Spielberichte
16. Spieltag, 07.11.2009

2

:

1

Holstein-Stadion, Sonnabend 07. November 2009
(Kick off 14.00 Uhr)


Aue in Kiel ausgekontert

Mit einer 1-2 Niederlage kehrte der FC Erzgebirge Aue vom längsten Auswärtstrip der Saison zurück in die Heimat. Der unmittelbare Kontakt zu den beiden Aufstiegsplätze ist erst einmal abgerissen. Aus den letzten Drei Spielen in der Liga holten die Veilchen nur einen mageren Punkt. Mitte Oktober, nach den 2-0 Heimsieg gegen Erfurt, kam schon Euphorie auf, doch damals warnte Trainer Schmitt auch vor schlechte Zeiten die jetzt da sind: „In der Liga geht es ganz schnell das man auch mal 4 Spiele in Folge verliert“, sagte er in der Pressekonferenz nach dem Erfurt-Spiel.
Zurück zum Spiel in Kiel. Verwunderung beim mitgereisten Veilchenanhang beim Anstoß. Ramaj als einzigste Spitze. Braham und Glasner saßen beide nur auf der Auswechselbank.

Spielszene aus der 2. Halbzeit. Foto: Burg

Der Tabellensiebzehnte, der unter seinen neuen Trainer Christian Wück immer noch auf seinen ersten Sieg wartete, begann mit viel Druck nach vorn und band die Auer mit Abwehraufgaben. Vieles lief über die rechte Abwehseite der Auer, wo Le Beau unübersehbar sofort Probleme mit dem quirligen und wendigen Meyer hatte. Der Mittelfeldspieler der Kieler sorgte auch schon nach 6 Minuten für die erste Chance aus spitzen Winkel. Männel war aber auf dem Posten. Im Gegenzug hat Hensel (7.), von Ramaj in Szene gesetzt, den ersten Aufreger, doch sein Schuss geht am langen Pfosten vorbei. Hensel von Schmitt mit allen Freiheiten ausgestattet, schaltet sich in fast jeden Angriff mit ein. Nachdem Meyer wieder über links durchbrach, konnte Hiemer den folgenden Schuss von Jerat (9.) klären. Erst nach 20 Minuten konnten sich die Gäste stabilisieren und der Kieler Angriffelan erlahmte etwas. Hensel (22.) hatte die große Chance seine Farben in Führung zu schießen. Doch alleine vor Müller und Torwart Henzler verließen ihn die Nerven und in der Mitte lauerte der einschussbereite Ramaj am Fünfmetereck. In dieser Phase gehen die Hausherren in Führung. Kos kann eine Eingabe nur bis Lamprecht abwehren und der hält einfach mal drauf. Holt (28.) fälscht den Ball unhaltbar für Männel ins Tor ab. Trainer Schmitt: „Sie haben es uns vorgemacht wie man es macht, einfach mal aufs Tor schießen“. Danach spielen die Kieler diszipliniert weiter und warten ab was die Gäste machen. Bei diesen schleichen sich immer wieder Ungenauigkeiten im Spielaufbau ein. Sie waren bemüht keine Frage, doch nur noch einmal tauchen sie gefährlich vorm gegnerischen Tor auf, als Hochscheidt einen Freistoß nach vorne schlägt und der aufgerückte Klingbeil (40.) per Kopf verzieht. Kiel lauerte im Prinzip nur auf die Fehler der Auer. Männel lässt einen Freistoß von Jerat (32.) nach vorne prallen, Hensel klärt. Und als der Auer Keeper bei einem Eckball (45.) nicht herankommt, bereinigt Klingbeil die brenzlige Situation.

Der Auer Bus am Stadion nach dem Spiel. Foto: Burg

In der Halbzeitpause setzt Schmitt nach eigenen Aussagen alles auf eine Karte und bringt Braham als 2. Stürmer. Le Beau muss dafür weichen. Die Veilchen jetzt nur noch mit einer Dreierabwehr-Kette. Braham (49.) hatte auch gleich eine halbe Chance mit einen Schuss aus der Drehung. Nach einer Stunde wurden die Gäste immer Kombinationssicherer und erhöhten stetig den Druck. Hensel (60.) probierte es aus der 2. Reihe. Der Ball landet aber in die Arme von Henzler. In dieser Phase schlug Kiel ein zweites mal eiskalt zu. Jürgensen bediente von links Wulff (61.) in der Mitte und der spitzelte den Ball Männel durch Arme und Beine. Der Rettungsversuch von Klingbeil kam zu spät. Die Moral der Veilchen blieb nach diesen zweiten Genickschlag intakt. Sie probierten alles fanden aber keine Lücke in der Kieler Verteidigung. Schmitt brachte mit Agyemang und Glasner weitere zwei Stürmer. Kiel wartete wie im ersten Durchgang wieder auf die Fehler vom Gegner. Nur Jerat (86.) schoss mal auf Tor, ansonsten spielte nur Aue. Als die ca. 280 mitgereisten Auer Schlachtenbummler sich schon mit der Niederlage abgefunden hatten, belohnte sie Glasner (89.) mit einem sehenswerten Hackentor. Curri, von Kos angespielt, leistete die Vorarbeit von rechts. Danach überschlugen sich die Ereignissse. Kos schlug einen Freistoß aus der eigenen Hälfte hoch vors Holstein-Tor und plötzlich lag der Ball zum zweiten Mal im gegnerischen Tor. Sechs Sekunden waren in der Nachspielzeit abgelaufen, doch der Jubel der Gästefans erstarrte jäh. Agyemang hatte in einer unübersichtlichen Situation am schnellsten gehandelt und den springenden Ball zurück auf Ramaj gelegt der ihn ins leere Tor schob. Danach folgten wütende Proteste der Gäste. Doch alles reklamieren half nichts – Schiedsrichter Seidel verwehrte dem Tor die Anerkennung.
„Kiel kann sich bei denen da oben bedanken“, ließ Trainer Schmitt seinen Unmut in der Pressekonferenz freien Lauf. Kurz zuvor holte er sich bei den Leuten vom TV die Gewissheit das der Ausgleichstreffer regulär war. Kollege Christian Wück versuchte ihn zu trösten: „Das gleicht sich im Laufe einer Saison wieder aus. Unser Sieg war verdient, weil wir mehr investierten und mutiger waren“. Das es bei Aue noch nicht zu einer Spitzenmannschaft reicht hat man deutlich gesehen. (burg)


Pressekonferenz in Kiel. "Das es zu einer Spitzenmannschaft nicht reicht, hat man gesehen. Wir sind froh, das wir 25 Punkte haben, die kann uns keiner wegnehmen", sagte Aues Trainer Rico Schmitt. Foto: Burg

Holstein Kiel: Henzler - Müller, Schulz, Jürgensen, Schyrba - , Lamprecht (79. Vujcic) Jerat, Meyer (56. Nagel), Nouri (86. Brückner) - Wulff, Holt

FC Erzgebirge Aue: Männel - Le Beau (46. Braham), Kos, Paulus, Klingbeil - Hensel, Hochscheidt (82. Glasner) - Hiemer, Müller (63. Agyemang), Curri - Ramaj

Schiedesrichter: Jan Seidel (Hennigsdorf)

Zuschauer: 4.011 (davon ca. 280 Auer Schlachtenbummler)

Torefolge: 1:0 Holt (28.), 2:0 Wulff (61.), 2:1 Glasner (89.)

Gelbe Karten: Schyrba (69.), Wulff (78.), Curri (31.), Paulus (78.), Ramaj (90. + 1)