Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

4. Spieltag - Freitag, 23.08.2019 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - VfB Stuttgart 0:0


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Tom Baumgart, Marko Mihojevic, Fabian Kalig, Sören Gonther, Calogero Rizzuto - Dimitrij Nazarov (63. Florian Krüger), Philipp Riese, Clemens Fandrich, Jan Hochscheidt - Philipp Zulechner (74. Pascal Testroet); Trainer: Marc Hensel

Kader: Robert Jendrusch, Filip Kusic, Dominik Wydra, John-Patrick Strauß, Nicolas Sessa, Hikmet Ciftci, Christoph Daferner

VfB Stuttgart: Gregor Kobel - Pascal Stenzel, Nathaniel Phillips, Holger Badstuber, Borna Sosa - Philipp Klement, Atakan Karazor, Gonzalo Castro - Daniel Didavi (90+6. Hamadi Al Ghaddioui) - Nicolas Gonzalez, Mateo Klimowicz (46. Silas Wamangituka); Trainer: Tim Walter

Kader: Fabian Bredlow, Maxime Awoudja, Emiliano Insua, Roberto Massimo, Santiago Ascacibar, Wataru Endo, Tanguy Coulibaly

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 13950

Gelbe Karte: Philipp Riese (2.) / Holger Badstuber, Gonzalo Castro, Nicolas Gonzalez

Gelb/Rote Karte: - / Borna Sosa (66., Schwalbe)

Gerechte Punkteteilung im Lößnitztal

Riesenjubel im Auer Lößnitztal. Der FC Erzgebirge Aue hat im Spiel eins nach der überraschenden Beurlaubung der Meyer-Brüder am Montag einen hochverdienten Teilerfolg erzielt. Gegen den Aufstiegs-Topfavoriten VfB Stuttgart kämpften die Veilchen mit viel Leidenschaft und sicherten sich in Überzahl einen Punkt. Für Aues Kapitän Martin Männel war es eine geschlossene Mannschaftsleistung von der ersten bis zur letzten Sekunde. „Jeder hat für jeden alles gegeben und taktisch haben wir alles umgesetzt was wir uns vorgenommen hatten. Dabei haben wir das System lange nicht gespielt. Jeder hatte klare Aufgaben bekommen,“ erklärte der Schlußmann nach dem Spiel. Mittelfeldspieler Clemens Fandrich war von der unfassbaren Atmosphäre im Stadion beeindruckt: „Die Kulisse hat uns getragen. Es hat Spaß gemacht da zu fighten.“ Auf den Rängen gab es auch keinerlei Reaktionen nach der Meyer-Geschichte.

Interimstrainer Marc Hensel änderte die Auer Startelf im Vergleich zum Auswärtsspiel in Bielefeld auf vier Positionen: Für Wydra, Kusic, Krüger und Testroet (alle Bank) durften Kalig, Gonther, Fandrich und Zulechner beginnen. Außerdem hatte man sich im Auer Trainerstab im Spiel gegen den Ball für das 5-4-1-System mit Kalig als Abwehrchef entschieden, um gegen die offensivstarken Schwaben stabil zu stehen. Das gelang den Gastgebern in der Anfangsphase recht gut. Der VfB tat sich zunächst schwer, um Lücken in der Auer Abwehr zu finden und Chancen zu kreieren. Die Gastgeber machten das ganz geschickt. Sie verengten die Räume und setzten auf schnelles Umkehrspiel. So ging die erste nennenswerte Chance auch auf das Konto der Veilchen. Bei einem schnell ausgeführten Eckball von Nazarov (11.) mußte VfB-Keeper Kobel schon resolut zufassen um den mit viel Schnitt geschlagenen Ball über die Latte zu lenken. Der wäre reingegangen. Und nach einer Viertelstunde nahm Rizzuto die Kugel mit der Brust an, ging durch die Mitte und schoss knapp über den VfB-Kasten. Kurz darauf bot sich auch den Stuttgartern die erste Möglichkeit, doch Klimowicz fand aus sieben Metern seinen Meister in Männel (20.) der den Ball zur Ecke abwehren konnte. Danach zielte Karazor zu mittig und Aues Schlußmann hatte keine Probleme damit (21.). Nach gut einer halben Stunde hatten die Veilchen dann Glück, dass Schiedsrichter Felix Zwayer nicht auf den Punkt zeigte: Rizzuto brachte Gonzalez im Strafraum zu Fall, doch der Schiedsrichter erkannte kein Foulspiel (32.). Beide Spieler blieben liegen, der Videoassistent griff nicht ein. Die Gäste hatten rund 80 Prozent Ballbesitz und waren eigentlich das bessere Team, blieben aber vor dem gegnerischen Tor ohne Erfolg. Als sich Gonzalez kurz vor der Pause auf dem Flügel gegen Mihojevic durchgesetzt und Klement mit einer butterweichen Hereingabe gefunden hatte, war der VfB dem 0-1 nahe - doch der Ex-Paderborner köpfte aus vier Metern neben das Tor (44.). Wenig später rettete Männel dann noch gegen Castro (45.) im herauslaufen und Rizzutto (45. +2) im letzten Moment gegen Didavi.

Nach dem Seitenwechsel wurden die Auer mutiger. Nach einer schönen Ballstafette über Riese, Zulechner, Hochscheidt und wieder Zulechner mußte VfB-Torwart Kobel außerhalb vom Strafraum klärend eingreifen (48.). Fandrichs 18-Meter-Kracher (48.) wurde noch zur Ecke abgelenkt und Hochscheidts Versuch ging rechts am Kasten vorbei. Danach erhöhten die Gäste wieder stetig den Druck, auch weil sie nun schneller nach vorne spielten. Die Gastgeber verteidigten weiter mit viel Leidenschaft. Nazarov grätschte dem einschussbereiten Klement am Strafraumeck den Ball vom Fuß (52.). Für solche Aktionen verdiente sich die Hensel-Truppe immer wieder Szenenapplaus von den Fans. Die Atmosphäre war jetzt schon atemberaubend für Auer Verhältnisse – Gänsehaut Stimmung pur. Als sich dann mal Hochscheidt (64.) im gegnerischen Strafraum durchtankte stand das ganze Stadion, doch er fand am Fünfer weder die Lücke noch den Nebenmann. Bunt wurde es in der 66. Minute. Der Stuttgarter Sosa, der im ersten Durchgang (10.) schon die Gelbe Karte gesehen hatte, kam im Auer Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Zwayer pfiff. Doch es gab keinen Elfmeter für Stuttgart, sondern vielmehr Gelb-Rot für Sosa wegen einer Schwalbe. Fandrich hatte zwar das rechte Knie draußen, doch Sosa ließ sich vorher nach vorne fallen. Der VfB steckte den Platzverweis gut weg. Sie wollten unbedingt den Sieg hier im Lößnitztal. Klement scheiterte freistehend aus neun Metern an Männel (71.). Aber Aue fightete zurück. Hochscheidt (74.) zieht entschlossen an Karazor vorbei, zieht bis zur Grundlinie doch der heran rutschende Krüger verpaßt den Ball um Zentimeter. Von Badstuber prallt der Ball zu Kobel und vorn dort wieder Hochscheidt vor die Füße, der ihn dann ans Außennetz schießt.

Nachdem die Stuttgarter Fans im Block Bengalos zündelten (79.), unterbrach Zwayer die Begegnung für drei Minuten. Dichter Rauch zog übers Spielfeld nahm den Spielern die Sicht. Und Stuttgart blieb weiter offensiv. Der eingewechselte Wamangituka findet in Männel seinen Meister (86.). Die nachfolgende Ecke boxte Männel zwar weit nach vorn aber genau auf den Fuß von Castro der mit einer Direktabnahme knapp das Tor verfehlte. So langsam neigte sich die Partie dem Ende entgegen - und plötzlich hätte es doch noch den Lucky Punch geben können – und zwar für Aue. Der eingewechselte Testroet wurde mustergültig von Baumgart von der rechten Seite bedient, der den Ball gefühlvoll in den Fünfmeterraum hob. Testroet (87.) kam in zentraler Position frei an den Ball und köpfte haarscharf links daneben. Nach den vielen Unterbrechungen in der zweiten Hälfte gab der Referee berechtigterweise sieben Minuten Zuschlag. In dieser Nachspielzeit passierte schließlich nichts mehr, sodass Aue nun nach vier Punktspielen bereits sieben Zähler auf dem Konto hat. (Burg)