Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

13. Spieltag - Montag, 11.11.2019 - 20:30

Karlsruher SC - FC Erzgebirge Aue 1:1 (0:1)


Karlsruher SC: Benjamin Uphoff - Marco Thiede, Daniel Gordon, David Pisot, Damian Roßbach - Lukas Fröde, Marvin Wanitzek - Manuel Stiefler, Marc Lorenz - Philipp Hofmann, Marvin Pourié; Trainer: Alois Schwartz

Eingewechselt: Kyoung-Rok Choi, Lukas Grozurek, Anton Fink

Kader: Marius Gersbeck, Christoph Kobald, Alexander Groiß, Burak Camoglu, Martin Röser, Dominik Kother

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Calogero Rizzuto, Marko Mihojevic, Sören Gonther, Dennis Kempe - Philipp Riese, Clemens Fandrich - Florian Krüger (73. Christoph Daferner), Dimitrij Nazarov (79. Louis Samson), Jan Hochscheidt - Pascal Testroet (66. Philipp Zulechner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Robert Jendrusch, Dominik Wydra, John-Patrick Strauß, Tom Baumgart, Hikmet Ciftci, Njegos Kupusovic

Tore: 0:1 Jan Hochscheidt (7. / Florian Krüger); 1:1 Anton Fink (64.)

Schiedsrichter: Sven Waschitzki (Essen)

Zuschauer: 12358 (davon 370 Auer Fans)

Gelbe Karte: - / Philipp Riese (4.), Calogero Rizzuto (3.), Martin Männel (3.)

Rote Karte: - / Jan Hochscheidt (41., rohes Spiel)

Besondere Vorkommnisse: Videobeweis bei Hochscheidts roter Karte (41.), Schiedsrichter Waschitzki beurteilte die Szene erst mit Gelb, entschied sich nach Sicht der Bilder in Dauerschleife und in Zeitlupe für Platzverweis (2 Spiele Sperre).

In der 85. Minute Elfmeter für Karlsruhe und Gelb für Gonther. Nach Videobeweis wurde das Fallen vom Karlsruher Pourié als nicht Elfmeterwürdig gewertet und die gelbe Karte an Gonther zurück genommen.

Verdienter Punkt im Wildpark

Im 1.000 Pflichtspiel unter den Namen FC Erzgebirge Aue (seit Januar 1993) erkämpften sich die Veilchen im Montagsspiel in Unterzahl einen wichtigen Punkt im Karlsruher Wildparkstadion. Die Gäste zeigten eine starke erste Hälfte und gingen früh in Führung. Kurz vor der Pause sah Aues Torschütze Jan Hochscheidt nach einem Foulspiel die Rote Karte und musste das Feld frühzeitig verlassen. Von da an bestimmten die Karlsruher die Partie und drängten auf den Ausgleich. Joker Anton Fink stach 110 Sekunden nach seiner Einwechslung, mehr als der Ausgleich sprang für den KSC aber nicht mehr heraus. Zu ideenlos agierte die Elf von Alois Schwartz im letzten Drittel. Aue kann nach einer leidenschaftlichen Defensivleistung in der zweiten Hälfte wohl mit einem Punkt gut leben. 20 Punkte auf der Habenseite nach 13 Spielen stehen ihnen gut zu Gesicht.

Eine von Schusters Umstellungen in der Aufstellung machte sich bereits früh bezahlt: Krüger hob mit einem herausragenden Pass die KSC-Abwehr aus den Angeln und brachte so Hochscheidt ins Spiel. Der Angreifer lief alleine auf Uphoff zu, umspielte den Keeper und brachte den Ball dann aus extrem spitzen Winkel mit Hilfe des rechten Innenpfostens noch gekonnt im Tor unter - die frühe Führung schon nach 7 Minuten. Mit diesem Tor stellte Hochscheidt die bisherige 33-Tore Bestmarke in der 2. Liga von Andrzej Juskowiak ein. Der KSC bemühte sich im Anschluss und machte das Spiel, kam aber nicht über Halbchancen, nach Ecken, von Hofmann (11.) und Gordon (16.) hinaus. Beide Kopfbälle gingen übers Auer Gebälk. Stattdessen konnten sich die Badener bei ihrem Keeper bedanken, nicht noch höher hinten zu liegen. Denn die besseren Chancen hatte Aue, Uphoff parierte erst gegen einen feinen Drehschuss von Testroet (18.). Und dann vernascht Testroet links im Strafraum Gordon und setzt dann Nazarov (23.) im Zentrum mit einem klugen Pass in Szene. Der nimmt das Ding direkt und zieht ab. Der etwas weit vor dem Tor postierte KSC-Keeper reißt blitzschnell die Arme hoch und lenkt das Leder über die Querlatte. Erst nach rund einer halben Stunde kamen die Gastgeber besser ins Spiel und zu gefälligeren Kombinationen. Lorenz jagte einen ersten gefährlichen Abschluss ans linke Außennetz (35.), am gefährlichsten blieben die Gastgeber jedoch nach Ecken: Gordon bekamen die Veilchen nach ruhenden Bällen kaum verteidigt, der KSC-Verteidigter nickte den Ball in der 39. Minute an die Querlatte des Auer Tores. Die erste Schrecksekunde für Erzgebirge - und wenige Augenblicke später folgte die nächste: Hochscheidt trifft Thiede unabsichtlich im Laufduell an der rechte Hacke. Zunächst zeigt ihm der Unparteiische die Gelbe Karte, schaut sich den Zweikampf aber nochmal in der Review Area am Spielfeldrand an und entscheidet sich für den Platzverweis. Schwer zu sagen, ob man Hochscheidt da Absicht unterstellen kann, den Gegenspieler trifft er aber ganz klar. Die Szene passierte in der KSC-Hälfte. Im 224. Pflichtspiel für Aue war es sein allererster Platzverweis überhaupt. Fröde (44.) und Hofmann (45.) ergeben sich dann noch zwei Möglichkeiten vor dem Seitenwechsel, die beide jedoch verstreichen lassen.

Aue ging also zu zehnt in die zweiten 45 Minuten - und KSC-Trainer Schwartz setzte ein deutliches Signal, brachte zur Pause den offensiven Choi für den defensiven Fröde. Erwartungsgemäß spielte sich das Geschehen nun fast ausschließlich in der Hälfte der Gäste ab. Karlsruhe drückte - und hatte zum zweiten Mal Aluminium-Pech: Ein fulminanter Distanzkracher von Wanitzek klatschte gegen den rechten Pfosten (50.). Kurz darauf wurde erneut Gordon nach einer Ecke gefährlich, Nazarov stand jedoch richtig und klärte für seinen Schlussmann (52.). Die Gäste standen nun phasenweise mit zehn Mann in der eigenen Hälfte und machte die Räume für die Hausherren enorm eng. Schwartz reagierte darauf und brachte noch einen Angreifer (Fink) für einen Verteidiger (Roßbach) - ein Wechsel, der sich sofort auszahlen sollte: Nach einer Ecke wird es am kurzen Pfosten unübersichtlich und Aue bekommt den Ball nicht aus der Gefahrenzone. Finks erster Schuss wird noch geblockt und springt vom Rücken-Gonthers zurück zu Fink. Diesen haut er aus kürzester Distanz an mehrer Spieler vorbei in die lange Torecke (64.). Der Ausgleich hatte sich in dieser Phase irgendwie angedeutet. Die Badener spielten in der Folge weiter auf Sieg, doch die Gäste halten dagegen und starten ihrerseits Entlastungsangriffe. Nazarov scheiterte aus fünf Metern an Uphoff (71.). Davon abgesehen schnürte der KSC die Gäste jedoch weiter ein, verzweifelte aber im vorderen Drittel an der dicht gestaffelten Verteidigung. Trotz drückender Überlegenheit kamen die Karlsruher kaum zu gefährlichen Abschlüssen wie von Pourié, der am gedankenschnellen Männel scheiterte (78.). Dennoch wähnte sich der Wildpark kurz dicht vor dem Siegtreffer, nachdem Schieri Waschitzki ein vermeintliches Vergehen von Gonther an Pourié ahndete. Nach Besuch in der Review Area nahm der Referee den Strafstoß aber zu Recht zurück (85.). Eine Szene im Graubereich, Pourie wird zwar von Gonther Anfangs gehalten, fällt allerdings auch theatralisch und hat selbst die Hand im Einsatz. Warum der Video-Assistent Gerach letztlich eingegriffen hat ist nicht ganz klar. Der KSC steckte bis zum Schluss nicht auf, spielte nach vorne, hatte allerdings bei den sogenannten vorletzten Bällen in die Gefahrenzone auch kein Glück. Auch der letzte Schuss, ein gefährlicher Aufsetzer von Wanitzek, fand nicht den Weg ins Ziel, Männel (90.+3) klatschte zur Seite ab. (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Diesen Punkt haben wir uns hart erkämpft und uns dabei gegen jegliche Widerstände gewehrt. Bis zur Roten Karte haben wir guten Fußball gespielt, hatten davor noch gute Chancen für weitere Treffer. Die Mannschaft hat eine riesige Mentalität und großen Charakter gezeigt. Der Punkt ist für beide Mannschaften verdient und wir nehmen ihn gerne mit. Wir müssen jetzt die Wunden lecken und regenerieren für das Spiel am Freitag nach der Länderspielpause gegen St. Pauli."

Alois Schwartz (KSC): „Ab dem Rückstand haben wir nicht gut gespielt, sogar schlecht. Wir hatten eine schlechte Passqualität und haben den Gegner eingeladen. Wenn Uphoff heute nicht so einen guten Tag gehabt hätte, hätte es schnell 0-3 stehen können. Wir haben nach der Pause gut verteidigt, der Gegner hatte glaube ich nicht mal einen Torschuss in der zweiten Halbzeit. Aue hat sich gut gewehrt. Es ist nicht einfach, gegen eine Wand zu spielen.“