Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

Nordost-Liga Staffel B 1990/91

Spielbericht

16. Spieltag - Samstag, 08.12.1990 - 13:00

FC Wismut Aue - FSV Zwickau 5:3 (1:0)

FC Wismut Aue: Jörg Weißflog - Mathias Jack, Volker Schmidt, Enrico Barth, Michael Geßner - Ronald Färber, André Köhler, John Bemme (65. René Hecker), Stefan Persigehl - Jozef Medgyes, Mirko Reichel (84. Jens Möckel); Trainer: Klaus Toppmöller

FSV Zwickau: Mario Neumann - Uwe Pohl (71. Robby Schneidenbach), Lars Hermel, Steffen Kubatzky - Ralf Wagner, Carsten Romanowsky, Olaf Schreiber, Torsten Viertel (82. Michael Hübner) - Torsten Reichelt, Thomas Leonhardt, Maik Faßl; Trainer: Harald Irmscher

Tore: 1:0 Ronald Färber (45.); 1:1 Steffen Kubatzky (54.); 2:1 Mirko Reichel (57.); 2:2 Lars Hermel (Foulelfmeter, 64.); 3:2 Ronald Färber (Foulelfmeter, 70.); 4:2 Jozef Medgyes (78.); 5:2 René Hecker (81.); 5:3 Maik Faßl (86.)

Schiedsrichter: Günter Supp (Meiningen)

Zuschauer: 4000

Gelbe Karte: Jozef Medgyes (3.) / Olaf Schreiber

Ein Derby, das erwärmte

Schwierige Bodenverhältnisse herrschten beim Westsachsenderby in Aue. Foto: Proksch

Die 4.000 Zuschauer, die ins Otto-Grotewohl-Stadion gekommen waren, konnten sich an diesem Bezirksderby zwischen Aue und Zwickau erwärmen. Acht Tore in einem Spiel, sieben davon in der zweiten Halbzeit, eine faire Begegnung auf ordentlichem spielerischem Niveau - das bekommt man in der Liga Nordost nicht alle Tage geboten. Mit dem FC Wismut Aue gewann die klar bessere Mannschaft, weil sich auf dem schwer zu spielendem Schneeboden endlich wieder auf alte Wismuttugenden besonnen wurde: Auf einen Kampfgeist, der vor allem in der zweiten Halbzeit auch zu einigem spielerisch Bemerkenswerten führte.

Die Gäste aus Zwickau, die an diesem Tag vor allem in den ersten 45 Minuten viel zu vorsichtig und abwartend agierten, hielten bis Mitte der zweiten Halbzeit das Geschehen offen, mußten dann jedoch der engagierten Spielweise der Wismut-Elf Tribut zollen, in der es am Sonnabend keinen Ausfall gab und jeder für den anderen mitkämpfte. Stefan Geyler, Freie Presse, 10.12.1990

Jetzt sind es nur noch vier...

"Oh wie so schönů" klang es am Sonnabend im Auer Otto-Grotewohl-Stadion aus mehreren hundert Kehlen. Die Fans der Wismut-Elf hatten auch allen Grund zum Jubel. Fünf Tore gegen den Rivalen aus Zwickau, das kann sich sehen lassen. Trainer Klaus Toppmöller aus der Pfalz scheint in den wenigen Tagen, seit er das Traineramt in Aue ausübt, vor allem eines geglückt zu sein: Der Mannschaft wieder das notwendige Selbstvertrauen in die eigene Leistung wiedergegeben zu haben.

"Für uns war es eine Art Endspiel", schätzte der ehemalige Nationalspieler ein. Dem kann man nur zustimmen. Denn einen weiteren Punktverlust hätten sich die Auer nicht leisten können. Einige im weiten Rund des Stadions wurden schon wieder euphorisch und sprachen vom Staffelsieg. Doch der Weg ist noch weit und die Saison noch lang. Klaus Toppmöller, mit dem Aue als Trainer und Manager anscheinend einen Glücksgriff getan hat, ist viel zu lang im Fußball-Geschäft, um das nicht selbst richtig einzuschätzen. Er weiß, daß neben dem Sportlichen auch das Geschäftliche stimmen muß. Deshalb nahm man in den letzten Tagen beim FC Wismut auch nicht das erst beste Angebot für eine Trikotwerbung an, sondern führt weitere Gespräche, um mehr für die Mannschaft und den Verein herauszuholen.

Jetzt sind es nur noch vier Punkte Rückstand zu Zwickau. Das stimmt. Aber das ist trotzdem noch eine ganze Menge. In Aue wird man für die Aufholjagd einen langen Atem benötigen. Stefan Geyler, Freie Presse, 10.12.1990