Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

6. Spieltag - Sonntag, 15.09.2019 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - VfL Osnabrück 1:0 (1:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Fabian Kalig, Marko Mihojevic, Sören Gonther, Calogero Rizzuto - Philipp Riese, Clemens Fandrich - Tom Baumgart, Dimitrij Nazarov (66. Florian Krüger), Jan Hochscheidt (77. Filip Kusic) - Pascal Testroet (71. Philipp Zulechner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Robert Jendrusch, Dominik Wydra, John-Patrick Strauß, Nicolas Sessa, Christoph Daferner, Njegos Kupusovic

VfL Osnabrück: Phillipp Kühn - Felix Agu (70. Nico Granatowski), Moritz Heyer, Joost van Aken, Kevin Wolze (46. Bashkim Ajdini) - Ulrich Taffertshofer - Marcos Alvarez, Anas Ouahim, David Blacha, Bryan Henning (79. Benjamin Girth) - Marc Heider; Trainer: Daniel Thioune

Kader: David Buchholz, Thomas Konrad, Adam Susac, Sebastian Klaas, Sven Köhler, Etienne Amenyido

Tore: 1:0 Tom Baumgart (40. / Pascal Testroet)

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Olpe)

Zuschauer: 9750

Gelbe Karte: - / Joost van Aken, Kevin Wolze, Marcos Alvarez, Ulrich Taffertshofer, Moritz Heyer

Gelb/Rote Karte: Calogero Rizzuto (75., wiederholtes Foulspiel) / -

Aue siegt nach Videobeweis

Durch einen knappen aber am Ende verdienten 1-0 Erfolg über Aufsteiger Osnabrück haben die Veilchen ihren dritten Saisonsieg in der Liga eingefahren. Es war die Szene des Spiels. Über 1:40 min. musste Torschütze Tom Baumgart und die Zuschauer bangen. Erst als Video-Assistet Sören Storks aus Köln grünes Licht gab, brandete erneut Jubel im Stadion auf. Pikantes am Rande: Genau dieser Sören Storks pfiff im Mai 2018 am 34. Spieltag das Auer Spiel in Darmstadt und verweigerte Rizzuto ein klares Tor in der 3. Minute. „Es war eine kuriose Situation“, meinte Torschütze Baumgart nach Abpfiff mit Blick auf sein spielentscheidendes Tor. „Ich will jubeln – dann sehe ich, dass der Linienrichter die Fahne oben hat. Es folgten ein paar Minuten Wartezeit. Ich war umso glücklicher, als auf Tor entschieden wurde. Davor habe ich einfach nur gehofft, dass der Treffer zählt. Mehr kann man ja nicht machen. Ich habe befürchtet, dass Paco im Abseits stand und habe mich deswegen im Kopf schon darauf eingestellt, dass es nicht gegeben wird“, beschrieb der 21-Jährige das Warten.

Aues neuer Coach Dirk Schuster vertraute bei seinem Heimatdebüt auf eine eingespielte Elf. Gegenüber dem Auftritt in Kiel rückte lediglich Testroet für Zulechner neu ins Team. Die Platzbesitzer machten von Beginn an Druck. Anfangs konnten die Gäste noch dagegen halten, Taffertshofer (6./links vorbei) und Heider (13.) scheitert am resolut herauslaufenden Männel. Danach spielte nur noch Aue und kannte nur eine Richtung. Nazarov schoss aus aussichtsreicher Position am linken Pfosten vorbei (9.) und scheitert wenig später an Heyer, der seinen Gewaltschuß mit dem Kopf klärt. Danach scheiterte Testroet (21.) am auf der Linie stehenden VfL-Verteidiger Agu. Hochscheidt hatte zuvor die VfL-Abwehr überlaufen und Keeper Kühn ausgetanzt, seinen Rückpaß musste Testroet eigentlich nur ins Tor schieben aber Agu hatte was dagegen. Aue hielt die Schlagzahl hoch. Ihr Vorwärtsgang war imponierend. Rizzuto (28.), Baumgart (28.), Kalig (35.) und wieder Rizzuto (36.) hatten weitere gute Möglichkeiten. Der Aufsteiger tauchte nur einmal in dieser Phase vor dem Männel-Tor auf, aber Heider (30.) traf aus spitzen Winkel nur das Außennetz. Die fällige Veilchen Führung fiel dann endlich in der 40. Minute. Riese schippte einen Ball hoch vors Tor, Testroet legte im rückwärts laufen per Kopf zurück zu Baumgart und dieser traf das Spielgerät optimal und schoss halbhoch aus 13 Metern ins Tor. Schiedsrichter Thorben Siewer entschied zunächst auf Abseits, korrigierte sich jedoch nach Sichtung der Bilder des Videoreferees in Köln. In der fünfminütigen Nachspielzeit passierte bis auf einen harmlosen Schußversuch von Alvarez (45. +2) nicht mehr viel.

Nach Wiederanpfiff verfehlte Testroet das 2-0. Hochscheidt vernaschte auf der linken Seite Heyer und flankte genau auf Aues Sturmführer. Doch sein Kopfballaufsetzer war zu stark gedrückt, der Ball sprang übers Quergebälk (49.). Nur zwei Minuten später stand van Aken in Testroets Schußbahn. Danach schlichen sich immer mehr Fehler im Auer Aufbauspiel ein. Dadurch klappte das so vorzügliche Umschaltspiel, wie im ersten Durchgang praktiziert, nicht mehr. Der VfL wurde offensiver. Verfehlten van Aken (54.) und Ouahim (56.) noch das gegnerische Gehäuse, so hatten die Veilchen in der 65. Minute Glück: Osnabrücks Stürmer Heider hielt das Knie in einen Distanzschuss, FCE-Torhüter Männel streckte sich vergeblich, doch der Ball klatschte an den linken Pfosten. Zehn Minuten später musste Rizzuto vom Feld. Der bereits verwarnte Linksverteidiger wollte per Grätsche einen Osnabrücker Konter unterbinden, kam zu spät und säbelte Ouahim noch in der eigenen Hälfte um. Logische Folge war die Gelb-Rote Karte. Die Niedersachsen machten zwar noch einmal Druck doch sie fanden keine Lücke in der dicht gestaffelten Auer Abwehr. Schuster hatte zudem reagiert und brachte defensive Hilfe in Person von Kusic. Viele hohe Eingaben waren für Männel leichte Beute. Mit nun elf Punkten nach sechs Spielen ist die Stimmung im Lößnitztal prächtig. (Burg)

Trainerstimmen

Daniel Thioune (Osnabrück): "Über 90 Minuten geht der Sieg für Aue voll in Ordnung. Von Minute 1 standen wir unter Druck. Das Tor war dann die logische Konsequenz. In der 2. Halbzeit haben wir ein paar Veränderungen vorgenommen. Ein bißchen Pech war beim Pfostenschuß dabei, aber über 90 Minuten gesehen waren wir der verdiente Verlierer.“

Dirk Schuster (Aue): "Ich glaube nach der Gelb-Roten Karte haben wir den Sieg mit sehr viel Mentalität und Leidenschaft über die Zeit gebracht. Wir hatten die Osnabrücker gut analysiert, dass sie sehr flexibel spielen, dass sie auch immer wieder schnelle, tiefe Läufe in die Spitze machen und dabei versuchen das Vertikalspiel in die Spitze zu forcieren. Dementsprechend versuchten wir in der Zentrale Zugriff zu bekommen. In der ersten Halbzeit haben wir uns ein Chancenplus erarbeitet und sind auch verdient 1-0 in die Pause gegangen. Wir sind auch nach der Pause mit zwei Chancen gut im Spiel gewesen. Der Knackpunkt war dann natürlich die Gelb-Rote Karte von „Rizzi“, die dann noch einmal alles ins Wanken brachte. Wie die Mannschaft dann gefightet hat und mit Mann und Maus den Dreier hier zu behalten, nötigt mir schon großen Respekt ab."