Spielbericht
25. Spieltag, 08.03.2020
SG Dynamo Dresden vs. FC Erzgebirge Aue 2-1

2

:

1

Rudolf-Harbig-Stadion Dresden, Sonntag 08. März 2020
(Kick off 13:30 Uhr)


Verdiente Niederlage für Aue


Das 104. Sachsenduell ging zum 44-mal an Dynamo Dresden. Die Gastgeber drehten einen frühen Rückstand noch in einem letztlich verdienten 2-1 Sieg. Aues Kapitän Martin Männel, der seine Mannschaft mit einigen Glanzparaden eine Stunde im Spiel hielt meinte: „Wir haben nach der Führung den Faden und die Geduld verloren.“
Die Gäste erwischten den deutlich besseren Start, doch Mihojevic traf per Kopf nach einem Hochscheidt-Freistoß nur den linken Pfosten. Da waren erst 76 Sekunden gespielt. In der sechsten Minute zappelte die Kugel dann im Netz von Dresden. Einen halbherzigen Klärungsversuch aus dem Strafraumzentrum fing Rasmussen per Kopf ab und als der Ball zurück im Strafraum war, schaltete Hochscheidt am schnellsten und hob den Ball über den chancenlosen Broll in die Maschen. Zunächst ging die Fahne des Linienrichters wegen einer angeblichen Abseitsstellung hoch, doch die hatte Dynamos Rechtsverteidiger Wahlqvist aufgehoben. Videoassistent Christian Dietz meldete sich aus dem Kölner Keller und bestätigte nach 80 Sekunden die Gültigkeit des Tores.


Dresden reagierte wütend und hatte durch Makienok die große Ausgleichschance, allerdings parierte Männel bärenstark per Fußparade (10.). Neben knackigen Zweikämpfen - Gräfe verteilte im ersten Abschnitt vier Gelbe Karten - hatte die Partie auch in der Folge viel Tempo. Dynamo fehlte im letzten Drittel aber stets der entscheidende Pass. Bei Aue riss nach der Führung irgendwie der Spielfaden. Die Gäste wollten das Spiel nur kontrollieren und das Ergebnis verwalteten. Nach vorn tat sich viel zu wenig. Ansonsten gab es hüben wie drüben nur sogenannte Halbchancen von Gonther (13.), Petrák (23.) und Husbauer (40.). Eine vielversprechende Szene hatte Dynamos Sturmtank Makienok, der mit dem Ball zunächst frei auf Männels Tor zulief, als sich Gonther bei einem langen Ball verschätzte. Dann aber wurde der Zwei-Meter-Riese von Rasmussen eingeholt und kurz vorm Strafraum vom Ball getrennt (35.). In der 44. Minute wurden die Gäste für ihr Nichtstun bestraft. Nach einem starken Konter über Burnic und Donyoh fand dieser am ersten Pfosten Schmidt, der cool ins kurze Eck vollstreckte. Dynamo nutzte die offene rechte Auer Abwehrseite gnadenlos aus.
Dieses Tor gab den Dresdnern so richtig Auftrieb. In der Nachspielzeit der 1. Halbzeit hatten sie zwei riesige Gelegenheiten, die Partie zu drehen. Erst klärte Männel mit dem linken Fuß einen Makienok-Schuss nach weiterer Donyoh-Hereingabe gerade noch zur Ecke. Und die hätte Makienok fast per Kopfballaufsetzer verwertet, doch Nazarov wehrte auf der Linie an die Latte ab. Der Ball sprang wieder ins Feld und knapp am einschussbereiten Schmidt vorbei (45.+2), bevor er endgültig geklärt wurde. Mit mehr Glück als Verstand retteten die Auer das Remis in die Pause. Das berühmte Momentum war zuletzt auf Seiten der Dresdner.

Die Schwarz-Gelben nahmen den Rückenwind mit in Halbzeit zwei. Die erste ernsthafte Chance hatte aber Aues Rizzuto (51.), dessen Schuss aus der Distanz Broll aber vor keine Probleme stellt. Im direkten Gegenzug hätte Dynamo dann fast getroffen. Nach Husbauers Flanke bekam Mihojevic den langen Dänen Makienok nicht in den Griff. Bei dessen sehenswertem Abschluss mit der Hacke musste sich Männel mächtig strecken (52.). Anschließend aber liefen die Hausherren vor heimischem Publikum zur Hochform auf und wollten das Führungstor erzwingen. Zunächst hielt Männel stark gegen eine scharfe Hereingabe von Donyoh (57.). Nur eine Minute später wird Donyoh von Schmidt am Elfmeterpunkt völlig freigespielt, wieder hält Männel mit einem phantastischen Reflex. Und wieder nur eine Minute später folgte die Szene dieses Spiels: Schmidt ließ eine Hamalainen-Flanke mit dem Rücken zum Tor noch einmal aufspringen um den hochspringenden Ball dann per per Fallrückzieher ins linke untere Eck zu versenken. Männel sprang verzweifelt hinterher, doch der passte zu gut. Die 2-1 Führung hatte sich irgendwie angedeutet. Gäste-Coach Schuster wechselte, brachte Samson für den angeschlagenen Gonther (60.) und Krüger für Nazarov (65.). Dazwischen tauchten die Auer mal wieder im gegnerischen Strafraum auf. Baumgart bediente von rechts Testroet (61.) und der köpfte den Ball links am Tor vorbei. Danach ziehen sich die Hausherren immer mehr zurück. Geschickt halten sie den Gegner vom Tor fern. Hochscheidt probiert es Zentral aus 18 Meter. Der Schuß hatte die richtige Höhe und Schärfe doch Petrák wirft sich artistisch dazwischen und verhindert das wahrscheinliche 2-2 (71.).
Mihojevic verlässt aus taktischen Gründen den Rasen. Der Auer Abwehrmann macht Platz für den Stürmer Zulechner (77.). Die Veilchen geben sich noch nicht geschlagen, reißen die Kontrolle in den letzten Minuten an sich. Testroet, mit einem Versuch ohne Schärfe (83.) und einem aus der Drehung (85.) der auch viel zu harmlos ist für Broll, sowie ein Fandrich-Schuß (88.) der über den Kasten geht, zeigen irgendwie die Hilflosigkeit der Auer an. Dresden steht eng und läßt einfach nichts anbrennen. Ein letzter Versuch, von Testroet vorbereitet, läßt Zulechner (90.) am langen Posten verstreichen, dem der Ball verspringt. In der 3-minütigen Nachspielzeit ringt Kreuzer Rizzuto an der Torauslinie förmlich zu Boden. Rizzi unten, Kreuzer oben. Der Deutsch-Italiener will verständlicherweise aufstehen, schafft dies auch, doch Schieri Gräfe „bestraft“ ihn danach mit der Gelb/Rot-Karte. Rizzuto hatte schon Gelb in der 86. Minute gesehen. (Burg)
Trainerstimmen
Dirk Schuster (Aue): "Wir haben heute ein sehr intensives und kampfbetontes Spiel gesehen. Wir wussten, dass Dynamo ein starkes Kombinationsspiel anbieten kann. Das wollten wir mit starkem Pressing verhindern. Das ist uns auch in den ersten 30 Minuten gut gelungen. Danach waren wir

in der Vorwärtsbewegung zu hektisch und zu fehlerhaft. Glücklicherweise sind wir dann mit dem 1-1 in die Halbzeit gegangen. Nach dem Rückstand haben wir noch einmal alles versucht, aber bringen den Ball nicht mehr über die Linie, wenn ich an die Zulechner-Möglichkeit denke."

Markus Kauczinski (Dresden): "Ich glaube, dass wir heute unterm Strich verdient gewonnen haben. Aue mit dem besseren Start, aber wir haben heute erneut starke Comebackqualitäten gezeigt und unser Herz auf dem Platz gelassen. Martin Männel hat heute überragend gehalten. Den Deckel hätten wir sehr gerne viel früher auf die Partie gemacht. Patrick Schmidt heute mit einem überragenden Tag bzw. Treffer. Am Ende ein verdienter Sieg und ich freue mich wahnsinnig für den Verein und das Umfeld. Heute können wir den Tag genießen aber der Fokus wandert jetzt aber auf Hannover, wir haben hier noch etwas vor."


Dresden: Broll – Wahlqvist (46. Kreuzer), Ballas, Nikolaou, Hamalainen (84. Löwe) – Petrak, Burnic – Schmidt, Husbauer, Donyoh (90.+3 Hartmann) – Makienok

Aue (Lila/Lila/Lila): Männel – Mihojevic (77. Zulechner), Gonther (60. Samson), Rasmussen – Baumgart, Fandrich, Riese, Rizzuto – Nazarov (65. Krüger) – Hochscheidt, Testroet

Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)

Zuschauer: 30.753 (davon 2.970 Auer Fans)

Tore: 0-1 Hochscheidt (6.), 1-1 Schmidt (44.), 2-1 Schmidt (59.)

Reservebank Aue:

Gelbe Karten: Donyoh (21.), Petrák (24.) / Rasmussen (22.), Baumgart (43.), Rizzuto (86.)

Gelb/Rote Karte: Rizzuto/Aue (90. + 2/Unsportlichkeit)

Vorkommniss: Tor zum 0-1 gegeben nach Videobeweis (7.)