Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

DDR-Oberliga 1987/88

Spielbericht

10. Spieltag - Samstag, 07.11.1987 - 14:00

BSG Wismut Aue - BSG Stahl Riesa 2:3 (0:1)

BSG Wismut Aue: Jörg Weißflog - Peter Georgi, Volker Schmidt, André Köhler, Bernhard Konik - Steffen Krauß, Matthias Weiß (69. Jens Schumacher), Roland Balck - Klaus Bittner, Harald Mothes, John Bemme (46. Ulf Einsiedel); Trainer: Hans Speth

BSG Stahl Riesa: Claus Boden - Sven Kretzschmar, Frank Dünger, Knut Martick (58. Steffen Dünger), Volker Hennig - Jens Leonhardt, Detlef Müller, Gerd Kerper - Frank Kerper (84. Uwe Burow), Gero Maaß, Jens Pfahl; Trainer: Manfred Lienemann

Tore: 0:1 Gero Maaß (15.); 0:2 Jens Pfahl (66.); 0:3 Jens Pfahl (67.); 1:3 Ulf Einsiedel (86.); 2:3 Klaus Bittner (90.)

Schiedsrichter: Günther Habermann (Weißensee)

Zuschauer: 6000

Gelbe Karte: Rainer Kunde, Peter Georgi / Volker Hennig

Vergebener Elfmeter: Matthias Weiß (Foulelfmeter, 51., gehalten von Claus Boden) / -

Wismut-Talfahrt hält an

Spaßvögel ahnten schon vor dem Anpfiff nichts Gutes: Wie drei Tage zuvor Flamurtari Vlora (und allein dieser Name war im weiten Rund ein Reizwort) liefen auch die Riesaer in schwarz-roter Kluft auf, Das konnte ja nicht gut gehen... Ging es auch nicht, doch an der desolaten Verfassung der Platzherren, die 80 Minuten lang eine traurige Vorstellung boten, dürfte die Bekleidung der Gäste wohl am wenigsten schuld gewesen sein. Da ging lange Zeit so ziemlich alles daneben, was überhaupt danebengehen kann. Es begann mit der vergebenen Riesenchance für Krauß (3./allein vor Boden verfehlte er das Gehäuse). Ein Führungstreffer hätte wahrscheinlich einige Bremsen lösen können.

Doch der fiel auf der anderen Seite, als Maaß erstmals das schlechte Stellungsspiel in der Wismut-Abwehr (V. Schmidt) bestrafte. Das war der Anfang vom Ende, denn mit der Führung im Rücken wurden die Stahlwerker immer sicherer, Wismut dagegen von Minute zu Minute konfuser. "Es fehlte die ordnende Hand im Mittelfeld. Zudem auch die körperliche, erst recht die geistige Frische", bemühte sich Trainer Hans Speth um eine erste Analyse. So versuchten die Platzherren zwar Druck zu machen, Riesas gut organisierte Abwehr mit einem sicheren Boden im Rücken indes hatte wenig Mühe, die planlosen Angriffsbemühungen abzufangen.

Nach dem Wechsel wurden die Kontraste noch deutlicher, erst recht, als Weiß auch noch einen (allerdings umstrittenen) Foulstrafstoß gegen Boden vergab (51.). Anfangs vorwiegend darauf konzentriert, das Tempo aus dem Spiel zu nehmen, zogen die Gäste nun immer mutiger ihre Konterzüge auf. Und da herrschte in der Auer Abwehr oftmals heillose Verwirrung, weil Stahls bewegliche Spitzen nie unter Kontrolle zu bringen waren. Pfahls Doppelschlag binnen einer Minute kam keineswegs zufällig! Man konnte förmlich darauf warten.

Was blieb war für die "Veilchen" ein Schlußspurt im Alles-oder-nichts-Stil. Von Nachlässigkeiten in der nicht mehr voll konzentrierten Stahl-Deckung profitierend, gab es dann auch noch zwei Treffer, zusätzlich eine große Möglichkeit für den eingewechselten Schumacher, der aus Nahdistanz jedoch nur die Latte traf (87.). "Wir haben in der Endphase wenigstens Moral bewiesen", konnte Hans Speth zumindest noch einen positiven Aspekt vermerken. Mit diesem Pfund müssen die Kumpel wuchern, wenn die Talfahrt gestoppt werden soll. Denn die Aufgaben der kommenden Wochen haben es in sich, schon die nächste in Erfurt. Und was soll erst passieren, wenn den Blumenstädtern einfällt, zu ihren roten Hemden auch noch schwarze Hosen anzuziehenů Sascha Stolz, Fuwo, 10.11.1987