Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

14. Spieltag - Freitag, 22.11.2019 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - FC St. Pauli 3:1 (2:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Calogero Rizzuto, Marko Mihojevic, Sören Gonther, Dennis Kempe - Philipp Riese, Clemens Fandrich - Tom Baumgart, Dimitrij Nazarov (80. Louis Samson), Florian Krüger (85. Christoph Daferner) - Pascal Testroet (73. Philipp Zulechner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Robert Jendrusch, Dominik Wydra, Malcolm Cacutalua, John-Patrick Strauß, Hikmet Ciftci, Njegos Kupusovic

FC St. Pauli: Robin Himmelmann - Sebastian Ohlsson (67. Kevin Lankford), James Lawrence, Leo Östigard, Jan-Philipp Kalla - Marvin Knoll (67. Finn Ole Becker) - Ryo Miyaichi, Waldemar Sobota, Ersin Zehir (46. Mats Möller Daehli), Viktor Gyökeres - Henk Veerman; Trainer: Jos Luhukay

Kader: Korbinian Müller, Mert Kuyucu, Luca-Milan Zander, Philipp Ziereis, Luis Coordes, Borys Tashchy

Tore: 1:0 Florian Krüger (14.); 2:0 Dimitrij Nazarov (Handelfmeter, 24.); 2:1 Henk Veerman (56.); 3:1 Pascal Testroet (62. / Clemens Fandrich)

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)

Zuschauer: 14000

Gelbe Karte: Philipp Riese (5., gesperrt), Clemens Fandrich (5., gesperrt) / Sebastian Ohlsson

Aue bleibt zuhause unbesiegt

Erzgebirge Aue hat nach vier Spielen ohne Pflichtspielsieg mal wieder einen Dreier gelandet. Auch im fünften Anlauf, nach ihren letzten und einzigen Sieg in Aue (Dezember 2013) fuhren die Kiezkicker ohne Punkte zurück nach Hamburg. Die Veilchen bleiben damit in dieser Saison in der Zweiten Fußball-Bundesliga zu Hause ungeschlagen. Während sich die Mannschaft von Trainer Jos Luhukay bei 16 verletzten Spielern quasi fast von selbst aufstellte, musste Aue-Trainer Dirk Schuster nur einmal tauschen. Für den rotgesperrten Jan Hochscheidt lief wie erwartet Tom Baumgart auf. In der Startelf stand auch Dimitrij Nazarov, der leicht angeschlagen von einer Länderspielreise zurück ins Erzgebirge gekommen war, sich jedoch rechtzeitig fit meldete.

In der zehnminütigen Anfangsphase belauerten sich beide Teams, in der Aue mehr Ballbesitz hatte. Doch plötzlich war die Zeit des gegenseitigen Belauerns vorbei. Stellte der Schuss von Veerman (11.) noch keine wirkliche Gefahr für FCE-Keeper Männel dar, so musste sein Gegenüber Himmelmann nur eine Minute später schon mehr auf der Hut sein. Baumgart prüfte ihn mit einem strammen Schuss, den er nur abprallen lassen konnte. Im nachsetzen per Kopf stand Terstroet im Abseits. Kurz darauf fiel jedoch mit der ersten Großchance die Führung für die Veilchen. Über Rizzuto und Fandrich kam der Ball zu Testroet, der jedoch von Lawrence so verteidigt wurde, dass dieser den Ball unglücklich direkt zu Krüger weiterleitete. Krüger nahm den Ball aus sechs Metern volley und nagelte diesen unter die Querlatte (14.). Ein paar Minuten später stand Lawrence wieder ungewollt im Mittelpunkt. Einen hohen Ball pflückte Krüger aus der Luft, doch St. Paulis Innenverteidiger touchierte die Kugel mit dem Arm. Referee Schmidt geht zur Überprüfung in die Review-Area, nachdem er sich zunächst gegen einen Pfiff entschieden hat. Nach einer kurzen Sichtung dort geht er danach in Richtung St. Pauli Strafraum und zeigt auf den Punkt. Nazarov (24.), wer sonst, ließ sich die Chance nicht nehmen und erhöhte rechts unten auf 2-0. Himmelmann ist noch mit einer Hand dran. Diese 2-0 Führung passte den Auern natürlich voll ins Konzept. Pauli hat in der 32. Minute durch Veerman das Anschlusstor auf dem Fuß. Der lange Niederländer wird in der offensiven Mitte steil durch Knoll geschickt. Er behauptet den Ball gegen Riese und prüft Männel aus 18 Meter. Aues Keeper lenkt den Versuch um den Pfosten zur Ecke. Die ersatzgeschwächten Kiezkicker spielten ganz ordentlich mit, waren im letzten Felddrittel allerdings weit von der Zielstrebigkeit der Gastgeber entfernt. Diese lauerten auf Fehler der unter Zugzwang stehenden Gäste und schalteten dann schnell um. So auch bei einem mustergültigen Konter in der 41. Minute, als Testroet sogar das 3-0 auf dem Fuß hatte. Krüger hatte ihn nach einem Ballverlust der Gäste bedient, doch erst scheiterte „Paco“ an einer Fußparade von Himmelmann und dann ging der Nachschuß über den Kasten. Eckenverhältnis zur Halbzeit: 2-5.

Nach Wiederanpfiff kam St. Pauli angetrieben vom eingewechselten Möller Daehli besser in die Partie. Der norwegische Nationalspieler brachte mehr Schwung und Struktur in das Spiel der Hanseaten. Nach einer Freistoßeingabe von Sobota erzielten die Gäste den Anschlusstreffer. Veerman nahm die Kugel mit der Brust aus der Luft herunter und schoss trocken aus 9 Metern zum Anschlusstor ein (56.). Auch im Anschluss hielt St. Pauli den Druck hoch und wäre durch Veerman fast zum Ausgleich gekommen, doch Männel parierte gekonnt im Flug (59.). Doch Aue schlägt zurück! Nach Fandrichs flacher Hereingabe von der linken Außenbahn steht Testroet am Elfmeterpunkt unbewacht mit dem Rücken zum Tor. Er dreht sich um 180° C, läßt Lawrence ins leere laufen und schiebt den Ball durch Himmelmanns Beine in die Maschen. 3-1 nach 62 Minuten.

Zwar bemühten sich die Hamburger weiter um eine Resultatsverbesserung, doch die Veilchen ließen sich die Lust am Fußball an diesen Abend nicht nehmen. Nach einem Seitenwechsel per Diagonalpaß von Nazarov auf Krüger, rettet Östigard im letzten Moment vor Testroet (72.). Pauli rannte weiter an und strahlte nach hohen Bällen auf Veerman (74.) auch hin und wieder ansatzweise Gefahr aus. Lankford (77.) schoß rechts vorbei. Die größte Chance auf Auer Seite, verbuchte der eingewechselte Daferner, doch er scheiterte an Himmelmann (85.). Einziger kleiner Wermutstropfen aus Auer Sicht waren die jeweils fünfte Gelbe Karte für Fandrich und Philipp Riese, die damit in der nächsten Partie beim VfL Bochum gesperrt sind.

Trainerstimmen

Jos Luhukay (St. Pauli): "Ich glaube, dass ist ein verdienter Sieg für Erzgebirge Aue ist, weil sie mehr erzwingen konnten und wir defensiv zu anfällig waren. Wir waren nicht konsequent in unserem Abwehrverhalten und in der Offensive mit zu zu wenig Effektivität und vor allem zu wenig Durchschlagskraft, um letztendlich ein positives Ergebnis zu erzielen. Es war eine kleine Hoffnung nach der Halbzeit, als wir den Anschlusstreffer machen. Dann bekommen wir viel zu einfach und zu schnell das dritte Tor, um die Hoffnung hochzuhalten. Wir haben es dann noch versucht bis zum Schluss, aber Aue war situativ weiter gefährlich im Umschaltspiel. Am Ende geht der Sieg zurecht an Erzgebirge Aue."

Dirk Schuster (Aue): "Ich denke, dass wir ein hart umkämpftes und intensives Spiel gesehen haben. Wir wussten vor der Partie, dass Jos Luhukay sehr flexibel mit seinen Aufstellungen und seinem System spielt, was es uns natürlich unwahrscheinlich schwer gemacht hat, die richtigen Ansätze zu finden. Dementsprechend konzentriert wollten wir in die Partie gehen. Wir haben aber in den ersten zehn Minuten zu viele Bälle nach Ball Eroberung zu einfach dem Gegner wieder in die Füße gespielt, sodass es ein taktisches Abwarten war und wir danach dann aber die Geduld gefunden haben zu warten, bis irgendwo eine Tür aufgeht und wir durch tiefe Laufwege auch torgefährlich werden können. Und so wurde die Mannschaft dann mit dem 1-0 belohnt. Nach dem 2-0 haben wir St. Pauli dann aufkommen lassen und sie haben auch nicht unverdient das 2:1 gemacht. Trotzdem spielte es uns in die Karten, nach dem dritten Tor etwas Ruhe in die Partie zu bekommen. Ich bin aber der Meinung, dass St. Pauli uns das Leben auch nach dem 3-1 noch sehr schwer gemacht hat. Ich denke, dass wir haben das Spiel dann am Ende durch Leidenschaft, Kampfkraft und teilweise auch durch ansehnliche Ballpassagen verdient gewonnen haben."