Spielberichte
6. Spieltag, 01.10.2006
FC Erzgebirge Aue vs. SC Freiburg 3-1

3

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 1. Oktober 2006
(Kick off 14.00 Uhr)


Klinka spielt sich in die Herzen der Fans


FC Erzgebirge Aue feiert beim 3:1 gegen SC Freiburg zweiten Saisonsieg - Tscheche trifft dreimal ins gegnerische Netz

Als die Mannschaft des Fußball-Zweitligisten FC Erzgebirge Aue bereits das Auslaufen beendet hatte und auf dem Weg in den verdienten Feierabend war, stand Tomas Klinka immer noch im Erzgebirgsstadion und erfüllte die Autogrammwünsche der Fans. Die Unterschriften des Tschechen standen gestern hoch im Kurs. Beim 3:1 (2:0)-Heimsieg über den SC Freiburg war der kleine Klinka der Größte. Dreimal traf der Angreifer der Auer ins gegnerische Netz. „Dabei galt Tomas eigentlich als Chancentod. Ich hoffe, dieses Erfolgserlebnis gibt ihm weiter Auftrieb", freute sich FCE-Trainer Gerd Schädlich.

Das erste Mal Grund zum Jubeln hatten die 10.500 Zuschauer bereits in der zweiten Spielminute. Ehlers flankte den Ball aus der eigenen Hälfte Richtung Freiburger Tor, der schnelle Klinka entwischte seinem Gegenspieler Diarra und profitierte anschließend vom kapitalen Fehltritt des SC-Keepers. Walke schlug über das runde Leder und Klinka schob in aller Ruhe zur frühen Führung ein. „Das schnelle 1:0 spielte uns natürlich in die Karten", meinte Klinka, der nach dem wohl schönsten Angriffszug im gesamten Spiel in der 35. Minute ein zweites Mal jubeln durfte. Dieses Mal schoss er den Ball nach einer Traumkombination über Heller und Siradze mit dem Außenrist ins linke untere Eck. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt hochverdient. Denn die Auer gingen ein hohes Tempo, störten die Gäste immer wieder früh bei deren Spielaufbau und inszenierten ihrerseits schöne Angriffszüge. „Was Klinka und Siradze vor der Pause geboten haben, war allererste Sahne", lobte sogar der stets sachliche Trainer Schädlich sein Sturm-Duo euphorisch.

Allerdings wird der Fußball-Lehrer in der Spielauswertung auch einige negative Dinge ansprechen müssen. Denn was sich nach dem 2:0 bereits andeutete, setzte sich in der zweiten Halbzeit fort. Der FCE zog sich zu weit in die eigene Hälfte zurück, stellte seine Offensivbemühungen nahezu ein und gestattete den kombinationsstarken Freiburgern zu viele Freiräume. Als Mohamad in der 70. Minute nach einer Unstimmigkeit zwischen Torhüter Bobel und Emmerich zum 1:2 verkürzte, schien der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit.

Klinka erlöste mit seinem dritten „Streich" eine Minute vor Abpfiff jedoch die Erzgebirger. Nach einem Konter ließ Brecko an der Strafraumgrenze zwei Freiburger aussteigen, spielte auf Jungwirth, der mit viel Übersicht auf den Tschechen ablegte. „Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal so viele Treffer in einem Pflichtspiel erzielt zu haben“, strahlte der dreifache Torschütze mit der Herbst-Sonne um die Wette. „Jetzt müssen wir so weitermachen, dann ist vielleicht auch auf dem Betzenberg was für uns drin", blickte Klinka auf das kommende Punktspiel am 15. Oktober in Kaiserslautern voraus.

„Vor zwei Wochen gegen Fürth haben wir nicht nur das Spiel, sondern auch unser Gesicht verloren. Heute haben wir wieder unser wahres Gesicht gezeigt und uns für die 0:3-Blamage rehabilitiert", fielen Kapitän Jörg Emmerich einige Steine vom Herzen. Zur Zitterpartie nach der Pause erklärte der 32-Jährige: „Wir haben nicht gegen irgendeine Mannschaft, sondern gegen eines der stärksten Teams der Liga gespielt. Unser Maßstab für die kommenden Spiele muss allerdings die erste halbe Stunde sein.“ Olaf Morgenstern, Freie Presse, 02.10.2006


Aue: Bobel - Ehlers, Kos, Emmerich, Trehkopf - Brecko, Heller (72. Jungwirth), Kurth (87. Loose), Rupf (58. Hampf) - Klinka, Siradze

Freiburg: Walke - Sanou, Mohamad, Diarra (67. Bencik), Schwaab (46. Ibertsberger) - Antar (87. Kruppke), Coulibaly, Aogo - Pitroipa, Iashvili, Matmour

Schiedsrichter: Norbert Grudzinski (Hamburg)

Zuschauer: 10.500

Tore: 1:0 Klinka (2.), 2:0 Klinka (35.), 2:1 Mohamad (70.), 3:1 Klinka (89.)

Karten: Heller, Kurth, Ehlers, Kos - Schwaab, Mohamad, Bencik