Spielberichte
22. Spieltag, 19.02.2006
FC Erzgebirge Aue vs. SpVgg Unterhaching 0-1

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 19. Februar 2006
(Kick off 15.00 Uhr)


Trainer Schädlich entschuldigt sich bei Auer Fans


Emotionsloser FCE unterliegt Unterhaching 0:1

Wer im Fanlager des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge nach dem 2:5 in Karlsruhe gedacht hatte, schlimmer kann es nicht werden, wurde gestern eines Besseren belehrt. Statt der erhofften Wiedergutmachung enttäuschten die Auer erneut und verließen nach 90 Minuten zum zweiten Mal in Folge als Verlierer den Rasen. 1:0 (1:0) gewannen die Gäste von der Spvgg Unterhaching, die laut Trainer Harry Deutinger vor dem Anpfiff mit einem Punktgewinn zufrieden gewesen wären.

Sein Gegenüber Gerd Schädlich war nach der zweiten Heimniederlage der Saison restlos bedient. "Als Erstes möchte ich mich bei unseren Fans entschuldigen. Was meine Mannschaft in der ersten Halbzeit abgeliefert hat, war indiskutabel. Ohne Emotionen, ohne Biss, ohne Leidenschaft. Die elf Spieler, die da aufgelaufen sind, müssen sich hinterfragen, ob sie der Verantwortung gegenüber der Region gerecht werden", zog der 53-Jährige vom Leder. Schädlich ließ mit Christian Lenze und Ersin Demir, der in der 6. Minute die Führung auf dem Fuß hatte und diese Möglichkeit kläglich vergab, zwei von mehreren Totalausfällen in der Kabine. Die zweite Hälfte begannen die Gastgeber aber nur noch mit zehn Mann. Tomasz Kos, der nach einer Tätlichkeit gegen Lechleiter bereits in der 37. Minute knapp einem Platzverweis entging, sah nach erneutem Foulspiel am enteilten Lechleiter innerhalb des Strafraumes die Rote Karte (45.). Den fälligen Strafstoß verwandelte Buck zur verdienten Führung für die SpVgg, die sich in den ersten 45 Minuten als das klar bessere Team präsentierte.

Nach Schädlichs Pausenpredigt kamen die Auer etwas formverbessert aus der Kabine. Der eingewechselte Dostalek hatte nach schöner Vorarbeit von Andrzej Juskowiak den Ausgleich auf dem Fuß. Doch der Tscheche scheiterte freistehend an Torwart Heerwagen (53.). 15 Minuten später war es Marco Kurth, der mit einem Schuss vom Elfmeterpunkt im Gäste-Keeper seinen Meister fand. Auch Kurth musste nach 71 Minuten raus. Sein Kommentar: "Es war das erwartet schwere Spiel. Von außen sahen wir ganz, ganz schlecht aus." Der Ex-Hachinger Norman Loose redete ebenfalls nicht lange um den heißen Brei herum: "Nach dieser Partie braucht man keine Ausreden zu suchen. Unterhaching ist eine Mannschaft auf unserem Leistungslevel. Da muss man zu Hause einfach gewinnen, egal wie. Wenigstens haben wir nach dem Seitenwechsel in Unterzahl bis zum Umfallen gekämpft."

Das änderte nichts am insgesamt enttäuschend schwachen Auftritt der Erzgebirger. "Über diese Leistung wird ausführlich zu sprechen sein", kündigte Schädlich eine gründliche Spielauswertung an. Viel Zeit bleibt dem Fußball-Lehrer nicht. Schon am Freitagabend muss seine Elf beim 1. FC Saarbrücken Farbe bekennen. Setzt es dort die dritte Niederlage in Folge, dann melden sich die Auer endgültig zurück im Abstiegskampf. Olaf Mersiovsky, Freie Presse, 20.02.2006


Aue: Bobel - Kos, Emmerich, Loose - Curri, Kurth (71. Klinka), Lenze (46. Jungwirth), Liebers - Demir (46. Dostalek), Juskowiak, Helbig

Unterhaching: Heerwagen - Majstorovic, Frühbeis, Buck, Tavcar - Thomik, Holzer, N'Diaye, Sträßer (80. Frommer) - Lechleiter (90. Adzic), Teinert (68. Hörnig)

Schiedsrichter: André Stachowiak (Duisburg)

Zuschauer: 9.900

Tore: 0:1 Buck (45./Foulelfmeter)

Karten: Helbig, Dostalek – Teinert
Kos (45. Notbremse)