Spielberichte
1. Spieltag, 21.08.2010

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Energieteam Arena, Sonnabend 21. August 2010
(Kick off 13.00 Uhr)


Aue mit Last Minute Sieg in Paderborn


Was für ein Auftakt für die Veilchen. Der FC Erzgebirge Aue meldete sich gleich mit einem Sieg zurück in Liga 2. Aues Trainer Rico Schmitt genoß sichtlich diesen 1-0 Auswärtssieg in vollen Zügen: "Wir haben gleich mal eine Duftnote gesetzt in der 2. Liga. Wieder habe ich, wie schon zum Gladbach Spiel, positive Tendenzen in der Mannschaft gesehen. Diesen Weg wollen wir auch nicht mehr verlassen".

Aue begann mit der gleichen Startaufstellung wie zum Pokalspiel eine Woche zuvor gegen Mönchengladbach. Paderborn im Vorjahr als Aufsteiger immerhin Fünfter in der Zweiten Liga, hatte in der ersten halben Stunde viele Ungenauigkeiten im Spielaufbau und brachte die Gästeabwehr kaum in Verlegenheit. Erst nach 23 Minuten schaffte es Alushi mit einer Rechts-Flanke für etwas Gefahr im Strafraum von Aues Keeper Martin Männel zu sorgen. Brandy köpfte in dieser Szene neben das Tor. Mosquera konnte Männel dann nach einer halben Stunde mit dem ersten Torschuss der Paderborner auch nicht wirklich fordern. Aue investierte in dieser Anfangsphase und bei brütender Hitze viel in Laufarbeit, was auch Trainer Schmitt anerkennend hervorhob. Der kleine Curri war in seinem 140. Zweitligaspiel für die Veilchen, der Dreh- und Angelpunkt bei den Gästen. Er beschäftigte mit seinen Dribblings die Paderborner Abwehr und prüfte auch mal Masuch mit einem Hinterhaltschuss nach 18 Minuten. Als die Gäste ihrer starken Laufarbeit etwas Tribut zollen mussten und Paderborn nun endlich druckvoller spielte, verhinderte Curri auf der Torlinie, für seinen schon geschlagenden Torwart, das Führungstor von Mosquera (36.). Im Anschluss an dieser Szene präsentierte sich Männel hellwach und verhinderte sprungstark ein Eigentor von Kapitän René Klingbeil, dem ein Befreiungsschlag total misslang. Zwei Minuten später setzte Brückner einen Flankenball von der rechten Seite aufs Auer Torgebälk. Mit einem torlosen Remis der Kategorie - schnell Vergessen - ging es in die Pause.

Ritual nach dem Spiel vor dem Gästeblock - die gekreuzten Hämmer. Foto: Burg

Unverändert kamen beide Mannschaften aus den Halbzeitkabinen und Gäste-Trainer Schmitt kam sofort nach eigenen Aussagen kurz ins schwitzen. Erst verpasste der freistehende Strohdiek (47.) eine Eingabe von Brückner nur ganz knapp mit dem Kopf und wenig später schob der Kolumbianer Mosquera (50.) denn Ball völlig freistehend vor Männel, völlig unverständlich für den eigenen Anhang, links neben das Tor. Aues Torwart lag in dieser Szene schon am Boden. Danach pegelte sich das Geschehen fast wieder auf dem Niveau der 1. Halbzeit ein. Bei den Gästen aus Aue waren alle bemüht keine Frage, doch das gewisse Etwas fehlte irgendwie im Spiel nach vorn. Hensel (55.), Schlitte (61.) und Curri (73.) bei einem Konter, hatten zwar alle gute Schusschancen, es fehlte jedoch die letzte Konsequenz vorm gegnerischen Tor. Zum Glück ließ hinten die Abwehr so gut wie nichts anbrennen. Fast schon herausragend Adli Lachheb, der kam aus Halle (4. Liga) und spielte einen Klasse-Innenverteidiger mit einem feinem Auge - soll heißen, sein Stellungsspiel war vom feinsten. Als Trainer Schmitt in der 74. Minute frische Kräfte brachte, war auch nötig bei den Sauna-Temperaturen unten auf dem Rasen, ging ein Ruck durch die Mannschaft. Die eingewechselten Neuzugänge Enrico Kern (von Hansa Rostock) und Tobias Kempe (Bremen II) hauchten den Auer Angriffsspiel sofort wieder Leben ein und Aue hatte sofort hochkarätige Chancen. Hochscheidt (75.) setzte einen abgewehrten Ball aus 3 Metern freistehend über den Kasten. Vorausgegangen war ein schöner Seitenwechsel von Schlitte auf Kempe, der mit einem Hechflugkopfball aus spitzen Winkel am Paderborner Torwart Masuch scheiterte. Nur eine Minute später stand Hochscheidt wieder im Blickpunkt, scheitert aber bei einem Konter am herauslaufenden Masuch. Danach kam Wemmer für den angeschlagenen Hochscheidt in die Partie und fügte sich ebenfalls nahtlos ein. Das Spiel hatte binnen kürzester Zeit eine 180 Grad Wendung genommen. Jetzt war es ein Klasse Fight von beiden Mannschaften, denn auch Paderborn wollte sich vor seinen Zuschauern nicht blamieren. Nachdem Hensel (85.) bei einer Kern Ablage zu lange zögerte anstatt den Ball direkt zu nehmen, mussten die 460 mitgereisten Auer Schlachtenbummler noch bange Schlussminuten überstehen. Krause (87.) per Kopf, Alushi (89.) mit einem Fernschuss und wieder Krause (90.) frei vor Männel, kamen noch zu guten Chancen auf Seiten der Paderborner. Die haderten am Ende mit sich selbst: "Diese Niederlage ist ärgerlich für uns, weil wir quasi drum gebettelt haben", meinte ein frusttierter SCP-Trainer Andre Schubert.


Pressekonferenz in Paderborn. "Ich genieße diesen Auswärtssieg, baue aber jetzt schon vor: es werden auch wieder schlechte Zeiten kommen". Aues Trainer Rico Schmitt (rechts). Foto: Burg
In der zweiminüteigen Nachspielzeit holte der erfahrene Kern noch einmal clever einen Eckball für die Veilchen heraus, Kempe trat diese nach innen und le Beau bediente an der Strafraumgrenze den links völlig freistehenden Marc Hensel. Der konnte es nach den Spiel einfach nicht fassen. "Ich bin einfach nur glücklich", sprudelte es aus den Siegtorschützen heraus und fügte hinzu: "Ich bin so stolz auf unsere Mitspieler, weil die alle 100 % und mehr gegeben haben, denn die Hitze war enorm. Beim Zuspiel von Pierre habe ich nur Reflexartig den Fuss hingehalten". (Burg)

SC Paderborn 07: Masuch - Mohr, Wemmer, Strohdiek, Gonther - Krösche, Alushi, Brückner, Guie-Mien (86. Krause) - Mosquera (71. Klotz), Brandy (65. Daghfous)

FC Erzgebirge Aue: Männel - Le Beau, Paulus, Lachheb, Klingbeil - Schröder, Hensel - Schlitte, Hochscheidt (79. Wemmer), Curi (74. Kempe) - Glasner (74. Kern)

Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)

Zuschauer: 6.166 (davon 460 Auer Schlachtenbummler|Quelle: Ticketservice SCP)

Tor: 0-1 Hensel (90+2.)

Gelbe Karten: - / Kempe (76.)