Spielbericht
2. Spieltag, 25.09.2020
FC Erzgebirge Aue vs. SpVgg Greuther Fürth 1-1

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Erzgebirgsstadion Aue, Freitag 25. September 2020
(Kick off 18:30 Uhr)


Glücklicher Punkt gegen das Kleeblatt


Nach 209 Tagen gab es im Auer Stadion wieder ein Heimspiel vor Zuschauern. Die 999 Zuschauer, es mussten ja aus behördlichen Gründen unter 1.000 sein, sahen in der Summe ein äußerst schmeichelhaftes Remis für die Hausherren, die zwar zu Beginn einen ganz guten Eindruck hinterließen, nach ihrem Ausgleichstreffer aber über weite Strecken nicht mehr viel auf die Reihe bekamen. Die Veilchen bleiben nach den ersten beiden Liga-Spielen ungeschlagen. Es gab schon mal schlechtere Zeiten.
Die Gäste aus Fürth begannen druckvoll und belohnten sich nach gerade einmal sechs Minuten mit der Führung. Aues Nazarov wollte zum eigenen Keeper Männel zurückspielen, doch er hatte Nielsen übersehen, der völlig alleine am Sechszehner stand. Der Fürther nahm den Ball mit, stand alleine vor Männel und legte überlegt quer, wo Ernst keine Mühe hatte, aus zwölf Metern flach zum 0-1 einzuschieben. Auch danach blieben die Franken das bessere Team, doch mehr als ein Versuch aus spitzem Winkel von Raum entstand nicht (9.). Für einen Schockmoment sorgte nach gut einer Viertelstunde der Zusammenprall von Fürths Keeper Burchert mit Abwehrchef Mavraj. Burchert traf seinen Mitspieler bei einer Abwehraktion mit der Hüfte am Kopf - Mavraj prallte daraufhin heftig auf den Boden und schien zunächst bewusstlos zu sein. Nach einer mehrminütigen Unterbrechung musste Mavraj mit einer Trage vom Platz getragen werden und wurde ins Krankenhaus gebracht. Nach der langen Unterbrechung nutzten die Veilchen kurz nach Wiederaufnahme des Spielbetriebes den Schockzustand der Gäste und erzielten den Ausgleich. Nach Eckball von Riese und einer Kopfballverlängerung von Ballas wird es unübersichtlich im Torraum der Gäste. Ein Kopfball von Gonther wird von Sarpei von der der Linie gekratzt, doch die Fürther bekommen den Ball nicht weg. Ballas köpft wieder aufs Tor und über Umwegen springt der Ball Krüger vor die Füße. Der setzt nach und rammt die Kugel im Fallen mit dem linken Fuß ins rechte obere Dreieck. Dieser aber verlieh dem Schuster-Team keinen Rückenwind. Zwar blieb man fleißig, aber noch vorne passierte nichts zwingendes. Nur einmal gab es einen Hauch von Gefährlichtkeit, als Jaeckel den Ball an Testroet verliert, der dann freie Bahn hat, zögerte jedoch links im Strafraum zu lange (34.). Anschließend wird der Winkel zu spitz. Mit etwas Verspätung wird ohnehin auf eine Abseitsposition von Testroet entschieden. Doch die Fürther wurden wieder stabil. Der eingewechselte Barry zielte nach einer Ecke im Nachschuss drüber, dann gab es eine Doppelchance in der 36. und 37. Minute. Zunächst war Nielsen an Männel vorbei, der Winkel war jedoch zu spitz, er konnte den Ball nicht mehr aufs Tor ziehen. Sekunden darauf drang Raum von links in den Strafraum ein, sein scharfer Schuss ging einen Meter über die Latte.

Blick von der Westtribüne Anfang der 2. Halbzeit. Foto: Burg

Die zweiten 45 Minuten begannen wie die ersten: Das Kleeblatt drückte die Hausherren immer wieder in die eigene Hälfte. Ernst, schön von Hrgota freigespielt, rutschte frei vor Männel aus (47.) und bei einer Flanke von der linken Seite (Ernst) hätte sich Aues Keeper und Kapitän Männel fast verschätzt (49.). Die Abwehr der Gastgeber hatte alle Hände voll zu tun. Aue kam nicht in den Rhythmus und spielte zu langsam durch die Mitte. Es dauerte bis zur 70. Minute, ehe die Hausherren wieder gefährlich vor dem Tor erschienen. Gnjatic bediente mit einem langen Ball Testroet, der kann sich im Zweikampf behaupten und auf Krüger querlegen. Der leicht abgefälschte Ball landet im Rücken von Krüger. Dessen überhasteter Schuss aus der Drehung und im Fallen geht dann übers Tor. Auch Rieses Distanzschuss wenig später ging über den Kasten (72.). Wieder nur eine Minute später rettete der Fürther Jaeckel im letzten Moment gegen Testroet.
Danach spielte nur noch das Kleeblatt und hatte noch einige gute Gelegenheiten. Eine Flanke von Meyerhöfer klärte ein Auer vor zwei einschussbereiten Fürthern (85.). Dann steckte Seguin perfekt durch auf Leweling, doch der junge Stürmer rutschte alleine vor Männel weg. Hrgota war es dann, der aus halbrechter Position abzog (89.), die Kugel rutschte ihm aber ab und so ging sie rechts vorbei. So endete die Partie letzten Endes mit 1-1. Ein schmeichelhaftes Ergebnis für Aue Angesichts von 7-15 Torschüssen. Die Veilchen halten zumindest ihre jetzt sechs-Spiele-Serie aufrecht in denen sie nicht vom Kleeblatt bezwungen wurden. (Burg)

Trainerstimmen
Stefan Leitl (Fürth): "Erstmal möchte ich die Gelegenheit nutzen, um Mergim Mavraj alles Gute zu wünschen. Er ist aktuell im Krankenhaus zu weiteren Untersuchungen. Er ist ansprechbar. Wir hoffen natürlich, dass er schnell wieder bei unserer Mannschaft ist. Wir haben eine sehr intensive Partie gesehen, die geprägt war von sehr vielen Zweikämpfen. Sicherlich auch aufgrund der Tatsache, dass wir einen Systemwechsel vorgenommen haben, haben Aue in ihrem System gespiegelt. Das ist uns sehr gut gelungen. Wir hatten eine sehr gute Tiefenkontrolle, eine gute Staffelung und haben so auch wenig bis gar nichts zu gelassen. Wir gehen in einer Situation in Führung, die wir gut antizipieren, in gutem Pressing spielen. Gehen, denke ich, auch verdient in Führung. Das 1-1 fällt natürlich in der Phase, als wir Mergim ausgetauscht haben. Da hat er uns natürlich schon gefehlt bei dieser Ecke. So gehen wir dann in die Halbzeitpause. Wir haben uns vorgenommen, mutiger zu spielen. Ich glaube schon, dass wir in der zweiten Hälfte näher am Sieg waren als Aue und hätten uns durchaus belohnen können. Trotzdem bin ich mit dem Auftritt meiner Mannschaft zufrieden. Wir haben aus der Vergangenheit gelernt. Wir haben letztes Jahr hier verloren und wurden ausgekontert, das ist uns heute nicht passiert, weil wir es gut unter Kontrolle hatten."

Dirk Schuster (Aue): "Ich möchte ebenfalls mit den besten Wünschen für Mergim Mavraj beginnen von allen bei uns handelnden Personen, dass er schnell genesen wird und es nichts Schlimmes ist. Ich habe das Spiel ähnlich gesehen. Wir wollten die Fürther überraschen, indem wir früh draufgehen, indem wir fast auf dem gesamten Platz Mann gegen Mann spielen. Ich denke, dass wir zu viele Fehler gemacht haben. Wir hatten viele Balleroberungen, aber oft die Folgeaktion falsch beurteilt oder nicht gut zu Ende gespielt. Wir mussten uns dann auch ein bisschen schütteln nach dem 0-1, da ging es teilweise drunter und drüber, zeitweise war es auch etwas unansehnlich von unserer Seite. Glücklicherweise hat eine Standardsituation den Ausgleich gebracht. Ich glaube, wir hätten uns nicht beschweren dürfen, wenn die Fürther die drei Punkte mitnehmen, weil sie einfach ein Chancenplus hatten. Wir haben durch Fehler diese Chancen mit begünstigt, glücklicherweise ist nichts passiert. Mit vier Punkten aus zwei Spielen können wir gut leben. Wir machen den Deckel auf das Spiel und fahren mit voller Kraft zum HSV, den wir hoffentlich auch ein bisschen ärgern können."


Aue (Lila-Weiß/Lila/Lila): Männel – Gonther, Samson, Ballas – Gnjatic (83. Cacutalua), Riese – Strauß, Nazarov (60. Hochscheidt), Rizzuto – Testroet (83. Zulechner), Krüger

Burchert – Bauer, Mavraj (21. Barry), Jaeckel – Meyerhöfer, Sarpei (78. Stach), Raum – Seguin, Ernst (78. Green) – Hrgota, Nielsen (46. Leweling)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 999 (lt. Verordnung Gesundheitsamt)

Tore: 0-1 Ernst (6.), 1-1 Krüger (23.)

Reservebank Aue: Klewin – Baumgart, Majetschak, Jeck, Härtel, Zolinski

Gelbe Karten: Gnjatic (37.), Samson (80.) / Raum (90. +1)