Spielbericht
6. Spieltag, 31.10.2020
FC Erzgebirge Aue vs. Holstein Kiel 1-1

1

:

1

Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 31. Oktober 2020
(Kick off 13:00 Uhr)


Aue nur mit Remis trotz Überzahl


Trotz 75-minütiger Überzahl ist der FC Erzgebirge Aue am Samstagnachmittag nicht über ein 1-1 gegen Holstein Kiel hinausgekommen. Die Veilchen begannen furios und gingen schon nach 100 Sekunden durch ein Hacken-Tor von Krüger in Führung. Dirk Schuster schickte die "Veilchen" in einer 3-5-2-Formation auf den Rasen. Strauß rückte wie angekündigt für den gesperrten Rizzuto auf links. Die andere Seite beackerte Baumgart. Samson verteidigte zentral in der Dreierkette, während Krüger – für den kurzfristig ausgefallenen Hochscheidt – wieder im Angriff aufgeboten wurde. Und das sollte sich als glänzende Entscheidung erweisen. Krüger war von Beginn an ein Fixpunkt und Antreiber im Offensivspiel der Auer, die furios in die Partie kamen.
Die Gastgeber legten den Schalter sofort auf Angriff. Baumgart brachte den Ball nach Doppelpass mit Testroet von der rechten Seite in den Fünfmeterraum, dort setzte sich Krüger gegen Wahl durch und verlängert den Ball sensationell mit der Hacke ins lange Eck. Der verdutzte Kieler Keeper Gelios kann nur zuschauen. Kaum 120 Sekunden später hätte der Torschütze nach Testroets Kopfball-Vorbereitung eigentlich erhöhen müssen – scheiterte im Eins-gegen-Eins jedoch am großartig parierenden Gelios. Der Abpraller des parierten Balles prallte jedoch von Theskers Brust im hohen Bogen an den linken Pfosten, Krüger wußte einen Moment nicht wo der Ball ist, ehe Gelios endgültig klären konnte (5.). Die Hausherren überrollen die Kieler geradezu und kommen im Minutentakt zu Großchancen. Krüger geht wie das berühmte Messer durch die Butter bedient Testroet der aber am blitzschnell reagierenden Gelios scheitert. Der ist blitzschnell unten, fährt den rechten Arm aus und verhindert den Einschlag gerade noch (7.).
Doch statt 2-0 für Aue stand es urplötzlich Remis. Aus dem Nichts hatte Holstein ausgeglichen, als Serra nach Dehms-Eingabe von rechts eine Fußspitze eher am Ball war als Breitkreuz (9.) und den Ball ins lange Eck verlängert. Serra hätte aus guter Position noch mal zuschlagen können (11.), ehe Neumann durch Hinweis des VAR im Nachgang seines Ellenbogeneinsatzes gegen Strauß mit glatt Rot vom Platz flog (15.). Der Schieri hatte zunächst die Gelbe Karte gezeigt. Fortan übernahm Aue in Überzahl die Spielkontrolle, Holstein konnte jedoch weiterhin Nadelstiche setzen. So verzog Mühling aus spitzem Winkel (30.), ehe die Hausherren zu weiteren Gelegenheiten kamen. Doch Testroets Schuss landete in Gelios‘ Armen (33.) und Zolinski verzog aus 18 Metern ebenso (37.) wie Fandrich (42.) aus 17 Metern mit einem Schlenzer. Die 500 Zuschauer, die gekommen sind, applaudieren, als die Teams in die Kabine gehen.

Nach dem Wiederanpfiff präsentierte sich die "Störche"-Defensive deutlich kompakter und stabiler. Zwar standen sie gezwungenermaßen tief und lauerten auf Konter, während Aue anlief, gegen leidenschaftlich verteidigende Gäste aber wenig Mittel fand. Der Schuster-Elf fiel in Überzahl mit zunehmender Spielzeit sichtbar wenig ein, um die Kontrahenten in Verlegenheit zu bringen. Ein Versuch von Fandrich (51.) konnte Gelios mit dem Fuß stoppen. Und als Testroet und Samson für Fandrich vorbereiten jagt dieser den Ball hoch über den Kasten (59.).
Und wenn es dann doch mal gefährlich wurde für die Gäste, verhinderte einmal der überragend aufgelegte Gelios: Nach einer Baumgart-Flanke, die Testroet (60.) Richtung Tor lenkt, hechtet Kiels Schlussmann ins bedrohte Eck und entschärft die Situation mit den Fingerspitzen. Wenig später zischte Cacutaluas Fernschuss nur unweit am linken Tordreieck vorbei (66.). Viel mehr war nicht drin im Auer Angriff. Auf der anderen Seite musste der nahezu beschäftigungslose Männel einmal ganz tief durchatmen, als Mühling – auf Zuspiel von Bartels – plötzlich völlig frei vor ihm auftauchte aber links verzog (71.). In der Schlußphase mit einer vierminütigen Zugabe können sich die Gäste immer öfters befreien. Aue fällt überhaupt nichts mehr ein, Kiel hat trotz Unterzahl alles im Griff. Am Ende geht das Remis unter dem Strich in Ordnung. (Burg)

Trainerstimmen
Ole Werner (Kiel): "Ein Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue ist sowieso nicht leicht und wenn man dann so einen Start erwischt, können wir mit diesem hart erkämpften Punkt sehr gut leben. Wir haben die Aufgabe vor allem defensiv sehr gut gemeistert, haben leidenschaftlich verteidigt, hatten einen guten Torhüter und hatten immer wieder Nadelstiche. Insofern haben wir heute das Maximum dessen, was für uns drin war, rausgeholt."

Dirk Schuster (Aue): "Ich kann nach einer sehr turbulenten Woche bei uns mit dem Punkt durchaus leben, weil die Mannschaft über die gesamte Spielzeit alles versucht hat, dieses Spiel zu gewinnen – nur nicht immer die brauchbaren Mittel dazu angewendet hat. Wir hätten höher führen können zu Beginn und haben nach der Roten Karte den Fehler gemacht, das Tempo über das Passspiel nicht hoch genug gehalten haben. Kiel konnte sich so gut verschieben und hat viel wegverteidigt. Das Zwingende, Hundertprozentige war bei uns dann leider nicht mehr dabei. Wir wussten, dass die Kieler im Umschaltspiel sehr gefährlich sein können, was sie in der Schlussphase auch unter Beweis gestellt haben. Deshalb sind wir nicht volles Risiko gegangen, um am Ende nicht in einen Konter zu laufen.“

Aue (Lila-Weiß/Lila/Lila): Männel – Gonther (46. Cacutalua), Samson (64. Nazarov), Breitkreuz – Riese, Fandrich – Baumgart (86. Ballas), Zolinski, Strauß – Testroet, Krüger (80. Zulechner)

Kiel: Gelios – Neumann, Wahl, Thesker, Dehm – Meffert – Porath (84. Ignjovski), Mühling, J. Lee (76. Mees), Bartels (84. Hauptmann) – Serra (74. Lauberbach)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 500 (lt. Verordnung Gesundheitsamt)

Tore: 1-0 Krüger (2.), 1-1 Serra (9.)

Reservebank Aue: Klewin - Jeck, Gnjatic, Jonjic, Majetschak

Gelbe Karten: Gonther (40.), Riese (59.) / Mühling (12.), Thesker (43.), Meffert (90. +2)

Rote Karte: Neumann/Kiel nach Videobeweis (15.)