Spielberichte
30. Spieltag, 27.03.2010

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Erzgebirgsstadion, Sonnabend 27. März 2010
(Kick off 14.00 Uhr)


Aue gewinnt gegen spielstarke Bayern – Männel bleibt im 6. Spiel in Folge ohne Gegentor


In einer nie langweiligen und sehr unterhaltsamen 3. Liga-Partie gewannen die Auer Veilchen ihr Heimspiel gegen die spielstarken Bayern. Schon vor Wochen wies Rico Schmitt darauf hin das jeder Spieler noch wichtig werden kann und gebraucht wird. Dieser Umstand zeichnet das Team z. Zeit in positiver Hinsicht aus. Diverse Sperren und Verletzungen werden von der Mannschaft Klasse weggesteckt. Für den Auer-Trainer kroch die Mannschaft die letzte Halbe Stunde gegen die Bayern auf ihr Zahnfleisch: „Es war ein ganz schweres Spiel von uns, denn wir haben am Limit gespielt. Wir müssen sehen wie wir das kompensieren und den Kader regenerieren, vor den 3 schweren Auswärtsspielen in Regensburg, Erfurt und Stuttgart“. Zeit zum durchatmen bleibt da keine, denn es folgen nach diesen 3 Spielen weitere 3 englische Wochen für die Auer.

Aue brannte in den ersten 15 Spielminuten ein Feuerwerk ab, das die Zuschauer mit Beifall-Klatschen kaum hinterherkamen. Müller knüpfte nahtlos an seine gute Leistung gegen Dynamo an und setzte gleich mit einem (berechtigten) Abseitstor (7.) und einem anschließenden Solo mit Torschuss (8.), den Riedmüller halten konnte, gleich mal zwei Duftmarken. Weiter ging es ohne Atempause über die linke Seite wo Ramaj (10.) in der Mitte Glasner bedienen wollte, doch Schwarz im letzten Moment zur Ecke klären konnte. Diese köpfte Klingbeil (11.) platziert aufs Bayern Tor, doch Riedmüller verhinderte mit Glanzparade die Führung der Gastgeber. Aue sprühte nur so vor Spiellaune, ließ schön den Ball laufen und Agymang schwang sich zum Ballverteiler auf. Erst nach knapp 20 Minuten legten sie eine Verschnaufpause ein. Jetzt zeigte die gut ausgebildete Mannschaft von Mehmet Scholl das sie auch Fußball spielen konnte. Sikorski hatte gleich zwei aussichtsreiche Schusspositionen (19. und 20.) aber auch kein Glück im Abschluss. In den letzten 10 Minuten des ersten Durchgangs kamen aber noch einmal die Gastgeber. Bei Agyemang´s Abstauber Tor (36.) standen gleich 3 Spieler im Abseits. Nur eine Minute später dann die Führung durch Glasner. Er bereitete praktisch sein Tor mit einem Kopfballabspiel auf Agyemang selber vor, der dann gleich 2 Münchener im Strafraum band und den Ball für Glasner überließ, der diesen mit einem Knallbonbon unter die Latte setzte. Das Tor kam in dieser Phase fast einer Erlösung gleich, erklärte der Trainer nach dem Spiel. Kos hätte in der zweiten Minute der Nachspielzeit fast noch zum 2-0 getroffen, doch wieder war Riedmüller mit einer Glanzparade zur Stelle.

Zur Halbzeit blieb der starke Agyemang in der Kabine, weil die rechte Wade Probleme bereitete. Für ihn kam Curri, sein 1. Spiel nach der Schulterverletzung aus dem Spiel gegen Wuppertal Ende Februar. Der zweite Durchgang begann wie der erste aufhörte, Aue blieb am Drücker. Beim schönen Hinterhaltschuss von Hensel (52.) sprangen viele Zuschauer schon auf, doch der Ball rasierte nur das Quergebälk. Klingbeil (55.) wollte es ihm gleichtun, verzog aber um einige Meter. Es ging aber auch ohne Gewalt als Müller an der Strafraumgrenze schön Ramaj (56.) freispielte, Riedmüller bekam gerade noch so seine Hand an den Schuss. Im Anschluss dieser Szene verfehlte Curri mit einem Heber von links ganz knapp das rechte Tordreieick.
Die Münchener gaben sich aber in keiner Phase des Spiels geschlagen. Den ersten richtigen Schuss aufs Tor von Sikorski (62.), zeigte Männel auf den Posten. Nach 64 Minuten stand das Erzgebirgsstadion Kopf. Ramaj traf per Fallrückzieher zum 2-0. „Ich bin schon einen Schritt zu weit vorne als ich merkte der Ball fällt in meinen Rücken, da dachte ich mir jetzt oder nie“, schilderte der freudestrahlende Torschütze diese Szene. Aue schlug eiskalt zu als Ekici im schnellen Umkehrspiel ein fataler Fehlpass auf Müller unterlief. Müller setzte Curri ein und der legte den Ball in die berühmte Gasse auf Hensel, dessen Eingabe Riedmüller zwar mit dem Fuß klären konnte aber zum Leidwesen so abgefälscht wurde woraus das Tor entstand. Hensel hätte Drei Minuten später noch eins drauflegen können, aber wieder war Riedmüller zur Stelle. In den letzten 20 Minuten zollte Aue sein Tempo Tribut und Bayern kam jetzt fast mit Dauerbelagerung permanent vor Auer Tor. „Kompliment an meine Mannschaft, die nie aufgehört hat Fußball zu spielen. Leider waren wir im Abschluss zu schwach“, resümierte Scholl nach dem Spiel. Der eingewechselte Sansone hätte es noch einmal spannend machen können, doch sein Torschuss (77.) aus völlig freier Position ging in den 2. Stock. Auch Ekici (85.) kam noch einmal zum Schuss, aber Männel hielt sicher, der insgesamt kaum beschäftigt war aber zur Stelle war wenn es notwendig war. Aue jetzt nur noch in der Konterposition. In der 90. Minute lief Ramaj alleine auf Riedmüller zu, suchte aber zu zeitig den Abschluss. Davor war sein Querpass (83.) auf Glasner zu ungenau. (Burg)

Aue: Männel – Le Beau, Kos, Paulus, Klingbeil – Hensel – Klotz (70. Gambo), Müller (86. Wemmer), Ramaj – Agyemang (46. Curri), Glasner

München II: Riedmüller – Stierle, Schwarz, Haas, Kopplin – Schütz (70. Sansone), Knasmüller, Sikorski, Ekici – Sene, Yilmaz

Schiedsrichter: Dr. Manuel Kunzmann (Bad Hersfeld)

Zuschauer:7.300

Tore: 1-0 Glasner (37.), 2-0 Ramaj (64.)

Gelbe Karten: Keine


"Glückwunsch zur Spielweise wie Aue uns besiegt hat heute", sagte Bayern-Trainer Mehmet Scholl (links) in der Pressekonferenz. Foto: Burg