Spielberichte
1. Spieltag, 25.07.2009

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Stadion Bieberer Berg, Sonnabend 25. Juli 2009
(Kick off 14.00 Uhr)



Aue startet mit Remis in die neue Saison – Torwart Männel Held des Tages auf den Bieberer Berg in Offenbach



Mit einem Punktgewinn kehrte der FC Erzgebirge Aue von seinem Auftaktspiel in die neue 3.Liga-Saison aus Offenbach zurück. Sichtlich zufrieden zeigte sich Aues Neu-Coach Rico Schmitt: „Die Jungs haben auf den kämpferischen Gebiet alles aus sich rausgeholt. Der Punkt geht in Ordnung“. Das sah auch sein Offenbacher Kollege Hans-Jürgen Boysen ähnlich: „Wir waren nahe dran, das Spiel für uns zu entscheiden, dürfen uns aber bei unseren Torwart Wulnikowski bedanken das wir den einen Punkt wenigstens in der Schlussphase behalten haben“.

Bedanken durfte sich die Mannschaft des FCE auch bei ihren Torwart - Martin Männel. Er war der Garant dafür, das die Veilchen nicht wie im Vorjahr, mit einer Niederlage in die Saison starteten. Die erste Halbzeit des Spiels, ohne nennenswerte Höhepunkte, ist schnell erzählt. Die Gäste standen gut in der Abwehr und ließen gegen ideenlose Offenbacher, die meist nur über ihre starke rechte Seite (Zinnow) kamen, so gut wie nichts anbrennen. Sieht man mal von den Sorgen von Schaffrath gegen eben diesen Zinnow ab, die Trainer Schmitt aber ab der 46. korrigierte. Männel musste in den ersten 45 Minuten keinen ernsthaften Schuss auf sein Gehäuse parieren. Der FCE versteckte sich selber keinesfalls und suchte immer wieder die Offensive, obwohl im Spiel nach vorne nicht gleich alles klappte. Das Spielverständnis von den Ramaj und Braham, die es von den Neuzugängen in die Startelf schafften, hatte schon einige gute Ansätze. Ein halbe Chance von Hochscheidt (9.), der bei einem weitem Pass von Stark, bei seinem Torschuss-Versuch in Rückenlage geriet, waren die einzigste nennenswerte Szene der 1. Halbzeit aus Auer Sicht. Mittelfeldgeplänkel auf beiden Seiten, erinnerte fast an die letzte Partie vor 76 Tagen an gleicher Stelle die bekanntlich auch 0-0 endete.

Bieberer Berg in Offenbach. Beginn 2. Halbzeit. Foto: Burg

Nach den Wechsel ging es aber zu Sache und das Spiel wurde sofort intensiver. Die Offenbacher mussten erst ihren Rhythmus finden (Trainer Boysen) und nutzen dann die hektische Stimmung aus die aufkam. Der Schiedsrichter Aytekin hatte alle Hände voll zu tun die Streithähne zu beruhigen. Die Stimmung auf den Bieberer Berg fing an zu brodeln. Aue kassierte 3 Gelbe Karten binnen 10 Minuten, hatte aber die erste echte Chance im Spiel, als der quirlige Ramaj auf den eingewechselten Klotz passte (51.), dieser aber einen Schritt zu spät kam. Offenbach selber brauchte eine knappe Stunde zum ersten Torschuss, den Männel aber sicher von Mesic hielt. Jetzt waren die Kickers aber auf Betriebstemperatur und Aue verlor leicht die Linie. Männel zeigte sein Können nach 61 Minuten, als er einfach beim Schuss vom völlig freistehenden Zinnow stehen blieb und mit der rechten Hand den Ball abwehrte. Im darauffolgenden Durcheinander hielt er auch den Schuss von Laux in der selben Minute. Jetzt wankten die Veilchen doch bedenklich. Glück hatten sie als Mesic (66.), von Pospischil geschickt, nur das Außennetz traf. Mesic war es der nach 72 Minuten den Bieberer Berg endgültig zum Kochen brachte. Nach Tätlichkeit gegen Hochscheidt zeigte Schiri Aytekin ihm die Rote Karte. Bei einem Einwurf für die Gäste warf Mesic dem Auer den Ball aus kurzer Entfernung an die empfindlichste Stelle. Dies passierte ausgerechnet direkt vor der Steh-Geraden der OFC-Fans. Gegenstände flogen aufs Spielfeld. Stadionsprecher Kruse musste die eigenen OFC-Fans mehrfach per Durchsage erinnern was passiert wenn dies nicht aufhört. FCE-Mannschaftsarzt Gunter Leichsenring, der Hochscheidt behandelte, wurde von unzähligen Feuerzeugen am Kopf getroffen. Ein Paar davon nahm er als Souvenir nach Hause. Die Gäste behielten auch in dieser Phase kühlen Kopf und ließen sich nicht provozieren.

Najeh Braham war zufrieden mit seinem Punktspieldebüt für den FCE. Foto: Burg

Mit viel Wut im Bauch und einem Mann weniger zogen die Gastgeber das Tempo noch mal an. Es begann eine Schlussphase die nichts für schwache Nerven war, aber für die nicht so unterhaltsame 1. Halbzeit mehr als entschädigte. Der starke Zinnow (78.) stand wieder frei vor Männel, nachdem er sich gegen Paulus freie Schussbahn verschaffte, doch an Männel brachte er den Ball einfach nicht vorbei. Rauften sich die OFC Fans danach schon die Haare, so verzweifelten sie beim Nachschuss vom Offenbacher Rode. Der brachte es fertig, Kos auf der Fünfmeterlinie anzuschießen – das Tor war ja im Prinzip leer. Wieder nur eine Minute später hielt Männel den Ball von Rode. In der Schlussphase ging es hoch und runter. Aue gelang es endlich sich frei zuspielen und für Entlastung zu sorgen. Braham (80. + 81.) hatte zweimal die Möglichkeit, nach Klasse Zuspielen von Klotz und Hiemer, für die Entscheidung zu sorgen. Ansonsten nicht so präsent war er plötzlich da wo ein Stürmer stehen muss. Respekt - auch wenn beide Chancen nicht nutzte. Erst kam er einen Schritt zu spät, dann hielt Wulnikowski mit Super-Fußreflex den einen Punkt für den OFC fest. Braham selber war mit seinem Einstand im Auer Trikot zufrieden und wurde mit Applaus von den über 400 mitgereisten Auer Schlachtenbummler bei seiner Auswechslung (88.) belohnt. Männel zeigte gegen Laux (83.) noch mal sein ganzes Können, nachdem der Offenbacher 3 Auer umspielte. Sein Gegenüber Wulnikowski stand ihm aber in nichts nach. Beim straffen Weitschuss von Stark (87.), der noch leicht abgefälscht war von Schutzbach, war er hellwach. Der eingewechselte Glasner hätte fast noch in der zweiten Minute der Nachspielzeit für einen Dreier gesorgt, doch sein Kopfball wurde nach feiner Ramaj-Flanke von einem Offenbacher noch abgewehrt.


Pressekonferenz in Offenbach. Foto: Burg.
Fazit nach dieser doch recht unterhaltsamen Partie ist, Aue scheint für die restlichen 37 Punktspiele gut gerüstet und hinterließ insgesamt einen guten Eindruck. Kapitän Tomasz Kos: „Wichtig war am 1. Spieltag zu punkten und das ist uns gelungen“. Für Trainer Rico Schmitt, dessen Stimme ob des Spielverlaufes etwas gelitten hatte, muss jetzt im kommenden Heimspiel gegen Ingolstadt am kommenden Dienstag (Anstoß 18.30 Uhr) die Mannschaft spielerisch zulegen und konsequenter nach vorne spielen. Dann sollte es gegen den Zweitligaabsteiger auch eine erfolgreiche Premiere vor heimischen Publikum geben. (burg)


Kickers Offenbach: Robert Wulnikowski - Alexander Huber, Marko Kopilas, Martin Hysky, Maik Schutzbach - Stefan Zinnow (84. Nils Teixeira), Steffen Haas, Christian Fröhlich (19. Sebastian Rode), Christian Pospischil (70. Nils Pfingsten-Reddig) - Mirnes Mesic, Marius Laux; Trainer: Hans-Jürgen Boysen


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil, Tomasz Kos, Thomas Paulus, Sven Schaffrath (46. Nico Klotz) - Jan Hochscheidt, Marco Stark, Marc Hensel, Daniyel Cimen (63. Manuel Hiemer) - Alban Ramaj, Najeh Braham (88. Sebastian Glasner); Trainer: Rico Schmitt


Tore: Fehlanzeige


Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)


Zuschauer: 7786 im Stadion Bieberer Berg Offenbach


Gelbe Karte: Marius Laux / Sven Schaffrath, Marc Hensel, René Klingbeil, Najeh Braham


Rote Karte: Mirnes Mesic (72., Unsportlichkeit) / -