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FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - René Klingbeil (68. Marc Hensel), Dominic Rau, Thomas Paulus, Kevin Schlitte - Fabian Müller, Oliver Schröder, Jan Hochscheidt, Guido Koçer (56. Vlad Munteanu) - Jakub Sylvestr, Halil Savran (53. Ronny König); Trainer: Karsten Baumann
SC Paderborn 07: Lukas Kruse - Jens Wemmer, Manuel Gulde, Christian Strohdiek (76. Tobias Feisthammel), Thomas Bertels - Mario Vrancic (86. Patrick Ziegler), Manuel Zeitz, Diego Demme, Tobias Kempe - Deniz Yilmaz, Philipp Hofmann (90+1. Deniz Naki); Trainer: Stephan Schmidt
Tore: 0:1 Philipp Hofmann (51.)
Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)
Zuschauer: 8000
Gelbe Karte: Kevin Schlitte (2.) / Philipp Hofmann, Tobias Kempe
Rote Karte: - / Diego Demme (47., Tätlichkeit)
Niederlage trotz Überzahl
„Wir handelten uns zuhause eine unnötige Niederlage ein, die nicht hätte sein müssen, fand Aues Trainer Karsten Baumann ohne wenn und aber die richtigen Worte nach einer 0-1 Heimniederlage gegen den SC Paderborn der auf fremden Plätzen in drei Spielen erst einen Punkt ergattert hatte. Ärgerlich deswegen, weil die Platzbesitzer nach einer ausgeglichenen 1. Halbzeit nahezu den gesamten zweiten Durchgang in Überzahl spielte, weil Gästespieler Demme wegen Tätlichkeit gegen Hochscheidt in der 47. Minute die Rote Karte sah. Doch zum Leidwesen der 8.000 Zuschauer taten sich die Veilchen danach ungemein schwer und kassierten das Tor des Tages nach 51 Minuten wie aus dem nichts.
Die Veilchen begannen mit viel Schwung und suchten sofort den Weg nach vorn. Schlitte (3.) mit einem Sturmlauf über die rechte Seite mit anschließender Flanke, sowie Kocer (4.) mit einem verheißungsvollen Torschuß der jedoch zur Ecke abgelenkt wurde, machten Appetit auf mehr. Doch nach gut zwanzig Minuten war davon fast nichts mehr zu sehen. Die Ostwestfalen hatten nach vorn auch nicht viel zu bieten, bzw. mußten sich nach einigen Umstellungen in der Mannschaft erst einaml finden. Bis kurz vor dem Halbzeitpfiff war die Partie dann fast an der „Einschlafgrenze“ angelangt. Sylvestr (43.) mit einem Kopfball und Müller (45.) mit einem Schuß von der Strafraumgrenze, der noch zur Ecke abgelenkt wurde, machten Hoffnung auf die zweite Halbzeit.
Die begann mit einer Roten Karte für den SC Paderborn. Demme hatte Hochscheidt den Ellenbogen in die Rippen gestoßen (47.). Den fälligen Freistoß brachte Kocer im zweiten Versuch vors Tor, wo Savran (48.) per Kopf über das Gebälk köpfte. Drei Zeigerumdrehungen später gingen die Gäste dann urplötzlich in Führung. Hofmann reagierte bei einer Kerze gegen Aues Innenverteidiger Rau clever und zog plötzlich aus der Drehung ab. Unerreichbar für Keeper Männel schlug das Leder unten rechts ein.
"Veilchen"-Coach Baumann reagierte und brachte mit König (53.), Munteanu (56.), sowie später noch Hensel (68.) gleich drei frische Kräfte. Gleich zwei Bälle von Munteanu konnte König nicht verwerten (62. + 64.). Paderborn zog sich mit zunehmender Spieldauer nach und nach zurück und verschleppte immer wieder das Tempo mit allen erlaubten und unerlaubten Tricks. Aue warf zwar alles in die Waagschale, allerdings wirkte ihr Offensivspiel zumeist ideenlos und viel zu stereotyp. Auf die vielen Flanken entweder von Hochscheidt oder Munteanu stellten sich die Gäste schnell ein. Nicht nur Trainer Bauman warf seiner Mannschaft vor, viel zuviele Flanken in den Strafraum geschlagen zu haben. „In dieser Phase wäre ein Eindringen in den Sechszehner mit Rückpass besser gewesen“, Aber nur Hensel (82.) erhörte seine Worte, als er einen Rückpass von König volley nahm. Hensel (88.) hatte noch eine weitere Gelegenheit per Kopf – aber das war es dann auch. Auch die vierminütige Nachspielzeit verstrich ungenutzt für Aue. Paderborn schaukelte den knappen Vorsprung sicher über die Zeit und siegte zum ersten Mal in der laufenden Saison in der Fremde. (Burg)
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