Spielberichte
11. Spieltag, 27.09.2009

2

:

3

Stadion an der Grünwalder Straße, Sonntag 27. September 2009
(Kick off 14.00 Uhr)


Die Veilchen holen sich Auswärtssieg und belohnen Geburtstagskind mit 3 Punkten

Mit 3 Punkten im Gepäck kehrten die Fußballer vom FC Erzgebirge Aue vom Auswärtsspiel aus München zurück ins Erzgebirge. Am meisten freute sich Aues Trainer Rico Schmitt über den Sieg, feierte er doch am Spieltag seinen 41. Geburtstag. „Die Mannschaft machte mir mit dem Sieg heute ein schönes Geburtstagsgeschenk. Sekt oder Blumen will ich nicht haben, mir reichen die drei Punkte“, so ein freudestrahlender Coach nach dem Spiel. Wie schon 5 Monate zuvor sahen die Zuschauer 5 Tore und „Ein tolles Spiel. Hier war alles drin hatte, was Fußball so interessant macht“, urteilte Bayerns-Trainer Mehmet Scholl nach dem Spiel.
Die Veilchen begannen in unveränderter Anfangs-Aufstellung wie beim
3-1 Sieg gegen Sandhausen. Zaghaftes Klatschen der einheimischen Zuschauer bei der Bekanntgabe, das mit der Nummer 44 Luca Toni aufläuft. Schon nach 38 Sekunden setzte Rieß eine erste Duftmarke für die Hausherren. Sein Schuss ging zwar links am Auer Gehäuse vorbei, war aber nicht ungefährlich. Gleich der erste gefährliche Angriff der Gäste führte zum 0-1. Braham (9.) stand einfach da, wo ein Torjäger stehen muss. Aus kürzester Entfernung donnert er, die präzise Eingabe von Klingbeil, hoch in den Kasten. Die Bayern jedoch unbeeindruckt vom Rückstand. Alaba (12.) knallt einen Freistoß aus ca. 25 Meter an die Unterkannte des FCE-Tores. Glück für die Gäste, der Ball soll laut vieler Augenzeugen, inklusive auch Mehmet Scholl, drin gewesen sein. Die Bayern bleiben weiter am Drücker. Der freistehende Sene (13.) wird beim Schussversuch geblockt und Ekici (18.) prüft Männel. Das Spiel wird immer interessanter und Aue muss auf der Hut sein. Eigene Chancen eher spärlich. Bei einen Hochscheidt Freistoß kommt Braham (15.) um Millimeter zu spät. Der Ausgleich nach 36 Minuten hatte sich ein klein wenig angekündigt. Luca Toni kann eine Flanke sehr gut per Kopf auf Ekici ablegen und der ebenfalls per Kopf platziert ins linke Dreiangel trifft. Dies war auch die beste Aktion vom italienischen Weltmeister, der ansonsten fast, aufgrund seiner Größe, jedes Kopfballduell gewann, aber abwechselnd von Paulus und Kos gut in Schach gehalten wurde. Die Gastgeber jetzt dominanter. Der sehr auffällig spielende Ekici (40.) zwingt Männel zu einer Parade. In dieser Phase, als die knapp 800 Auer Schlachtenbummler durchaus mit einem 1-1 Pausenstand zufrieden gewesen wären, gelingt Klotz (41.) das 1-2 . Vorausgegangen war wieder ein Geniestreich von Curri. Dafür gabs ein Sonderlob vom Trainer. „Genial Curris Vorbereitung“. Ein feiner Diagonalpass, noch aus der eigenen Hälfte geschlagen, fällt genau auf die Brust von Klotz der ganz cool bleibt und freistehend vor Kraft einschiebt. Paulus hätte in der Nachspielzeit fast noch das 1-3 gemacht, doch seine Freistoß-Rakete streicht knapp übers Münchener Gehäuse.

Blick ins altehrwürdige Grünwalder Stadion vor dem Anstoß. Foto: Burg

Nachdem beide Mannschaften wieder aus der Umkleidekabine zurückgekommen waren, stand Luca Toni immer noch auf dem Platz und die Bayern blieben die aktivere Elf. Aue ließ die Hausherren gewähren ohne selber was für den eigenen Angriff zu tun. Es dauerte aber bis zur 64. Minute ehe wieder was nennenswertes passierte. Sene vernaschte Schaffrath, seine Eingabe kam zum völlig freistehenden Kuru der den Ball mit dem Knie, zum Glück für Männel, knapp neben das Tor setzte. Als nach 69 Minuten Luca Toni den Platz verlässt, ging ein Aufatmen durch den Gästeblock. Aue stellte seine Angriffsbemühungen fast ein, aber nur fast. Bei einem Konter bedient Kos mustergültig Klotz (73.) auf der rechten Seite. Obwohl Ramaj auch mitläuft und für einen Querpass zur Stelle gewesen wäre, macht es der Schwabe aber selber und erzielt abgebrüht sein 2. Saisontor. Eine fast 100 Prozentige Chancenverwertung. Die Bayern geben sich aber noch nicht geschlagen. Der für Luca Toni eingewechselte Sikorski (75.) lässt Kos und Schaffrath stehen und schiebt den Ball knapp links am Pfosten vorbei. Und eine Minute später liegt der Ball dann doch im Tor von Männel. Wutentbrannt stürmt der aus seinen Kasten. Er kann nicht verstehen warum Torschütze Yilmaz und auch seine Mitspieler einfach weiterspielen, als der kurz zuvor eingewechselte Cimen sich mit Schmerzen am Boden wälzt. Bei einen unglücklichen Pressschlag mit Ekici zog er sich einen Bänder- und Kapselriss im linken Sprunggelenk zu. Das Spiel steht jetzt auf Messers Schneide. Sikorski (82.) verschafft sich im Auer Strafraum mit einem Schwenk ein gute Schussposition, scheitert aber an Männel. In der zweiten Minute der Nachspielzeit gibt der Schiedsrichter nach einer Schubserei Ramaj die Gelb-Rote Karte und Yilmaz glatt Rot. Ramaj sah vorher in der 85. Minute den gelben Karton. Auch Braham fällt für das Regensburg-Spiel aus, er kassierte seine 5. Gelbe Karte.

Bayerns Trainer Mehmet Scholl entschuldigte sich in der Pressekonferenz für die Szene kurz vor dem Anschlusstreffer. „Es tut uns leid, das der Spieler den Ball da nicht ins Aus schoss“ und fügte hinzu. „am Schiedsrichter hat es heute nicht gelegen. Wir haben heute wieder ganz einfache Fehler gemacht. Es muss doch auch mal zu einen Sieg reichen, wenn man schon 2 Tore zu Hause schießt“. Rico Schmitt sah das die eigene Mannschaft in der 2. Halbzeit viel zu wenig gemacht hatte. „Das 2-3 hat das Spiel nochmal interessant gemacht. Am Ende war es nur ein Arbeitssieg von uns“. (burg)


Pressekonfernez in München. Foto: Burg


FC Bayern München II:
Kraft - Saba, Rieß, Schütz, Contento (46. Kuru) - Schwarz, Baumjohann, Alaba, Ekici - Sene (68. Yilmaz), Toni (69. Sikorski)

FC Erzgebirge Aue:
Männel – Klingbeil, Kos, Paulus, Schaffrath – Curri (75. Cimen/78. Stark), Hensel, Hochscheidt, Klotz (89. Le Beau) - Braham, Ramaj

Tore: 0:1 Braham (9.), 1:1 Ekici (36.), 1:2 Klotz (41.), 1:3 Klotz (73.), 2:3 Yilmaz (76.)

Gelbe Karten: Rieß (41.), Kuru (77.) – Kos (27.), Braham (77.), Ramaj (85.)

rote Karte: Yilmaz/Bayern (90. + 2/Tätlichkeit)

gelb-rote Karte: Ramaj/Aue (90. + 2 )

Zuschauer: 1.135 (knapp 800 Auer Schlachtenbummler)

Schiedsrichter: Dr. Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld)