Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

DDR-Oberliga 1989/90

Spielbericht

6. Spieltag - Samstag, 23.09.1989 - 15:00

BSG Stahl Brandenburg - BSG Wismut Aue 4:2 (2:2)

BSG Stahl Brandenburg: Detlef Zimmer - Timo Lange, Jens Pahlke, Silvio Demuth, Christoph Ringk - Eberhard Janotta (67. Uwe Hessel), Andreas Lindner, Steffen Freund, Uwe Schulz (59. Jan Voß) - Jens Pfahl, Frank Jeske; Trainer: Gerd Struppert

BSG Wismut Aue: Jörg Weißflog - Steffen Kubatzky, Heiko Münch, André Barylla (55. Klaus Bittner) - Steffen Krauß, Harald Mothes, Andreas Langer, Mirko Reichel - Holger Koch (33. Ulf Einsiedel), Thomas Pfüller, Ralph Vogel; Trainer: Ulrich Schulze

Tore: 1:0 Jens Pfahl (2.); 1:1 Holger Koch (8.); 2:1 Timo Lange (25.); 2:2 Thomas Pfüller (45.); 3:2 Jens Pfahl (63.); 4:2 Frank Jeske (77.)

Schiedsrichter: Siegfried Kirschen (Frankfurt/Oder)

Zuschauer: 7500

Gelbe Karte: Silvio Demuth, Steffen Freund, Eberhard Janotta / Mirko Reichel, Holger Koch, Thomas Pfüller

Gesperrte Spieler: Koch (Aue) erhielt seine 3. Gelbe Karte (in Liga und Pokal) und ist für das nächste Pflichtspiel gesperrt.

Noch aufgeatmet

Stahl mit der Erfolglosigkeit im Nacken wurde durch eine Münchsche Fehlleistung auf die Siegesstraße geschubst und fühlte sich dabei offensichtlich erst einmal unwohl. Denn wie ist es sonst zu erklären. daß ein Gastgeber eine zweimalige Führung so leicht wieder aus der Hand gibt? Nach vorn mit dem Ankurbler Janotta. der Fleißbiene Pfahl (auch mit Torriecher) und mit Jeske als dem Besten auf dem Feld - zweifache Torvorbereitung (1., 2.) und eigenem Schlenzschuß zur Total-Entscheidung - sahen die Aktionen der Havelstädter belebend aus, aber fatale Deckungsunsicherheiten bei fast jeder Flanke ins Zentrum ließ den Unruhe-Puls der Zuschauer ansteigen. Erst nach der dritten Führung breitete sich mehr Ruhe und auch Siegeszuversicht in den Gastgeberreihen aus.

Die Erzgebirgler traten mit einer Elf der (Fast-)Namenlosen eine Offensiv-Versuchs-Flucht an, wußten die bereits notierten Stahl-Unsicherheiten zu nutzen, hatten aber nach dem 2:3 nichts Entscheidendes mehr entgegenzusetzen. Mothes, Krauß, die Routinierten, rackerten zwar, aber strahlten nicht aus, den ungestümen Koch nahm Schulze aus "Rot"-Vorsicht heraus. Hinten trieb Münch mit Entsetzen Scherz, als er in aller Seelenruhe bereits nach 100 Sekunden den Stahl-Angreifern Jeske und Pfahl den Ball zur Torvorbereitung und -erzielung förmlich servierte. Langer bewegte sich, anstatt sich zu zerreißen, zumeist nur im Zuckeltrab. Kubatzky und insbesondere Barylla waren als Gegenpole für die beiden Stahl-Spitzen überfordert. "Eine nicht oberligareife Abwehr", konstatierte Ulrich Schulze zum eigenen Leidwesen. Im 999. Punktspiel in Brandenburg gebeutelt - was bringt das 1.000, daheim gegen Spitzenreiter 1. FCM? Die "Veilchen" am Scheideweg - werden sie auf ihm noch im Frühjahr blühen können? Jürgen Nöldner, Fuwo, 26.09.1989