Spielberichte
8. Spieltag, 16.09.2011

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Freitag 16. September 2011
(Kick off 18.00 Uhr)


Aue holt Zweitore-Rückstand auf und verliert am Ende trotzdem


Die Spiele von Erzgebirge Aue sind momentan wie eine Wundertüte. Völlig Chancenlos lagen die Veilchen zur Pause mit 0-2 gegen die Fortunen aus Düsseldorf zurück um wie verwandelt aus der Kabine zu kommen. „Wir sind zu Recht in der Halbzeit ausgepfiffen worden. Die 1. Halbzeit war die schlechteste in meiner Trainer-Ära hier in Aue“, nahm Aues Trainer Rico Schmitt zu der katastrophalen Leistung im ersten Durchgang kein Blatt vor dem Mund. Umso erstaunlicher war für die Zuschauer wie die eigene Mannschaft aus der Kabine zurückkam, den Rückstand egalisierte und danach am möglichen Sieg schnupperte. Am Ende war der Sieg der Düsseldorfer völlig verdient weil sie in der Summe die deutlicheren Chancen hatten und seit nun 15 Ligaspielen (Vereinsrekord) ungeschlagen sind. Für Aues Trainer Rico Schmitt steht fest: „...das wir eine ganz schwere Zeit durchmachen und die Nerven behalten müssen.“ Deutlich drückte sich Aues Torwart Martin Männel aus: „Wir müssen jetzt auf Teufel komm raus punkten“.

Nach einer 10 minütigen Abtastphase gingen die Gäste per Foulelfmeter mit 0-1 in Führung (14.). Hensel vertändelte an der eigenen Strafraumgrenze den sicher geglaubten Ball – trat auf den selbigen – und riss danach im Fallen Rösler um. Schiedsrichter Felix Zwayer blieb nichts anderes übrig als auf den Punkt zu zeigen. Strafstoßexperte Langeneke verwandelte sicher. Der Rückstand brachte die Gastgeber völlig aus den Konzept. Nur drei Minuten später hätte Rösler auf 0-2 erhöhen müssen. Beister hatte ihn von rechts mustergültig freigespielt, doch Rösler brachte das Kunststück fertig den Ball am fast leeren Auer-Tor vorbeizuschieben. Aue blieb völlig ideenlos nach vorne und war bei jeden Düsseldorfer Angriff unüberschtlich nervös und anfällig in der Abwehr. Als Lacheb 25 Meter vor dem eigenen Tor einen Freistoß verschuldete, schoß Rösler (22.) das Leder durch die sich auflösende Auer-Mauer hindurch zum 0-2 ins Netz. Danach vergaßen die Düsseldorfer den Sack vorzeitig zu zubinden. Bröker (24. und 27.) ließ die Auer Abwehr, die den Namen eigentlich nicht verdiente zu diesen Zweitpunkt, fast schon lächerlich aussehen. Danach hatten sie Glück, das die Gäste ein Gang zurückschalteten ohne das Aue daraus Kapital zu schlagen wußte. Mit Blei an den Füßen fand eine Offensive nicht statt. Null Torschüsse in Richtung Düsseldorfer-Tor sprachen Bände. Manche redeten gar von einen Offenbahrungseid. Die Stimmung im Stadion war schon weit vor dem Seitenwechsel logischerweise im Keller. Gesänge waren nur aus dem Gästeblock zu hören.

Nach dem Seitwenwechsel rieben sich die Zuschauer die noch gepfiffen hatten verwundert die Augen. Trainer Schmitt hatte reagiert und brachte gleich drei neue Spieler auf einen Schlag. „Diese drei Wechsel waren ein Signal vom Trainer. Wir sind als Mannschaft zurückgekommen“, meinte Aues Außenverteidiger Le Beau. In der Tat rissen die drei Einwechselspieler Kocer, Kempe und Curri die Mannschaft sofort mit und starteten eine furiose Aufholjagd. Mit dem ersten Torschuss im Spiel nach 49 Minuten lag der Ball auch gleich im Netz der Gäste. Der Anschlußtreffer von König, der sich nach einem Anspiel von Hochscheidt um seinen Gegenspieler Langeneke drehte um mit letzten Einsatz das Leder an den linken Innenpfosten zu setzten, von wo es dann ins Tor rollte, brachte die Einheimischen Zuschauer mit einem Schlag wieder auf die Seite der Veilchen. Die verschlafende erste Halbzeit war wie weggewischt. Mit aggressiven und risikoreichen Fußball brachte man die Fortuna in Bedrängnis. Die Gäste hielten aber voll dagegen. Der freistehende Bodzek (54.) knallte einen Schuß in die Arme von Männel. Im Gegenzug prüfte Kempe Fortuna-Keeper Almer von der Strafraumgrenze. Die Partie wurde aber immer giftiger und Schiedsrichter Zwayer hatte viel Arbeit. Viele Unterbrechungen behinderten den Spielfluss auf beiden Seiten. Düsseldorf blieb bei jeden Angriff hochgefährlich. Beister (63.) hatte gleich eine zweimalige Schusschance und Levels (70.) knallte den Ball aus vollem Lauf über den Auer Kasten. Dazwischen setzte König (65.) einen Kopfball neben das Tor. In dieser irren spannenden Phase des Spiels gelingt Kocer (72.) mit einem fulminanten Schrägschuss nach Eckball von der Strafraumgrenze der vielumjubelte Ausgleich. Das Stadion stand Kopf. Aue kämpfte um jeden Ball. Verfehlte Kempe in der 76. Minute aus 18 Meter noch das gegnerische Gehäuse so zwang er in der 81. mit einem kapitalen Gewaltschuss Almer zu einer Glanzparade. Fortuna blieb unbeeindruckt. Bei einem abgefälschten Kruse-Schuß (84.) hieß es im Auer Lager Luft anhalten, denn Torwart Männel lag schon am Boden und mußte tatenlos mit anschauen wie der Ball knapp am rechten Pfosten ins Aus rollte. Die folgende Ecke von Ilsö sollte das Spiel aber entscheiden. Lukimya sprang höher als Klingbeil und traf unhaltbar per Kopf ins linke Dreiangel zum 2-3. Ein Stich ins Auer Herz. Der Schwung im Auer Spiel endete jäh. Der eingewechselte Spanier Juanan lief dann gar, nach Steilpaß von Bröker, durch die nur Spalier gebenen Auer Innenverteidigung von Paulus und Klingbeil hindurch und verwandelte zum 2-4 Endstand (89.). Paulus (90.) und Kocer (90. + 1) boten sich zwar noch zwei gute Schußchancen, doch der Kuchen war geggessen.

Pressekonferenz in Aue. Foto: Burg

Stimmen:
Düsseldorf-Trainer Norbert Meier: „Ein völlig verrücktes Spiel. Zur Halbzeit mußte das Spiel entschieden sein. Schön war, das die Mannschaft beim 2-2 nicht eingebrochen war und mit den völlig verdienten Sieg belohnt wurde“.

Aues Trainer Rico Schmitt: „Das war nicht das was ich mir vorgestellt hatte. In der 1. Halbzeit war es eine Demonstration vom Gegner. Positiv war dann die Reaktion von der Mannschaft als man Dinge sah die man vorher nicht gesehen hatte. Kleinigkeiten haben das Spiel entscheiden“. (Burg)

Aue: Männel – Le Beau, Paulus, Lachheb (46.Kempe), Klingbeil – Schröder, Hensel – Schlitte (46. Curri), Kern (46. Kocer), Hochscheidt - König

Düsseldorf: Almer – Lukimya, Langeneke, Levels, van den Bergh – Bodzek – Beister (64. Grimaldi), Lambertz, Kruse (87. Ju – Bröker, Rösler (76. Ilsö)

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 10.100

Tore: 0-1 Langeneke (14. - Foulelfmeter), 0-2 Rösler (22.), 1-2 König (49.),
2-2 Kocer (72.), 2-3 Lukimya (84.), 2-4 Juanan (89.)

Gelbe Karten: Lachheb (21.), Schlitte (25.), Hensel (67.), Kempe (86.) - Beister (40.), Lukimya (60.)

Spielstatistik:
Ecken: 5 – 4
Flanken: 24 – 14
Ballbesitz: 58% - 42%
Pässe gelungen: 79% - 74%
Fouls: 23 – 16
Abseits: 1 – 0
Meiste Ballkontakte: Le Beau (72) – Bodzek (58)

Zuschauer im Erzgebirgsstadion 2011/12

Sa.16.7. - Aachen | 9.500
So.07.8. - Karlsruhe | 10.000
Mo.29.8. - Cottbus | 9.400
Fr.16.9. - Düsseldorf | 10.100
Fr.30.9. - Rostock |
So.23.10. - Union Berlin |
Mi. 26.10. - Nürnberg (Pokal) |
Mo. 07.11 - Eintracht Frankfurt |
Fr. 25.11. - MSV Duisburg |
16.12.-19.12. -Ingolstadt |
10.2.-13.2. - 1860 München |
17.2.-20.02. - Braunschweig |
02.03.-05.03. - FSV Frankfurt |
16.03.-19.03. - St. Pauli |
30.03.-02.04. - SpVgg Fürth |
10.04-11.04. - SC Paderborn |
20.04.-23.04. - Dynamo Dresden |
06.05. - VfL Bochum |