Spielberichte
31. Spieltag, 30.03.2010

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Jahnstadion, Dienstag 30. März 2010
(Kick off 18.30 Uhr)


Serie gerissen – Aue verliert beim Jahn mit 1-2


Am Dienstag-Abend rissen bei der 1-2 Niederlage im Regensburger Jahn-Stadion gleich zwei Serien der Auer Veilchen. Zum einen die Ungeschlagen-Serie von zuletzt 6 Spiele in Folge und die von Martin Männel im Tor. Nach 569 langen Minuten schlug es wieder in seinem Kasten ein. Am Liga-Rekord von Robert Wulnikowski (Offenbach) fehlten somit 38 Minuten. Insgesamt war es eine verdiente Niederlage. Trainer Rico Schmitt redete auch nach dem verlorenen Spiel nicht lange drum rum: „Schade das wir unsere Serie so hergeben mussten, aber heute fehlte etwas. Das zündende war einfach nicht da“. Die Auer konnten nach den letzten erfolgreichen Spielen, insbesondere zuhause, ihre Batterien nicht ganz aufladen wie es Schmitt beschrieb, „Regensburg schaffte das wohl besser wie wir und waren somit auch geistig klar im Vorteil“.

Vor dem Anstoß - Eingang an der Prüfeninger Strasse. Foto: Burg

Eine Hiobsbotschaft gab es vor dem Spiel: Marc Hensel fiel mit einem Magen-Darm Infekt aus. Für ihn kam Marco Stark in die Mannschaft. Beide Mannschaften begannen verhalten. Kos hatte die Chance zur Führung. Nach einem Eckball von Hochscheidt reagiert er am schnellsten, doch sein Direktschuss aus 10 Meter geht über den Kasten von Regensburg. Im Laufe der 1. Halbzeit wird Aue viel zu sorglos hinten in der Abwehr, spielt geradezu lethargisch. Regensburg, das immerhin auf 6 Stammkräfte verzichten musste, spielte einen schnörkellosen und einfachen Fußball. Als Kreis nach 14 Minuten zum ersten Mal auf links durchbricht schießt er zum Glück für die Gäste einen eigenen Mann an. Männel ist bei der Eingabe von Stoilov zur Stelle (16.) und hat Glück als Haller (22.) nur Klingbeil anschießt. In der 27. Minute oder nach insgesamt 569 torlosen Männel-Minuten war es dann so weit. Reichwein traf völlig freistehend per Kopf am langen Pfosten stehend mühelos zum 1-0 für den Jahn. Shynder, schön von Stoilov auf der linken Seite geschickt, hatte die komplette Abwehr inklusive Männel überflankt. Die Führung lag zu diesen Zeitpunkt auch irgendwie in der Luft. Schade das im Gegenzug ein vermeintliches Tor von Jan Hochscheidt (Schön in den rechten Winkel!) nicht anerkannt wurde, weil Schiedsrichter Martin Petersen ein Handspiel beim Torschützen gesehen haben will. War im TV aber als korrektes Tor zu sehen. Danach hatte Aue keine weitere Antwort parat. Viel zu egoistisch und harmlos, legte Trainer Schmitt schonungslos den Finger in die Wunde der Gäste. Insgesamt war das Niveau der Partie in dieser Phase dürftig und ohne Tempo von beiden Seiten. Regensburg traf durch Hagmann (37.) nur das Außennetz. Ramaj schaffte fünf Minuten vor dem Wechsel den ersten echten Torschuss, den Sattelmaier halten musste.

Anstoß zur 2. Halbzeit. Foto: Burg

Aus der Kabine kamen die Gäste etwas aggressiver und lebhafter aus der Kabine. Man spielte jetzt aufs legendäre „Juskowiak Tor“ nebst gut gefüllter Gästekurve. Bemerkenswert für einen Dienstag-Abend der 900 Mann-Gäste Support. Regensburg spielte für ihre Verhältnisse tollen Fußball und hatte einige 100% Chancen. Einzig Männel war es zu verdanken, der seine Kameraden noch bis zur 77. Minute im Spiel hielt. Davor konnte er sein Können gegen Haller (55. und 68.) beweisen. Bei der Chance in de 55. Minute wurde er zudem noch von Kos gefordert, als er seinen Kopfball! Aus Nahdistanz geistesgegenwärtig noch abwehren konnte. Hoffnung keimte noch einmal auf, als Curri für Agyemang kam, der überhaupt nicht zu sehen war. Curri versuchte jetzt das Auer Spiel mit seinen Solos anzukurbeln. Hätte auch fast geklappt in der 66. Minute. Glasner setzte seinen Freistoß jedoch neben den Kasten. Trotzdem schlichen sich immer wieder Ungenauigkeiten im Aufbauspiel ein. Höhepunkt war Stark in der 71. Minute. Völlig freistehend brachte er es fertig eine Eingabe hinters Tor zu zirkeln. Stark war es auch der in keinster Weise die Lücke von Hensel schließen konnte.

Die schon erwähnte 77 Minute brachte die Entscheidung im Spiel. Stoilovs Schuss wurde noch abgewehrt und Torschütze Erfen spielte einen simplen Doppelpass mit Haller um den Ball anschließend ins Tor zu knallen. Die Abwehr war offen wie das berühmte Scheunentor. Die Gäste hatten in der Schlussphase nichts mehr zu zusetzen. Wenn Männel nicht so klasse reagiert hätte gegen Shynder (82.) und Haller (86.), es hätte ein Debakel geben können für den Tabellenvierten. Schmitt brachte zwar noch Wemmer (81.) und Sonntag (85.). Wemmer hatte sogar noch eine Torschuß-Chance (88.). Als alles schon mit dem Schlusspfiff rechnete, setzte Curri zu einen Solo an. Sattelmaier holte ihn im Strafraum von den Beinen. Curri verwandelte 15 Sekunden vor Ablauf der regulären Spielzeit selber. Das Erste Auswärtstor 2010 war nur noch ein schwacher Trost. Schiedsrichter Petersen zeigte 2 Minuten an und Aue warf wie schon in Kiel alles nach vorn. Müller (90. +1) hatte noch eine 16 Meter Schussgelegenheit, aber der Ball war keine Gefahr für Sattelmaier. Insgesamt geht der Sieg von Regensburg voll in Ordnung.

„Aue hatte uns fast immer den Schneid abgekauft, deshalb hatten wir schon einen gewissen Respekt vor ihnen. Der Sieg war für uns heute unheimlich wichtig. Wir hätten schon viel eher das 2-0 machen müssen, weil wir sehr gute Szenen hatten“, meinte Markus Weinzierl Trainer vom Jahn nach dem Spiel.

Rico Schmitt fasste zusammen: „Klar wollten wir heute die 50 Punkte Schallmauer durchbrechen. In den erste 20 Minute hat uns die Präzision gefehlt gegen die kompakte Jahn-Abwehr. Im Zuspiel waren wir viel zu egoistisch. Das Aufflackern in der Nachspielzeit war zu wenig.“. (burg)

SSV Jahn Regensburg: Sattelmaier - Erfen, Hagmann, Hörnig, Binder - Haller, Zellner, Kreis, Shynder - Stoilov, Reichwein (89. J. Schmid)

FC Erzgebirge Aue: Männel - Le Beau (81. Wemmer), Kos, Paulus, Klingbeil - Stark - Hochscheidt, Ramaj, Müller - Agyemang (58. Curri), Glasner (85. Sonntag)

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Zuschauer: 2.913 (davon 900 Auer|Quelle Jahn Regensburg-Ticketservice)

Tore: 1-0 Reichwein (27.), 2-0 Erfen (77.), 2-1 Curri (90. Foulelfmeter)
Gelbe Karten: Stoilov (52.), Haller (63.), Erfen (70.)

Pressekonferenz in Regensburg. Foto: Burg