Spielberichte
21. Spieltag, 19.12.2009

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TUJA-Stadion, Sonnabend 19. Dezember 2009
(Kick off 14.00 Uhr)


FCE rutscht in Ingolstadt böse aus – 5 Gegentor bei minus 12 Grad Celcius

Der FC Ingolstadt ist derzeit das Maß aller Dinge in der 3. Liga. Dies musste auch der FC Erzgebirge Aue am Samstag schmerzlich zur Kenntnis nehmen. Liebäugelte man mindestens mit einem Punkt, so trat man mit einer verdienten 1-5 Niederlage aus dem bitterkalten Ingolstadt, die Heimreise an und überwintert trotz des insgeheim gewünschten Sprunges an die Tabellenspitze auf einem immer noch gutem 4. Platz.

TUJA-Stadion in Ingolstadt mit gewöhnungsbedürftiger Architektur. Foto: Burg

Die Bespielbarkeit des Platzes war an der Grenze der Zumutbarkeit, denn viele fleißige Helfer hatten am Samstagmorgen ab acht Uhr dafür gesorgt, dass der Rasen komplett und die Ränge des TUJA Stadions weitgehend vom Schnee befreit wurden. Die vorhandene Rasenheizung war erst gar nicht im Betrieb, da sie in der 3. Liga nicht Pflicht ist.
Wie dem auch sei, der Gastgeber stellte sich auf diese widrigen Bedingungen, bei immerhin minus 12ºC, von der ersten Minute an viel besser ein, als die ganz in lila spielenden Gäste. Schon nach 6 Minuten drückte sich das im Ergebnis nieder. Leitl bringt Hartmann in aussichtsreicher Schussposition, Männel kann den Ball nicht festhalten und Buchner staubt zum 1-0 für die Gastgeber ab. Schon das 40. Saisontor für die Ingolstädter! Die nun noch selbstbewussteren „Schanzer“ wollten gleich noch einmal nachlegen, doch Fink (13.) alleine auf Männel zulaufend, scheitert am Auer Torwart. Erst danach konnte sich die Gäste stabilisieren und erreichten zumindest Gleichwertigkeit. Doch wiedereinmal, wie schon in den 3 Auswärtsspielen zuvor, fehlte die Durchschlagskraft vorne, oder wie es der Trainer monierte: „wir haben es wieder viel zu kompliziert gemacht“. Im Grunde konnten nur Curri und Klotz für Gefahr sorgen. Die beiden Spieler in Reihen der Gäste hatten ohne Zweifel den besten Stand auf den glatten und hartem Untergrund. Zweimal zwang Klotz (17. und 24.) Lutz im Ingolstädter Tor zu zwei Paraden, doch das war schon alles in Sachen Veilchen-Offensive. Auch bei Standard Situationen war ihnen das Glück nicht hold. Nach einem Curri-Freistoss köpfte Hensel (30.), per Hinterkopf, das Leder aufs Tornetz. Auch bei weiteren Standard Möglichkeiten hatten die Gäste kein Schuss-Glück. Weder Paulus (11.), Kos (19.) noch Curri (42.) hatten bei ihren Freistößen Erfolg.

Nach dem warmen Pausentee kamen die Gäste nun zielstrebiger aus der Kabine. In ihrer besten Szene köpft Hensel (52.), nach Hochscheidt Eingabe, in aussichtsreicher Position Leitl an. Es blieb bei einem 10-minütigen Strohfeuer und Gastgeber Ingolstadt stellte mit dem 2-0 nach gut einer Stunde die Zeichen endgültig auf Sieg. Klingbeil geht viel zu lasch in einem Zweikampf und Hartmann sagt danke. Zwar konnte Männel seinen ersten Schuss noch parieren, war beim Nachschuss aber machtlos. Danach ging für die Veilchen so gut wie nichts mehr, vieles blieb schon im Ansatz stecken. Zwar wollte Trainer Schmitt nochmal alles riskieren, nahm Le Beau hinten aus der Abwehr raus und brachte mit Ramaj (70.) einen weiteren Offensivspieler, doch der Schuss ging nach hinten los. Gnadenlos nutzen und erkannten die Platzbesitzer nun die Lücken in der Auer Abwehr aus. Hartmann (72.) und Leitl (77.) liefen jeweils alleine auf Männel zu und verwandelten zum 3-0 bzw. 4-0. Das war für einige der über 1.300 mitgereisten Auer Schlachtenbummler dann doch zuviel, enttäuscht verließen sie das (Eis)-Stadion und verpassten das immerhin sehenswerte Ehrentor vom eingewechselten Agyemang (82.). Nach weitem Schlag von Paulus an die Strafraumgrenze setzte er sich gekonnt gegen immerhin 3 Gegenspieler durch. In der Nachspielzeit stellte Ingolstadt den alten Abstand aber wieder her. Paulus hatte sich im Laufduell bei Buchener eingehackt und ihm im Strafraum zu Boden gerissen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Leitl zum 5-1 Endstand. Schiri Ittrich pfeift die Partie gar nicht mehr an.

Trainer Rico Schmitt: „Der eine oder andere von uns war überrascht über die Bodenverhältnisse hier, das werden wir nochmal auswerten müssen“. Nachdenklich fügte er hinzu: „Wir sind noch nicht so gut, wie manche denken uns zu sehen“.

Am 30. Januar 2010 hat der FC Erzgebirge Gelegenheit sich für diese Niederlage zu rehabilitieren. Im heimischen Erzgebirgsstadion empfängt das Team von Rico Schmitt die SpVgg Unterhaching zum Wiederauftakt in der 3. Liga nach der Winterpause. (Burg)



Pressekonferenz in Ingolstadt. "Der FC Ingolstadt ist von der Besetzung her das beste in der 3. Liga. Wir wollten mindestens einen Punkt holen", Trainer Rico Schmitt (links). Foto: Burg

FC Ingolstadt 04: Lutz – Keidel, Pisot, Ruprecht, Fink - Karl (34. Metzelder), Bambara (80. Buch), Leitl, Buchner - Hartmann, Wohlfarth (75. Demir)

FC Erzgebirge Aue: Männel - Le Beau (70. Ramaj), Kos, Paulus, Klingbeil - Hensel, Curri, Klotz (87. Müller), Hochscheidt - Braham, Glasner (80. Agyemang)

Schiedsrichter: Patrick Ittrich (Hamburg)

Zuschauer: 3.502

Tore: 1:0 Buchner (6.), 2:0 Hartmann (59.), 3:0 Hartmann (72.), 4:0 Leitl (77.), 4:1 Agyemang (82.), 5:1 Leitl (90. +2 Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Leitl (27.), Keidel (29.), Pisot (48.), Metzelder (49.) - Klotz (62.)