Spielberichte
28. Spieltag, 31.03.2012
FC Erzgebirge Aue vs. SpVgg Greuther Fürth 1-1

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 31. März 2012
(Kick off 13.00 Uhr)


Aue stürzt Spitzenreiter Fürth


Der Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge bleibt 2012 zu Hause ungeschlagen. Das 1:1 gegen Greuther Fürth feierten Mannschaft und Fans wie einen Sieg

Der FC Erzgebirge ist wieder eine Heimmacht. Noch kein Gästeteam konnte in diesem Jahr im Sparkassen-Erzgebirgsstadion gewinnen. Auch die SpVgg Greuther Fürth, die in dieser Saison schon 16 Mal ohne Gegentor geblieben ist und mit fünf Siegen in Folge in Aue angereist war, musste erkennen, dass die Trauben im Lößnitztal derzeit sehr hoch hängen.

1:1 hieß es nach 90 rassigen Minuten, in denen sich beide Teams bis in die Schlussphase hinein keinen Meter schenkten und voller Leidenschaft um den Sieg kämpften. "Wir können mit dem Punkt leben. In Aue ist es nicht einfach zu gewinnen", sagte Gästetrainer Mike Büskens. Die Franken mussten nach dem Remis die Tabellenführung an Eintracht Frankfurt (3:0 gegen den VfL Bochum) abgeben. "Wir haben uns in der Abwehr stabilisiert, und vorn sind wir immer für ein Tor gut", nannte der stark aufgelegte Mittelfeldspieler Jan Hochscheidt zwei Gründe für den Höhenflug der Veilchen, die seit vier Spieltagen ungeschlagen sind und sich mit dem Zwischenspurt ein komfortables Acht-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze verschaffen konnten.

FCE-Trainer Karsten Baumann, der von einem "verdienten Punktgewinn gegen starke Fürther" sprach, entdeckte am Samstag gar eine ganz neue Seite bei seinem Team: "Wir haben nicht nur gekämpft und gut gestanden, sondern auch ordentlich nach vorn gespielt. So kann es weitergehen", freute sich der 42-Jährige, der seine Spieler seit dem 4:3-Heimsieg gegen den FSV Frankfurt vor allem psychisch deutlich stärker sieht: "Trainiert haben sie schon immer gut, es im Wettkampf nur nicht so rübergebracht. Das war allein eine mentale Sache, weil sich die Spieler nichts zugetraut haben. Jetzt denken sie positiv und es klappt."

Selbstbewusst und angriffslustig präsentierte sich seine Elf auch gegen den DFB-Pokal-Halbfinalisten. Vor allem Guido Kocer, der Gästekeeper Grün bereits nach 75 Sekunden zur ersten Glanzparade zwang, und Hochscheidt waren kaum zu bremsen. Die klareren Chancen besaßen aber die Gäste. Torhüter Martin Männel lenkte Mavrajs Kopfball nach Schmidtgal-Freistoß übers Tor (18.). In der 43. Minute bestrafte Zweitliga-Toptorjäger Occean die Unordnung in der Auer Defensive und brachte die SpVgg in Führung. Doch die Platzherren zeigten sich unbeeindruckt und kamen zehn Minuten nach Wiederanpfiff zum Ausgleich. Nach Kocers Eckball ließ Fürths Schlussmann Grün den Ball prallen, Halil Savran stand goldrichtig und staubte erfolgreich ab.

"So ein Tor wünscht man sich als Stürmer schon einmal. Aber ich hatte auch in den vergangenen Wochen mit Torvorlagen und anderen Aktionen meinen Anteil am Erfolg der Mannschaft", gab Savran nach seinem ersten Treffer im Trikot der Veilchen selbstbewusst zu Protokoll. Dass seine eineinhalb Jahre alte Tochter Dilara-Marleen auf der Tribüne des Erzgebirgsstadions just in jenem Moment eingeschlafen war, als der Papa ins Netz traf, konnte der Angreifer verschmerzen. "Vielleicht ist sie beim nächsten Mal hellwach", schmunzelte Savran, der sich nun auf die Rückkehr zu seinem Ex-Verein Union Berlin freut: "An der Alten Försterei brennt am Donnerstagabend sicher der Baum. Ich freue mich darauf, viele alte Bekannte zu treffen und hoffe, dass wir die Punkte mitnehmen können."

Baumann sieht die Auer, die nach ihrem Achtungserfolg 31 Zähler auf dem Konto haben, noch nicht gerettet. "Abgerechnet wird zum Schluss, und sicher brauchen wir auch noch den einen oder anderen Punkt. Aber wenn wir uns weiterhin so präsentieren wie gegen Fürth, dann habe ich keine Angst", meinte der Trainer. Olaf Morgenstern, Freie Presse, 02.04.2012


Aue: Männel – Le Beau, Klingbeil, Rau, Schlitte – Hochscheidt, Höfler, F. Müller (52. Könnecke), Kocer – Savran (90. +1 Stephan), König (82. Kern)

Fürth: Grün – Nehring (22. Karaslavov), Kleine, Mavraj, Schmidtgal – Fürstner, Prib – Klaus (77. Pettürk) Sararer – Occean, Nöthe

Schiedsrichter: Manuael Gräfe (Berlin)

Zuschauer: 8.700

Tore. 0-1 Occean (43.), 1-1 Savran (55.)

Gelbe Karten: - / Karaslawow, Occean


Statistik:
Torschüsse: 13 - 19
Ecken: 6 - 8
Ballbesitz: 43% - 57%