Spielbericht
21. Spieltag, 08.02.2020
VfB Stuttgart vs. FC Erzgebirge Aue 3-0

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Mercedes-Benz Arena Stuttgart, Sonnabend 08. Februar 2020
(Kick off 13:00 Uhr)


Aue bleibt im Jahr 2020 ohne Torerfolg


Für die Auer Veilchen ist beim Aufstiegsaspiranten VfB Stuttgart vor 50.846 Zuschauern das „normalste“ eingetreten: Die Schuster-Elf verlor glatt mit 0-3. Nach einer couragierten Anfangsphase, in der sich die Gäste zweimal im VfB-Strafraum zeigten, wurde man in der Folge zu passiv, was prompt vorentscheidend bestraft wurde. Damit blieben die Zweitligafussballer von Erzgebirge Aue im vierten Pflichtspiel gegen den VfB ohne eigenes Tor (Bilanz: 0/1/3), wie auch im dritten Spiel des Jahres 2020.
Aue wollte couragiert auftreten und Nadelstiche setzen. Das klappte im ersten Durchgang nur zweimal. Strauß köpfte freistehend in Höhe des Elfmeterpunktes auf das VfB-Tor (5.), doch er bekam bei der Eingabe von Fandrich keinen richtigen Druck auf den Ball. Dieser war für Torwart Kobel dann ungefährlich. Wenig später verlängerte Daferner einen Eckball von Hochscheidt geschickt (7.) mit der Hacke, doch die VfB-Abwehr paßte auf.


Peu à peu kristallisierte sich aber der Spielverlauf heraus, der im Vorfeld prognostiziert worden war: Aue stand zusehends tiefer, stellte die Offensivbemühungen nahezu ein und lauerte nur noch auf Konter. Der VfB hatte die Kontrolle übernommen - und näherte sich der Führung an. Gomez (9.), wurde von Gonther abgedrängt und Castro (12.), mit einem Schußversuch der links vorbeirauschte, setzten erste Zeichen vor dem Auer Kasten. Beim Kopfball von Karazor (19.) mußte Männel leicht nachfassen. Aue kam in der Folge kaum bis gar nicht mehr in den gegnerischen Strafraum. Es fehlte einfach die letzte Konsequenz. Als Hochscheidt mal vor dem Sechszehner querlief und auf Nazarov paßte, verzog der freistehend mit einem Versuch relativ kläglich (27.).
Während der aufgerückte Stenzel noch Präzision vermissen ließ (28.) und an Männel scheiterte, machte es Didavi in der 34. Minute besser und brachte die Hausherren mit 1-0 in Front. Bei einer Ecke von Castro rutscht Kempe im Zentrum aus und landet auf dem Hosenboden. Phillips kommt aus zwölf Metern dementsprechend frei und ungestört zum Kopfball. Didavi, umringt von Freund und Feind, bugsiert diese Vorlage aus sechs Metern in die Maschen.
Bei Aue lief fortan nicht mehr viel zusammen. Eine Slapstick-Nummer leistet sich dabei Kapitän Männel: Der Keeper will den Ball an der Strafraum-Kante schnell abwerfen und verliert das Leder dann bei der Ausholbewegung aus den Händen. Wamangituka bekommt das Geschenk und haut den Ball Volley aus 17 Metern knapp neben das freie Tor (36.). Noch vor der Pause mussten die Gäste das 0-2 hinnehmen. Nach einer schönen Förster-Flanke stand erneut Didavi goldrichtig und schnürte per Seitfallzieher-Abnahme seinen Doppelpack (42.). Bitter für die Veilchen, das die Schwaben die völlig offene rechte Abwehrseite der Gäste, dankend annahmen. Das 2-0 für den VfB ging damit beim Seitenwechsel auch in der Höhe völlig in Ordnung. Von Aue kam einfach zu wenig.

Nach dem Seitenwechsel flachte die Partie sichtlich ab, Torabschlüsse waren absolute Mangelware. Die Gastgeber schalteten in den Verwaltungsmodus und ließen Ball und Gegner laufen. Aue fand keine wirklichen Mittel, um die VfB-Defensive unter Druck zu setzen. Erst mit der Hereinnahme von Testroet (61.) für Daferner kam etwas Leben in den lauen FCE-Sturm.
Testroet startet sofort entschlossen und probiert nach Einwurf einen Schuss aus der Drehung. Die VfB-Abwehr kann den Versuch jedoch abblocken (61). Nur eine Minute später sorgt Hochscheidt für den zweiten Torschuß der jedoch ungefährlich in die Arme von Kobel landete. Und Nazarov (65.) verspringt der Ball beim Zuspiel von Strauß. Insgesamt konnten die Gäste den VfB nicht mal ansatzweise in Verlegenheit bringen. Die Schwaben geben nicht mehr Gas als nötig und spulen die 2. Halbzeit höchstens im Energiesparmodus ab. Bei einem Kopfball von Gomez (68.) und einem Freistoß von Didavi (69.) ist Männel auf der Hut. Doch dann ruckt der FCE noch einmal an. Mit der Einwechslung von Krüger (74.), der unter der Woche wegen eines grippalen Infekts kaum trainieren konnte, wurde mit einem Schlag mehr riskiert um doch noch für Spannung zu sorgen. Bei einem Konter legt Testroet Krüger den Ball mustergültig in den Lauf (77.). Der scheitert aus kurzem Winkel an Kobel, schnappt sich den Abpraller um einen Klasse-Rückpaß auf den freistehenden Testroet zu spielen. Dessen Schuss wehrte jedoch Stenzel in höchster Not ab und lenkt den Ball noch über die Querlatte. Keine Frage, Aues bester und gefährlichster Angriff im ganzen Spiel. Zwar kämpften die Veilchen weiterhin tapfer und zeigten Moral, doch Hochscheidt (84.) traf den Ball nicht richtig. Danach zeigt der VfB in Person von Gomez (88.) noch einmal sein Können. Er nimmt den Ball im Fünfer perfekt an, lässt Rasmussen mit einem Schwenk ins Nichts laufen und drischt den Ball dann mit ganz viel Dampf Richtung rechtes Eck. Männel pariert mit einer irren Reaktion und der linken Hand. Die letzte Szene gehörte dann wieder Gomez. Der ehemalige Nationalstürmer ließ Männel in der ersten Minute der Nachspielzeit keine Abwehrchance und markierte aus kurzer Distanz den 3-0 Endstand. Stuttgart hebelt die Gäste-Defensive mit vielen schnellen Pässen spielerisch aus. Förster schickt Al Ghaddioui tief in den Fünfer. Der eingewechselte Stürmer legt uneigennützig quer und ermöglicht Gomez damit das sichere Tor aus vier Metern.
Kurz darauf war Schluss. Stuttgart fuhr im elften Heimspiel den neunten Sieg ein. Dabei gewann man die letzten fünf Heimspiele am Stück und erzielte stets drei Treffer. „Das Ergebnis tut weh, aber die Leistung war in Ordnung“, bilanzierte Aues Trainer Schuster. „Wir haben uns teuer verkauft, uns in einigen Situationen aber selbst beschissen.“ (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft absolut einverstanden. Wir haben uns teuer verkauft und eine gute Balance gefunden zwischen Abwehrverhalten und dem Mut nach vorne zu spielen. Wir haben in der Defensive sehr gut gearbeitet und in der ersten Hälfte nur zwei Chancen des VfB aus dem Spiel heraus zugelassen. Da ist es sehr ärgerlich, dass wir bei den beiden Gegentoren mithelfen. In der zweiten Hälfte hatten wir eine Riesenchance zum 1-2 ich hätte gerne gesehen, was in den Schlussminuten hier los gewesen wäre, wenn wir da das Tor gemacht hätten."

Pellegrino Matarazzo (Stuttgart): "Vor dem Spiel hatte ich gesagt, dass ich auch ein dreckiges 1-0 nehmen würde – nun nehmen wir ein dreckiges 3-0 mit. Das Spiel war wie erwartet zäh, es war heute ein dickes Brett zu bohren. Aue ist teils mit sechs Spielern in der Abwehrkette gestanden."

Stuttgart: Kobel – Phillips, Karazor, Endo, Stenzel – Wamangituka, Castro (57. Mola), Mangala, Gonzalez (40. Förster) – Didavi (84. Al Ghaddioui) – Gomez

Aue (Lila/Lila/Lila): Männel – Mihojevic (46. Baumgart), Gonther, Rasmussen, Kempe (74. Krüger) – Riese – Hochscheidt, Nazarov, Fandrich, Strauß - Daferner (61. Testroet)

Schiedsrichter: René Rohde (Rostock)

Zuschauer: 50.846 (davon 1.760 Auer Fans)
Auer Fans auf Reisen 2019/20

Tore: 1-0 Didavi (33.), 2-0 Didavi (42.), 3-0 Gomez (90. +1)

Reservebank Aue: Jendrusch, Samson, Zulechner, Cacutalua, Wydra, Kupusovic

Gelbe Karten: Gonzalez (6.), Karazor (15.), Phillips (45. +2) / Gonther (35.), Nazarov (56.)

Für Gonther/Aue ist es die 5. gelbe Karte. Er ist somit für das nächste Spiel gesperrt.