Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

DDR-Oberliga 1988/89

Spielbericht

11. Spieltag - Samstag, 12.11.1988 - 13:30

BSG Wismut Aue - 1. FC Magdeburg 1:0 (1:0)

BSG Wismut Aue: Jörg Weißflog - Uwe Bauer, Volker Schmidt, Bernhard Konik - Steffen Krauß, Roland Balck, Andreas Langer, Steffen Lorenz - Ulf Einsiedel (84. Jens Meier), Matthias Jacob (60. John Bemme), Thomas Weiß; Trainer: Ulrich Schulze

1. FC Magdeburg: Dirk Heyne - Frank Cebulla, Jens Landrath, Thomas Kluge, Dirk Schuster - Frank Siersleben (60. Heiko Laeßig), Wolfgang Steinbach, Heiko Bonan, Peter Köhler - Markus Wuckel, Andreas Brinkmann (88. Stefan Minkwitz); Trainer: Joachim Streich

Tore: 1:0 Matthias Jacob (37.)

Schiedsrichter: Günter Supp (Meiningen)

Zuschauer: 10500

Gelbe Karte: Roland Balck, Ulf Einsiedel / Jens Landrath

Gesperrte Spieler: Balck (Aue) erhielt seine 3. Gelbe Karte (in Liga und Pokal) und ist für das nächste Pflichtspiel gesperrt.

Zu Hause weiterhin kompakt

Mit der Auffassung von Joachim Streich konform zu gehen, Enttäuschung über diese Niederlage sei bei leichtem Aufwärtstrend fehl am Platze, kann man sich nicht so recht anfreunden. Wenn überhaupt, dann trifft diese Anmerkung des für seine (selbst)kritische Haltung ja hinreichend bekannten FCM-Trainers bestenfalls auf die letzten 20 Minuten zu. "Aber auch da", so Wismut-Sektionsleiter Werner Lorenz, "gaben wir uns in der Abwehr keine entscheidende Blöße." Um es auf diesen Nenner zu bringen: Hundertprozentig verstanden sich die Gäste nicht zu straffen, als sie endlich auf Tor-Verfolgungsjagd gingen. Deshalb 0:1 und Verbleib im Feld der Bedrohten.

Die Entscheidung im Lößnitztal für Wismut Aue und gegen den 1. FC Magdeburg. Nach Eckball kann Angriffsspieler Jacob trotz Bedrängnis den Ball per Kopf ins Eck dirigieren - unhaltbar für Schlußmann Heyne. Foto: Wagner

Voneinander abweichende Meinungen also. Dahingehend allerdings wohl kaum, daß der hier wie da im Zweikampf wiederholt überzogene Einsatz nur schleppend den Weg für Kombinationsfußball freilegte. Und da setzten die Erzgebirgler dann doch die nachhaltigeren Akzente, verstanden sich auf einige geschickt inszenierte und auch gefährlich abgeschlossene Aktionen (27. Rettungstat von Schuster auf der Linie gegen Weiß) ebenso wie auf kraftvolles Durchspiel (Balck) aus dem Rückraum. Immer dabei im taktischen Verhalten darauf achtend, wie es Trainer Ulrich Schulze formulierte, "den Gegner mit seinen individuellen Stärken im Mittelfeld nicht zum Tragen kommen zu lassen". Laufaufwand und Einsatz, wenn auch unterschiedlich in der Wirkung, stimmten. Daraus resultierende Aggressivität war bei den Erzgebirglern durchgehend stärker ausgeprägt (Weiß, nach Halbzeit dann auch Lorenz) als beim Gegner und den von Bauer/Konik doch überraschend sicher kontrollierten Spitzen.

Überraschungen im Sinne von Einfällen hatte der FCM im Spiel kaum parat. Die größte kündigte er vorher an: Steinbach (34) wieder im Dreß seines alten Klubs. "Erklärbar damit, daß wir ihn in der hervorragenden Form der letzten Wochen benötigen, um fehlende Mittelfeldsicherheit zu finden, den jungen Akteuren einen erfahrenen Fixpunkt zu geben", wie der amtierende Vorsitzende Joachim Hildebrandt anmerkte. Wie erwartet spielte Steinbach - seiner technischen Klasse gemäß - die besten Pässe. Reaktion in der 67. Minute, als Assistenztrainer Siegmund Mewes die Frage nach Kraft und Ausdauer stellte: "Keine Probleme!" Man muß sich erst daran gewöhnen, daß er im Oberliga-Fußball wieder da istů

Abschließendes Lob für den verdienten Sieger: Er demonstrierte erneut seine Heimstärke, gekennzeichnet von wiederum enormer Laufbereitschaft und Disziplin, hier und da auftretende Lücken beispielgebend zu schließen. Davon konnte beim FCM im gleichen Maße ganz sicherlich nicht die Rede sein. Dieter Buchspieß, Fuwo, 15.11.1988