waren auch nicht unbedingt förderlich fürs Auer Spiel.

Dynamo war da aus einen anderen Holz geschnitzt. Sie spielten mit guten Pressing und viel Leidenschaft, wie es Trainer Ruud Kaiser lobend hervorhob. Bröker (16.) nutze seine 2. Chance eiskalt zur Führung. Er holte sich einen unnötigen Querpass im Mittelfeld von Siemund, lief dann unbedrängt Richtung Auer Tor und versenkte den Ball mit einen schönen platzierten Flachschuss im Tor von Männel. Neuzugang Sven Müller vom 1. FC Kaiserslautern gab nur Geleitschutz ohne ernsthaft einzugreifen.
Aues einzigste Torchance im ersten Durchgang resultierte aus einem langen Freistoßball von Feick in dem Agyemang (22.) rutschte und dabei wohl unglücklich Axel Keller im Dynamo-Tor erwischte. Fortan war er der Buhmann bei den heimischen Zuschauern und wurde bei jeden Ballkontakt gnadenlos ausgepfiffen. Kurz vor den Seitenwechsel schlug Dynamo noch zweimal zu. Wieder nutzen sie eiskalt die Fehler vom Gegner aus. Erst rutschte Siemund aus, Pfeffer ging rechts auf und davon und bediente mustergültig Dobry (39.) mit einem Querpass. Der hatte keine Mühe zum 2-0 einzuschieben. Wieder war die Auer Abwehr ausgehebelt. Cimen, mittlerweile in der Abwehr für Müller, sah in dieser Szene nur die Hacken von Dobry. Und keine zwei Zeigerumdrehungen später nutzte Savran die Standunsicherheit von Pierrre Le Beau gnadenlos aus. Er ließ den Auer Innenverteidiger in seinem erst 3. Punktspieltotal total alt aussehen. Nach einem halbherzigen Zweikampf seitens Le Beau, ließ Savran ihn einfach stehen und lief alleine auf Männel zu. Sein Außenrist-Schlenzer zum 3-0 (41.) war zumindest für die Dynamo-Fans alleine das Eintrittsgeld wert.

Baustelle Rudolf-Harbig-Stadion. Foto. burg

Nach der Pause waren die Gäste deutlich bemühter. Weber erlöste Agyemang von den Pfiffen und brachte El Berkani. Der Marrokkaner kam mit dem Platz bestens zurecht und legte nach 53 Minuten mustergültig für Müller auf. Doch dessen Schuss landete in der 2. Etage. Jetzt endlich zeigten die Gäste ihren 1.400 mitgereisten Schlachtenbummler auch dass sie Fußball spielen können. Doch zum Teil beste Einschusschancen von El Berkani (58.), Cimen (60.) oder Hensel (61.) fanden nicht den Weg ins gegnerische Tor. Lukunku (62.), mittlerweile für Glasner gekommen, brachte das Kunststück fertig, völlig frei, einen abgewehrten Ball von Keller, über das Tor zu heben. Als Dynamo beste Torgelegenheiten von Pfeffer (63.) und Dobry (69.) nicht nutzen konnte um auf 4-0 zu erhöhen, schaffte Arne Feick nach 76 Minuten wenigstens den Ehrentreffer. El Berkani hatte ihn den Ball schön aufgelegt. Hoffnung keimte noch mal auf, als Curri 3 Minuten später im Strafraum frei zum Schuss kam, doch Keller verhinderte mit einer Glanzparade den Anschlusstreffer.

Pressekonferenz. Foto: burg

Aues Präsident Uwe Leonhardt der mit vor Ort in Dresden war, wollte aber nicht den Stab über die Mannschaft brechen: „Mir tut es in erster Linie leid um die Jungen Leute, die heute die Fehler fabrizierten. Der Ausfall solcher Brückenpfeiler wie Tomasz Kos wiegt viel schwerer“. Da trifft er den Nagel auf den Kopf. Denn obwohl Marc Hensel versicherte das die Mannschaft im nächsten Spiel zu Hause gegen Carl-Zeiss Jena ein anderes Gesicht zeigen wolle, hat Trainer Weber nun enorme Personalprobleme. Nicht nur das Kos auch gegen Jena ausfallen wird und Paulus noch verletzt ist, fallen Feick und Hensel außerdem mit der jeweils 5. Gelben Karte aus.

Aues Trainer Heiko Weber versprach auf der Pressekonferenz, dass alle in Dresden anwesenden Auer Fans zum Heimspiel gegen Jena freien Eintritt bekommen. (burg)


SG Dynamo Dresden: Axel Keller - Cataldo Cozza, Maik Wagefeld, Markus Palionis, Ronny Nikol (85. Jens Grembowietz) - Sascha Pfeffer, Lars Jungnickel, Jens Truckenbrod, Thomas Bröker - Pavel Dobry (82. Maik Kegel), Halil Savran; Trainer: Ruud Kaiser


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Sven Müller, Pierre le Beau, René Klingbeil, Christian Siemund (70. Benjamin Baltes) - Daniyel Cimen, Marc Hensel, Skerdilaid Curri, Arne Feick - Sebastian Glasner (60. Ali Lukunku), Eric Agyemang (46. Mohamed El Berkani); Trainer: Heiko Weber


Tore: 1:0 Thomas Bröker (16.); 2:0 Pavel Dobry (39.); 3:0 Halil Savran (40.); 3:1 Arne Feick (76.)


Schiedsrichter: Stefan Trautmann (Bodenwerder)


Zuschauer: 14400 (ausverkauft)


Gelbe Karte: Maik Wagefeld / Martin Männel, Eric Agyemang (2.), Arne Feick (5., gesperrt), Marc Hensel (5., gesperrt)