Spielberichte
18. Spieltag, 21.12.2019
FC Erzgebirge Aue vs. SpVgg Greuther Fürth 3-1

3

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 21. Dezember 2019
(Kick off 13:00 Uhr)


Aue überwintert auf den 5. Tabellenplatz


Im letzten Spiel 2019 hat Erzgebirge Aue vor 13.200 Zuschauern ein grandioses Halbjahr in ihrer 14. Zweitligasaison gekrönt und den Rückrundenauftakt gegen Greuther Fürth mit 3-1 gewonnen. Dank dieses 7. Heimsieges bleiben die Lila-Weißen in dieser Saison vor heimischer Kulisse ungeschlagen. 23 Punkte sammelten sie in den neun Partien im Erzgebirgsstadion und sind damit das heimstärkste Team der Liga. Zu Beginn zogen die Fans auf der Westtribüne eine herrliche Choreo auf. "Weihnachtsland Erzgebirge" stand in goldenen Lettern darauf. Umrandet wurde der Schriftzug von einem Bergmann und einem Engel - ein Augenschmaus.

Die Partie hätte aber durchaus einen anderen Lauf nehmen können, wenn der

18-m Schuss von Fürths schwedischen Angreifer Hrgota nach fünf Minuten ins Auer-Netz gezischt und nicht an den linken Pfosten geklatscht wäre. Die Gäste hatten in der Anfangsphase alles im Griff und ließen die Veilchen überhaupt nicht zur Entfaltung kommen. Doch von diesem Pfostenschuss-Schreckmoment zeigten sich die Platzbesitzer gänzlich unbeeindruckt. In der Folge suchten sie den Weg nach vorn und rissen mit schnellen Seitenverlagerungen die Fürther Deckung auf. Gleich mit der ersten Chance kamen sie zur überraschenden Führung. Nach einer weiten Flanke von Rizzuto war die Defensive der SpVgg ungeordnet, der freie Nazarov zog von halbrechts aus sieben Metern ab. Burchert kam mit seinem rechten Fuß nicht mehr heran und Hochscheidt brauchte am zweiten Pfosten nur noch den Fuß hinzuhalten (12.). Im Fürther Zentrum hatten Mavraj und Jaeckel Hochscheidt völlig aus den Augen verloren. Hochscheidt ist damit alleiniger Rekordtorschütze für Aue in der 2. Bundesliga. Mit jetzt insgesamt 34 Punktspieltoren überholte er Legende Juskowiak (33 Tore).

Das 1-0 spielte Aue in die Karten, aus abwartender Haltung konnte die Schuster-Elf gegen optisch überlegene, aber ohne Einfall agierende Gäste lauern. Echte Lösungen in Richtung gegnerisches Tor fand zunächst keiner der Kontrahenten, die Partie wurde überwiegend von Mittelfeldduellen geprägt. Nur, wenn Fürth bei seinen Angriffen Tempo mit Genauigkeit vereinte, wurde es gefährlich. Ernst verpasste nach der einzig sehenswerten Kombination im ersten Durchgang aber das durchaus mögliche 1-1. Sein Schüsschen aus 16 Metern war jedoch kein Problem für Männel (33.), der sich wenig später selbst in größere Gefahr brachte. Bei der Aktion in der Nachspielzeit mit Ball am Fuß hielten die Fans die Luft an. Der Keeper umdribbelte außerhalb (!) vom eigenen Strafraum Nielsen, der den Keeper dann leicht foult. Freistoß, dennoch leichtsinnig vom Schlussmann.

Mit Baumgart für den angeschlagenen Rizzuto begannen die Veilchen Durchgang zwei, der äußerst zerfahren startete. Eine längere Behandlung (47.) von Männel nach Duell mit Nielsen zog eine vierminütige Unterbrechung nach sich. Aues Kapitän spielte fortan mit einem Turban weiter. Kleinere Fouls bedingten ebenfalls etliche Unterbrechungen. Erst nach einer knappen Stunde wurde wieder mehr Fußball gespielt - mit Vorteilen für Aue, das durch Baumgart (58.) und einer Doppelchance von Strauß (59.) gefährlich abschloss. Die Gäste warteten lediglich mit einem Versuch von Mohr auf (59.) der Männel aber kaum in Verlegenheit brachte. Dann holte die Schuster-Elf zum entscheidenden Doppelschlag aus: Erst mündete ein Konter in eine Elfmeterentscheidung, als Jaeckel Krüger von den Beinen holte - Nazarov verwandelte sicher in die linke Torseite (64.). Burchert sprang nach rechts. Zwei Zeigerumdrehungen später lässt wieder Krüger den Fürther Jaeckel mit einem wunderbaren Wackler stehen lässt und überwindet Burchert mit einem Schlenzer aus 14 Metern 3-0 (66.). Vorzeitig war die Partie jetzt entschieden. Zwar brachte Leitl mit Leweling und Keita-Ruel frische Angriffskräfte, doch Burchert musste gegen Hochscheidt sogar das mögliche 4-0 verhindern (70.). Danach wurde Krüger wird mit viel Applaus für Daferner (76.) verabschiedet. Der Stürmer sorgte mit zwei Tempodribblings für die Vorentscheidung. Elfmeter rausgeholt, Konter versenkt - Aufgabe erfüllt. Fürth versprühte kaum noch Gefahr. Einzige Ausnahme war das Elfmetertor von Hrgota (80.), weil Seguin und Gonther sich kreuzten. Gonther hatte ihn an der Ferse erwischt und somit aus dem Tritt gebracht. Thomsen zeigte auf den Punkt. Aues Joker Zulechner verpaßte das Ergebnis in die Höhe zu schrauben (90./ 90.+3). Den Auer-Fans war das aber am Ende egal, denn ihre Lieblinge überwintern als Tabellenfünfter in der 2. Bundesliga. (Burg)











Trainerstimmen
Stefan Leitl (Fürth): "Wir waren gut im Spiel. Gefühlt war der erste Torschuss von Aue dann drin und wir gehen in Rückstand. Und dann wird´s natürlich sehr schwer hier, weil man auch sagen muss, dass Dirks Mannschaft sehr gut verteidigt hat heute. In der Pause hatten wir uns noch viel vorgenommen. In der zweiten Halbzeit verteidigen wir einfach zweimal schlecht. Wir waren tief in der gegnerischen Hälfte in Ballbesitz, haben den Ballverlust und so kommt es dann zweimal zu Umschaltaktionen. Wir sind enttäuscht das wir heute nichts mitnehmen konnten."

Dirk Schuster (Aue): "Das es für uns ein positives Weihnachtsfest geben kann, dafür hat die Mannschaft heute den Grundstein gelegt. Wir haben defensiv wieder sehr gut gearbeitet und bis auf Fürths Pfostenschuss auch keine großen Möglichkeiten mehr zugelassen. Die Führung hat uns Selbstvertrauen gegeben auch um weiter forsch nach vorn zu spielen. Genauso haben wir nach vorn in der Umschaltbewegung sehr gut gearbeitet, waren zweikampftechnisch sehr präsent - in einem Spiel, wo sich beide Mannschaften überhaupt nichts geschenkt haben. Trotz des Doppelschlags nach der Pause mussten wir bis zur letzten Sekunde auf der Hut sein. Die Punkte fühlen sich gut an. Wir sind aber gut beraten, wenn wir den Block für die Realität beibehalten."

Aue (Weiß/Lila/Lila): Männel – Mihojevic, Samson, Gonther – Strauß, Fandrich, Riese, Rizzuto (46. Baumgart) – Nazarov – Krüger (76. Daferner), Hochscheidt (90. Zulechner)

Fürth: Burchert – Meyerhöfer, Jaeckel, Mavraj, Raum – Seguin, Sarpei, Ernst (67. Leweling) – Hrgota, H. Nielsen (74. Keita-Ruel), Mohr

Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: 13.200

Tore: 1-0 Hochscheidt (12.), 2-0 Nazarov (64./Foulelfmeter), 3-0 Krüger (66.), 3-1 Hrgota (80./Foulelfmeter)

Reservebank Aue: Jendrusch – Kempe, Cacutalua, Wydra, Kupusovic, Testroet

Gelbe Karten: Fandrich (88.) / Raum (29.), Hrgota (38.), Mavraj (82.), Mohr (90. +2)