Spielberichte
22. Spieltag, 16.02.2020
FC Erzgebirge Aue vs. Holstein Kiel

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 16. Februar 2020
(Kick off 13:30 Uhr)


Aues Heimserie ist gerissen


Die Heimserie der Veilchen ist gerissen. Im elften Heimspiel der laufenden Saison erwischte es die Mannschaft von Dirk Schuster zuhause zum ersten Mal. Gegen abgezockte Kieler verlor man mit 1-2 und bleibt damit auch im Jahr 2020 ohne Sieg. Vor 8.700 Zuschauern setzte Schuster auf die Doppelspitze Krüger und Testroet. Das Duo sorgte auch gleich für Schwung. Nach einem Steilpass von Testroet tankt sich Krüger in den Strafraum und wird noch von Thesker behindert. Schiri Kampka lässt weiterspielen, den dann harmlosen Schuss von Krüger kann Holstein-Keeper Gelios parieren (5.). „Mich hat es gewundert, dass er sich die Szene nicht per Videobeweis angeguckt hat. Andererseits kann ich den Ball auch einfach reinhauen, dann gibt es gar keine Diskussionen“, stellte Krüger fest. Danach hatte Kiel mehr Zug zum gegnerischen Tor. Mühling (9.) und Özcan (12.) prüften Männel im Auer Tor. Aue versteckte sich jedoch nicht. Testroet zwang Gelios nach einem Freistoßversuch in die Mauer dann im zweiten Versuch zu einer Glanzparade (16.) und Krüger verzog mit einem Schrägschuß (19.) nur ganz knapp am linken Pfosten vorbei.


Zwar waren die Gäste die optisch überlegene Mannschaft, aber in den Offensivbemühungen nicht zwingend genug. Die erste größere Gelegenheit ließ auf sich warten: In der 33. Minute traf der Südkoreaner Lee nach einer Mühling-Ecke und Kopfballverlängerung von Wahl nur das Außennetz. Nur drei Minuten später durften sich die Störche bei ihrem Schlussmann Gelios bedanken, dass es weiter 0-0 stand. Nach einem feinen Pass von Riese war Hochscheidt alleine durch, scheiterte mit seinem Flachschuss jedoch am Kieler Keeper, der den Ball mit den Fingerspitzen zur Ecke lenken konnte. Während die Gastgeber ihre guten Möglichkeiten liegenließen, schlugen die Gäste auf der Gegenseite dann eiskalt zu: Die erste Chance aus dem Spiel heraus nutzten sie durch Özcan zur Führung (42.). „Ein zu billiges Gegentor“, haderte Schuster. Ein gewonnener Zweikampf im Mittelfeld und ein geschickter Pass in die Lücke die sich auf der rechten Auer Abwehrseite bot, hebelten die Auer aus, sodass Özcan frei vor Männel einschieben konnte.

Nach der Pause kontrollierte Kiel weitestgehend das Geschehen. Aue kam zwar mit frischen Elan aus der Kabine, der jedoch sehr schnell wieder verflog. Kiel hielt dagegen und trat sehr selbstsicher und souverän auf. Aue fiel nichts ein. Ein Versuch aus der Distanz von Testroet (57.) der übers Gehäuse ging, mutete schon etwas hilflos an. Eine Minute später geriet ein langer Pass von Testroet an Hochscheidt zu lang, so das dieser lässig von Gelios per Fuß aufgenommen wurde. Dann legte Kiel mit dem 0-2 nach! Lee tritt von links an, spielt einen Doppelpass mit Serra und bedient gleich wieder direkt Iyoha. Der trifft aus der Drehung durch die Beine von Samson. Der Ball wird dadurch von Samson abgefälscht und rollt links ins untere Eck (63.). Keine Chance für Männel der sich auf die andere Ecke fixiert hatte. Schuster reagierte und brachte den offensiven Nazarov für Fandrich (64.). Kaum auf den Platz, verpaßt er ganz knapp am langen Pfosten, das Tor mit einem Kopfball nach Flanke Strauß. Sechs Minuten später hauchte Nazarov seine Mannschaft noch einmal Leben ein. Nach einem schnell vorgetragenen Angriff über Strauß und Testroet trifft er mit einem herrlichen Volleyschuß zum Anschlußtreffer (70.). Die Vorarbeit kam von Krüger, der mit einer genauen Flanke aus vollen Lauf die Wende einzuläuten schien. Es war Aues erstes Tor in der Liga nach der Winterpause. Schuster brachte mit Zulechner (78.) und Daferner (85.) zwei weitere Stürmer für die Schlußoffensive. Nach Freistoß Riese (90. +3) versuchten sich Nazarov und Rizzuto mit einem Schußversuch die aber beide in der Abwehr hängen blieben. Auch Testroet hatte als dritter kein Glück, sein Versuch wurde zur Ecke abgefälscht. Diese wird von Riese hereingebracht, Testroet köpft Ignjovski an und vom Serben prallt der Ball Richtung rechter Pfosten. Dort verpasst Daferner knapp den Ball vor seiner Nase, der wohl selbst zu überrascht war. So rettete Holstein den dritten Sieg in Folge über die Zeit und kletterte in der Tabelle auf Platz 5. (Burg)

Trainerstimmen

Ole Werner (Kiel): In diesem umkämpften Spiel gab es gute Phasen für beide Mannschaften, wir haben in unseren zweimal getroffen. Mit den langen Bällen des Gegners hatten wir unsere Probleme und in der Schlussphase auch ein wenig Dusel, was aber auch daran lag, dass wir heute dreimal aus Verletzungsgründen und nicht aus taktischen Gründen wechseln mussten. Deshalb wurden einigen meiner Spieler am Ende die Beine schwer. Gefühlt sind die Spiele jetzt noch enger als vor der Winterpause, aber im Moment sind wir sehr effektiv.

Dirk Schuster (Aue): Es war ein intensives Spiel, das aber im Rahmen des Fairplay geblieben ist. Wir waren von der ersten Minute an gut im Spiel, geraten dann durch ein zu billiges Gegentor in Rückstand. Wir haben viel Aufwand betrieben, sind 120 Kilometer gelaufen, hatten ein deutliches Ecken-Plus, deshalb kann ich meiner Mannschaft heute auch keinen Vorwurf machen. Kiel ist im Moment auf der Welle, wir müssen hart dafür arbeiten, um auch wieder dorthin zu kommen.

Aue (Lila/Lila/Lila): Männel – Mihojevic, Samson (85. Daferner), Rasmussen – Strauß (78. Zulechner), Fandrich (64. Nazarov), Riese, Rizzuto – Hochscheidt – Krüger, Testroet

Kiel: Gelios – Neumann (33. Todorovic), Wahl, Thesker, van den Bergh (79. Seo) – Ignjovski – Iyoha, Mühling, Özcan, Lee – Serra (66. Porath)

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz

Zuschauer: 8.700

Tore: 0-1 Özcan (42.), 0-2 Iyoha (63.), 1-2 Nazarov (70.)

Reservebank Aue: Jendrusch – Baumgart, Kempe, Cacutalua, Wydra, Kupusovic

Gelbe Karten: Fandrich (22.), Riese (48.), Samson (77.) / Thesker (67.), Iyoha (90. +3)