Spielberichte
32. Spieltag, 30.04.2011

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AUDI-Sportpark Ingolstadt, Sonnabend 30. April 2011
(Kick off 13.00 Uhr)





Der neue AUDI-Sportpark in Ingolstadt. Foto: Burg



Nullnummer in Ingolstadt – Veilchen aber mit deutlicher Leistungssteigerung

Torlos trennte sich der FC Erzgebirge Aue vom FC Ingolstadt, der nun bereits seit neun Spielen in der Liga ungeschlagen ist und nach dem Sieg von Paderborn über Osnabrück (1-0) am Freitagabend vorzeitig den Klassenerhalt feiern konnte. Zwar gibt es noch immer leise rechnerische Chancen bei den Veilchen, aber der Traum von der ersten Liga ist so gut wie geplatzt. Zu unrealistisch groß ist der Rückstand auf den Relegationsplatz drei geworden. Trotz des verpassten grossen Zieles wird diese Saison insgesamt positiv bei Spieler und Fans in Erinnerung bleiben: „Mit 53 Punkten kann jeder in Aue in Aue zufrieden sein“, blickte Aues Verteidiger René Klingbeil zurück. Er wurde in Ingolstadt zum tragischen Helden, denn gleich zweimal hatte er für die Veilchen die Führung vor den Augen, traf aber nur jeweils Latte (59.) und Pfosten (73.) des Ingolstädter Tores. Am Ende war das Remis aber leistungsgerecht. Aue spielte 67 Minuten in Unterzahl, weil der Auer Lachheb bereits nach 23 Minuten Gelb-Rot gesehen hatte. Das 0:0 gegen Aue war übrigens die erste Nullnummer in einem Pflichtspiel im neuen Audi-Sportpark.

Kurz vor dem Anstoß. Foto: Burg

Aues Trainer Rico Schmitt wartete in der Startelf einmal mehr mit einer Änderung auf. In der Viererabwehrkette startete statt Stammspieler Le Beau Müller und im Mittelfeld gab er dem schnellen Ramaj den Vorzug vor Kempe.
Das Spiel war im ersten Duschgang über weite Strecken nur ein durchschnittliches Zweitligaspiel. Die Gastgeber waren zwar optisch überlegen, agierten aber viel zu ideenlos, um die Gäste-Defensive wirklich ernsthaft zu gefährden. Nur einmal musste Aues Torwart Männel gegen den frei vor ihm auftauchenden Ingolstädter Stürmer Leitl retten (28.). Da waren die Erzgebirger bereits nur noch zu zehnt, weil Referee Sascha Thielert Aues Lachheb höchst umstritten mit Gelb-Rot des Platz verwies (23.). Der Verteidiger hatte zunächst wegen rustikalen Einsatzes gegen Moritz Hartmann Gelb gesehen (10.), die zweite Gelbe Karte war aber aus Auer Sicht ein Witz, weil der Tunesier beim Zweikampf mit Caiuby ausrutschte und der Ingolstädter selbst über Lachheb stolperte. „Mit einem Mann weniger hat die Mannschaft Charakter gezeigt und sich den Punkt vollauf verdient“, zeigte Lachheb Respekt vor seinen Kollegen, die nach der Herunterstellung eine respaktable kämpferische Leistung an den Tag legten. Trainer Schmitt stellte danach auf ein 4-4-1 um. Klingbeil ging in die Innenverteidigung und Schlitte in der Viererabwehrkette auf links außen. Wenig später tauschte er gar den zu umständlich spielenden Kern gegen Strauß (36.) aus und beorderte Ramaj in die Spitze. Ingolstadt fiel bis zum Seitenwechsel bis auf einem Weitschuss von Metzelder (40.) nichts mehr ein und die Gäste waren bemüht hinten erst einmal sicher zu stehen. Bis auf ein Kopfballversuch von Klingbeil (38.) und einem Schuß von Schlitte (45.), ging nach vorne nicht viel bei den Auern.

Innenansicht des AUDI-Sportparks vor dem Spiel. Blick aus Richtung FCI Heim-Block. Foto: Burg

In der zweiten Halbzeit setzten die Gäste auf ihre Tugenden, die ihnen in dieser Saison große Erfolge beschert haben: Leidenschaft und Kampfgeist. Dominierte anfangs noch Langeweile auf beiden Seiten, so gab ein Freistoß von Hochscheidt (59.) den Auftakt zu einer rassigen letzten halben Stunde. Der anschließende Kopfball von Klingbeil klatschte ans Quergebälk der Schanzer. „Schade, wäre ein schönes Tor gewesen“, haderte Klingbeil ein wenig mit der verpassten Führung. In der Folge tasteten sich die Gäste mit sich häufenden Standard-Situationen immer mehr in Richtung gegnerischer Strafraum. Doch auch spielerisch und läuferisch legten die Veilchen nun eine Schippe drauf und das in Unterzahl. Müller schickte Ramaj (65.) auf rechts, leider wurde der Winkel zu spitz, so daß FCI-Keeper Kirchstein klären konnte. Die mitgereisten fast 1.200 Schlachtenbummler waren begeistert und peitschten ihr Team förmlich nach vorn. Akustisch gaben sie 90 Minuten lang Vollgas. Es war vielleicht einer der besten Auswärts-Supports der Saison! Ingolstadt wollte aber auch nicht als Verlierer vom Platz gehen. Leitl (67.) versetzte Müller und Strauß auf links außen, fand in der Mitte aber keinen Abnehmer für seinen Querpass. Und bei der gefährlichen Flanke von Görlitz (68.) auf den langen Pfosten, war Männel vor Matip zur Stelle. Aue blieb in leichter Konterstellung bissig und hatte die Führung vor Augen. War der Schußversuch von Hochscheidt (71.) noch eine leichte Beute für den Ingolstädter Torwart, so hatte er zwei Minuten später Glück, als der Schuß von Klingbeil nach Hochscheidt Freistoß-Flanke an den rechten Pfosten kullerte. Der Nachschuß von Hensel wurde geblockt. Dazwischen musste Aues Trainer Rico Schmitt wegen wiederholten Reklamierens auf die Tribüne klettern (63.). „Ich habe mich einfach geärgert, das mit zweierlei Maß gemessen wurde“, kommentierte er seine erste Herunterstellung in seiner Trainerlaufbahn. Schmitt nahm die allererste Reihe ein und dirigierte von dort weiter.

Blick auf den Gästeblock nach dem Spiel. Trainer Schmitt und sein Co. Kämpfe folgten den Rufen der fast 1.200 Schlachtenbummler. Foto: Burg

In der letzten Viertelstunde bauten die Autostädter noch einmal ein leichtes Übergewicht auf, spielten aber meist quer vor dem Auer Strafraum. Gefahr drohte nur über die rechte Seite, wenn Görlitz seine gefährlichen Flanken in den Strafraum der Gäste schlug. Der eingewechselte Buddle (78. + 82.) verpaßte aber zum Glück zweimal das Gehäuse von Männel. Aue schlug die Bälle nur noch nach vorn und Schmitt wollte unbedingt den einen Punkt nach Hause fahren. Er verstärkte die Abwehr mit Le Beau (86.). Torwart Männel, mit dem meisten Ballkontakten bei den Gästen (51), konnte die Bälle von Fink (89.) und Buddle (90.) halten. Für Aues Fast-Torschützen René Klingbel (zweimal Aluminium) war es ein insgesamt Punktgewinn: „Nach dem Platzverweis hatten wir anfangs 5 bis 6 Minuten grosse Sorgen und hofften später auf die Standards die dann auch kamen. Wir haben um jeden Meter gekämpft“. Er freut sich schon aufs nächste Spiel gegen Hertha BSC zu Hause im heimischen Stadion: „Gegen Hertha werden so viele kommen, das man nicht mal mehr atmen kann im Stadion“.

Trainerstimmen
Benno Möhlmann (Ingolstadt): "Wir haben heute die Konzentration nicht hoch genug halten können, weil es auch schwierig war ein gutes Spiel zu machen wenn schon Stunden vorher der Klassenerhalt für uns feststand. Aber natürlich stand auch der Gegner sehr gut. Speziell nach dem Platzverweis waren die zwei Viererketten bei den Auern etwas tiefer gestellt. Das haben sie dann ganz gut gemacht“.
Rico Schmitt (Aue): "Es war heute ein intensives 0:0, mit allen Facetten, die zum Fußball gehören. Wir waren heute von Anfang an präsenter als noch im letzten Heimspiel gegen Cottbus. Die Gelb-Rote Karte war sicherlich Diskussionswürdig. Danach hat die Mannschaft Leidenschaft, Einsatz und eine hohe Laufleistung gezeigt. Ich bin sehr, sehr stolz auf die Mannschaft - Riesenrespekt, nach den zuletzt schweren Wochen“. (Burg)

Ingolstadt: Kirschstein - Görlitz, Biliskov, Matip, Fink - Metzelder, Ma. Hartmann (46. Buddle) – Bambara (80. Gerber), Caiuby (70. Dedola) - Leitl, Mo. Hartmann

Aue: Männel – Schlitte, Lachheb, Paulus, Klingbeil - Schröder, Hensel – Ramaj (74.Kempe), Hochscheidt (86. Le Beau), Müller – Kern (36. Strauß)

Schiedsrichter: Sascha Thielert (Buchholz i.d. Nordheide)

Zuschauer: 12.350 (davon 1.150 Auer|Quelle:FC Ingolstadt Ticketservice)

Gelbe Karten: Caiuby (37.), Metzelder (61.), Bambara (66.), Fink (84.), Biliskov (86.) - Lachheb (10.),

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote Karte: Lachheb/Aue (23.)

Statistik:
Ecken: 7-3
Flanken: 30-17
Ballbesitz: 68% - 32%
Abseits: 1-2
meisten Ballkontakte: Matip (102) – Männel (51)

mitgereiste Auer Schlachtenbummler 2010/11

Sa.21.08. – Paderborn 1-0 | 460
Fr.10.09 – Osnabrück 2-3 | 220
Mi. 22.09. -1860 München 0-0 | 1.250
Sa. 25.09. - Bielefeld 1-0 | 300
Fr. 15.10. - Union 1-1 | 1.300
Fr.. 29.10. -Fürth 2-1 | 1.700
Fr. 12.11. - Karlsruhe 1-1 | 650
So. 28.11. - Cottbus 0-6 | 1.050
So. 12.12. - Hertha 0-2 | 10.000
Mo. 24.01. - Bochum 0-2 | 400
So.06.02. - Duisburg 1-3 | 480
Mo. 28.02. - Augsburg 1-2 | 850
Fr. 11.03. - Oberhausen 2-1 | 300 (geschätzt, keine Angaben von RWO)
Sam. 02.04. - Düsseldorf 0-3 | 1.150
So. 17.04. - Aachen 5-1 | 250
Sam. 30.04. - Ingolstadt 0-0 | 1.150


Pressekonferenz in Ingolstadt. Foto: Burg