Spielberichte
Sachsenpokal Viertelfinale, 15.11.1997
Döbelner SC vs. FC Erzgebirge Aue 0-8

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Heinz-Gruner-Sportpark Döbeln, Sonnabend 15. November 1997
(Kick off 13:30 Uhr)


Schützenfest: Achtmal ins Schwarze getroffen


Das Pokalviertelfinale bescherte dem FC Erzgebirge Aue eine Auswärtsbegegnung bei Landesligist Döbelner SC. Der zwei Klassen höher spielende Regionalligist wurde seiner Favoritenrolle gerecht und fuhr als 8:0-Sieger heim. Hatten die Auer 1996 mit dem ebenfalls in der Landesliga auftretenden VfB Leipzig schon einmal schlechte Pokalerfahrungen gemacht, so spielten sie diesmal von Beginn an konzentriert und setzten dem Gegner mächtig zu. Es dauerte bis zur 21. Minute, als Mike Sadlo nach herrlichem Zuspiel von Ervin Skela den Torreigen eröffnete. Bereits drei Minuten später erhöhte Udo Tautenhahn per Kopf nach genau getretenem Freistoß von Dirk Rettig auf 2:0. Die Erzgebirger ließen bis zur Pause einige Chancen aus und wechselten beim für die Döbelner schmeichelhaften 0:2 die Seite. Konnte der Landesligist bis dahin einigermaßen mithalten und ein paar gute Spielzüge zeigen, so war dennoch zu spüren, daß für ihn die Trauben gegen den Regionalligisten zu hoch hingen. Nach dem Wechsel begannen die Auer so, wie sie aufgehört hatten. Zielstrebig trugen sie die Angriffe nach vorn und setzten den Gegner immer wieder über die Außenpositionen unter Druck. Selbst Frank Seinig, für den verletzten Mentor Miftari Libero im Spiel, ging mit nach vorn und holte gar in der 57. Minute einen Elfmeter heraus. Im Mittelfeld setzte erneut Ervin 'Skela die entscheidenden Akzente. Auch Ronny Thielemann, der an diesem Tag seinen 24. Geburtstag feierte, tat sich positiv hervor. Sämtliche Auer sprühten vor Ehrgeiz, sie gaben alles, um ins Halbfinale einzuziehen. Besonderes Lob im Offensivbereich verdiente sich nach schwachen Leistungen zu Saisonbeginn Vitas Rimkous. Er schoß seine ersten zwei Tore für Aue und überzeugte dabei. In der zweiten Halbzeit fielen noch sechs Tore. Die vielen mitgereisten Anhänger feierten mit ihrem Team. Bei Polonaise und Hochwerfen von Lutz Lindemann trugen sie beinahe Zweitligaatmosphäre in das Landesligastadion von Döbeln. Dennoch sollte man den Sieg nicht überbewerten. Dafür war der Gegner zu schwach. Doch selbst gegen einen Landesligisten wollen acht Tore erst einmal geschossen sein. "Für uns zählt nur der Pokalsieg, um endlich über den Tellerrand der Regionalliga hinauszuschauen", erklärte Routinier Udo Fankhänel. Im Halbfinale stehen noch Dynamo Dresden, Sachsen Leipzig und die Amateure vom FSV Zwickau. STU, Freie Presse, 17.11.1997

Mit Herz und Verstand!


Fans trugen Trainer auf den Schultern vom Platz

Feierten ihre Mannschaft und ein bißchen auch sich selbst: Aues Fans, noch während des Spiels sowohl vor als auch hinter der Bande. Foto: Tino Künzel
Die Wetten reichten von 2:1 bis 4:0. Auf ein 8:0 beim Döbelner SC hatte selbst im Fanbüro des FC Erzgebirge keiner getippt. Die Auer lieferten eine in jeder Hinsicht gelungene Vorstellung ab, nicht eben typisch nach all den Pokal-Kapriolen der Vergangenheit. Nur die Zahl der mitgereisten Anhänger verhinderte, daß die "Veilchen" für jeden von ihnen ein Tor schießen konnten. 400 Auer, Riesaer und Düsseldorfer unter den 850 Zuschauern wurden trotzdem prächtig unterhalten. Der FCE spielte 90 Minuten mit Herz und Verstand, nahm nie die Beine hoch. Der zweifache Torschütze (55., 60.) Ervin Skela: "Heute hat man uns die Lust am Fußball angemerkt." Außerdem trafen: Mike Sadlo (18.), Udo Tautenhahn (22., 58./Elfer), Vitas Rimkous (53., 75.), und Döbelns Schmieder (83.). Lutz Lindemann pfiff sogar Torhüter Sven Beuckert zurück, der nach dem Strafstoßpfiff nach vorn geeilt war. Die Fans zogen in einer Polonäse durchs Stadion, trugen den Trainer hinterher auf den Schultern vom Platz. Der lachte: "Jungs, das war doch noch gar nicht das Endspiel. "Im Halbfinale sind den Auern alle drei übrigen Mannschaften recht - Dynamo aber bitte auswärts. Skela hätte am liebsten "Revanche gegen Leipzig" Tino Künzel, Chemnitzer Morgenpost, 16.11.1997


Döbelner SC: Zschoche (73. Kaiser), Schmieder, Winkler, Schmidt, Kerper, Hänsel, Rüger (62. Klöden), Kupper, Müller, F. Hönicke (62. A. Hönicke), Liebmann

FC Erzgebirge Aue: Sven Beuckert - Frank Seinig, Dirk Rettig, Jörg Palke, Udo Tautenhahn, Enrico Barth (63. Carsten Romanowsky) - Ronny Thielemann, Ervin Skela, Udo Fankhänel (75. Sven Kubis) - Mike Sadlo (64. Gentian Stojko), Vitas Rimkous; Trainer: Lutz Lindemann

Tore: 0:1 Mike Sadlo (12.); 0:2 Udo Tautenhahn (25.); 0:3 Vitas Rimkous (49.); 0:4 Ervin Skela (55.); 0:5 Udo Tautenhahn (Foulelfmeter, 57.); 0:6 Ervin Skela (6.); 0:7 Vitas Rimkous (73.); 0:8 Schmieder (Eigentor, 83.)

Schiedsrichter: Heiko Petzold (Dresden)

Zuschauer: 800

Gelbe Karte: - / Udo Tautenhahn