Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

Regionalliga Nord 2000/01

Spielbericht

38. Spieltag - Samstag, 09.06.2001 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - Borussia Dortmund II 2:1 (2:0)

FC Erzgebirge Aue: Maik Kischko - Udo Tautenhahn, Murat Jasarevic (46. Peter Heidler), Petr Grund, Holger Hasse - Matthias Heidrich, Roman Müller (61. Michel Petrick), Tonci Boban - Jörg Kirsten, Maik Kunze (72. Thorsten Ernst), Marian Pagels; Trainer: Gerd Schädlich

Borussia Dortmund II: Alexander Kuschmann - Jörg Sauerland, Deniz Sahin, Björn Mehnert, Everaldo Batista - Michael Rothholz (46. Mohammed Abdulai), Bastian Pinske (59. Mathias Abel), Andreas Gensler (78. Thomasz Kosztowniak), Erdal Eraslan, Francis Bugri - Bashiru Gambo

Tore: 1:0 Jörg Kirsten (12.); 2:0 Tonci Boban (24.); 2:1 Deniz Sahin (76.)

Schiedsrichter: Mike Otte (Damme)

Zuschauer: 2200

Gelbe Karte: Roman Müller (11.), Holger Hasse (8.), Jörg Kirsten (4.), Maik Kunze (4.) / Erdal Eraslan (6.), Bastian Pinske (5., gesperrt)

Gelb/Rote Karte: - / Bashiru Gambo (36.)

Rote Karte: Udo Tautenhahn (54.) / Everaldo Batista (38.)

Vergebener Elfmeter: - / Björn Mehnert (Foulelfmeter, 72., gehalten von Maik Kischko)

Lustloser Auftritt schlägt Fans auf den Magen

FC Erzgebirge besiegt Dortmund 2:1 - Kischko hält Elfmeter

So rechte Stimmung wollte nach dem 2:1 (2:0)-Erfolg des FC Erzgebirge Aue gegen die Amateure von Borussia Dortmund nicht aufkommen. Bei Freibier und Roster sollte der gute Saisonabschluss - Platz 7 in der Fußball-Regionalliga Nord und der Triumph im Sachsenpokal - gefeiert werden. Doch vor allem die zweiten 45 Minuten hatten wohl mächtig auf den Magen geschlagen.

"Da haben wir eindrucksvoll nachgewiesen, dass alle urlaubsreif sind", kommentierte FCE-Trainer Gerd Schädlich den Auftritt seiner Elf in Halbzeit zwei. Lustlos spulte sie ihr Pensum herunter - doch im Gegensatz zur Vorwoche in Bremen blieb der schwache Auftritt unbestraft. Dabei waren die Gastgeber numerisch überlegen. Schiedsrichter Mike Otte (Damme) schickte innerhalb von 100 Sekunden zunächst Baskiru Gambo (36.) wegen Reklamierens und Everaldo Batista (38.), der von hinten in Udo Tautenhahnís Beine gegrätscht war, vom Rasen.

Zu diesem Zeitpunkt führte Aue bereits 2:0. Matthias Heidrich nutzte in der 13. Minute einen Fehler von Bastian Pinske und flankte von rechts vors Dortmunder Tor. Dort stand Jörg Kirsten, der aus Nah- distanz zur Führung einköpfte. 11 Minuten später schnappte sich Tonci Boban den Ball, ließ 3 Spieler aussteigen und sorgte mit einem schönen Linksschuss aus 10 Metern ins rechte Dreiangel für das 2:0.

Die 2200 treuen Fans, die sich nun auf ein Schützenfest freuten, wurden enttäuscht. Denn nach der Pause verkörperte der FCE "nur noch Kreisklasse", wie es Boban nach der Partie bezeichnete. Nicht Aue, sondern Dortmund sorgte für Torgefahr. In der 54. Minute blieb Maik Kischko stehen, statt durchzulaufen, und Tautenhahn kam gegen Andreas Gensler einen Schritt zu spät. Die Folge: Rote Karte für den Kapitän des FCE und Foulelfmeter. Doch der Keeper bügelte seinen Lapsus wieder aus und hielt den Schuss von Björn Mehnert ins rechte untere Eck sicher.

Auch in der 68. Minute war Kischko auf dem Posten, als er einen Schuss von Francis Bugri mit dem Fuß abwehrte. Gegen den Kopfball von Deniz Sahin war er allerdings ohne Chance (76.). Auf Auer Seite gab es nur 2 nennenswerte Gelegenheiten. In der 75. Minute lief der eingewechselte Michel Petrick allein aufs Gästetor zu, doch sein Pass zu Kirsten landete in der Armen des Torhüters. Und auch der einstige Auer Torschütze vom Dienst stand kurz vor dem Ende allein vor Alex Kusch-mann. Doch statt zu schießen, spielte Kirsten auf Heidler ab - allerdings viel zu ungenau.

"Es war eine reine Kopfsache - wie so oft in dieser Saison. Jeder hat sich auf den anderen verlassen. Vielleicht hat der eine oder andere ja auch schon Urlaubscocktails gemischt", meinte Boban nach dem Schlusspfiff. Der Kroate ging am Sonnabend übrigens nicht von einem Wechsel zum SV Babelsberg aus. "Ich habe in Aue noch ein Jahr Vertrag plus Option für ein weiteres Jahr", betonte der 29-Jährige, der in der Nacht mit der Familie in die Heimat fuhr. "Ich muss einige Dinge klären, damit ich vom Armeedienst befreit werde. Sonst kann es passieren, dass ich gar nicht mehr in Deutschland Fußball spiele", wollte am Sonnabend die richtige (Urlaubs-)Stimmung bei Boban nicht aufkommen. Freie Presse, 11.06.2001