Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2019/20

Spielbericht

20. Spieltag - Freitag, 31.01.2020 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - Arminia Bielefeld 0:0


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Marko Mihojevic, Sören Gonther, Jacob Rasmussen - Calogero Rizzuto (60. John-Patrick Strauß), Clemens Fandrich, Philipp Riese, Dennis Kempe - Dimitrij Nazarov (80. Christoph Daferner) - Jan Hochscheidt, Florian Krüger (55. Pascal Testroet); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Robert Jendrusch, Dominik Wydra, Malcolm Cacutalua, Louis Samson, Tom Baumgart, Philipp Zulechner

Arminia Bielefeld: Stefan Ortega - Cedric Brunner, Amos Pieper, Joakim Nilsson, Florian Hartherz - Manuel Prietl - Reinhold Yabo (72. Joan Simun Edmundsson), Marcel Hartel - Jonathan Clauss (62. Cebio Soukou), Fabian Klos, Andreas Voglsammer (85. Fabian Kunze); Trainer: Uwe Neuhaus

Kader: Oscar Linner, Anderson Lucoqui, Stephan Salger, Nils Seufert, Patrick Weihrauch, Tom Schütz

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

Zuschauer: 9000

Gelbe Karte: Marko Mihojevic (4.), Calogero Rizzuto (5., gesperrt), Dennis Kempe / Cedric Brunner, Joan Simun Edmundsson

Aue bleibt zuhause ungeschlagen

Auch Spitzenreiter Bielefeld hat die "Festung" Erzgebirgsstadion nicht erobern können und gegen Erzgebirge Aue Punkte im Aufstiegsrennen der 2. Fußball-Bundesliga liegen gelassen. Aue bleibt somit dank des Punktgewinns das einzige noch ungeschlagene Team vor eigenem Publikum. Im Duell der nach Punkten besten Heim- und der stärksten Auswärtsmannschaft sahen die 9.000 Zuschauer kaum bis wenige gefährliche Torraumszenen. Beide Teams neutralisierten sich weitestgehend. Kampf und viele Fouls überwogen, sodass nur wenig Spielfluss zustande kam. "Ich glaube, das ist ein Punkt, der uns noch richtig gut tun kann", sagte Bielefeld-Coach Neuhaus: "Beide Mannschaften haben mit unglaublich viel Einsatz gespielt, wir hatten selten so viele angeschlagene Spieler nach dem Spiel." Andreas Voglsammer und Manuel Prietl erwischte es so sehr, dass sie zu weiteren Untersuchungen ins örtliche Krankenhaus mussten.

Wie angekündigt stellte Aues Trainer Dirk Schuster seine Startelf um. Auf zwei Positionen wechselte der Coach: Kempe und Neuzugang Rasmussen kamen für Samson und Strauß vom Anpfiff weg. Die Gäste aus Bielefeld rissen die Kontrolle an sich, ließen Ball und Gegner laufen und erspielten sich somit ein zumindest optisches Übergewicht. Aue hingegen stand tief, machte die Räume zwischen den Ketten dicht und lauerte auf Konter. Gleich die erste nennenswerte ging aufs Konto der Gastgeber: Neuzugang Rasmussen brachte einen Kopfball (13.), nach Eckball Riese, nicht unter Kontrolle, weil der Ball im letzten Moment „abdrehte“ und er ihn somit nicht richtig drücken konnte. Doch dann nahm der FCE mit zwei schnellen Umschalt-Kontern mit einem Mal Fahrt auf. In der 15. Minute schickte Krüger Sturmpartner Hochscheidt steil. Der Blondschopf legte sich den Ball auf den linken Fuß, konnte Arminia-Keeper Ortega allerdings nicht überwinden. Nur eine Minute später beförderte Aues Torhüter Männel das Leder mit einem langen Abschlag fast in den Bielefelder Strafraum. Hochscheidt legte den Ball quer, doch Krüger brauchte einen Tick zu lange, um ihn unter Kontrolle zu bringen. Sein Schuss wurde von Prietl abgeblockt. Danach wirkte Bielefeld deutlich ballsicherer, dennoch fehlte dem Spitzenreiter lange Zeit der rechte Druck. Dann hatte Bielefelds Top-Knipser Klos nach einer halben Stunde bei einer Rechtsflanke von Clauss auf den zweiten Pfosten die Führung auf dem Kopf, doch Keeper Männel fingerte den Ball wohl noch vor der Torlinie raus. Laut TV-Bildern sah es so aus, als sei der Ball hinter der Linie gewesen. In der 2. Liga gibt es keine Torlinientechnologie. Schiedsrichter Winkmann nahm Kontakt mit dem Kölner Videokeller auf, wo Bibiana Steinhaus sitzt. Entscheidung: Kein Treffer. Glück für Aue. Männel steht mit dem rechten Fuß deutlich im Tor und wischt den Ball mit rechts noch raus. Bis zur Pause erhöhen sie weiter den Druck. 70 Prozent Ballbesitz für Arminia Bielefeld sprechen für sich. Aue hat zwar auch immer mal gute Momente, Hochscheidt (36.) und Rizzuto (39.), finden jedoch mit dann zu ungenauen Eingaben keine Abnehmer. In er 44. Minute ist Männel hellwach, weil sich im Rücken von Rasmussen Klos blitzschnell löst und mit einem Direktschuß Männel im kurzen Eck auf die Probe stellt.

Nachdem beide Mannschaften nach der Pause wieder auf dem Platz standen, ergriffen die Arminen sofort wieder die Initiative. Stürmer Voglsammer prüfte Männel (53.) mit einem strammen Schuss von der Seite. Die Veilchen hielten allerdings dagegen, absolvierten dabei ein enormes Laufpensum und gingen bissig in die Zweikämpfe. Als es der bereits verwarnte Rizzuto dabei einmal übertrieb, nahm ihn Schuster in der 60. Minute vorsichtshalber vom Platz und brachte Strauß. Ebenfalls neu im Spiel war zu diesem Zeitpunkt Testroet, der den angeschlagenen Krüger (Gehirnerschütterung) ersetzte. Viele Zweikämpfe prägten das Bild in der Schlussviertelstunde. Spielerisch schlug Bielefeld zwar die feinere Klinge, heraussprang aber wenig. So kam der Ex-Auer Soukou nach einer Eingabe von Hartherz nicht zum Abschluss (74.), weil Rasmussen resolut dazwischenspritzte. Eine Aktion, die exemplarisch für die gesamte Auer Mannschaft stand. Bis auf diese eine Szene standen die Veilchen weiter taktisch enorm diszipliniert, boten wenig durchschlagskräftigen Arminen kaum Räume und brachten das torlose Remis über die Zeit. Bei zwei Schußmöglichkeiten von Nazarov (59./79.) war der gute Ortega nicht zu überwinden. Am Ende hatten sich die Veilchen den einen Punkt redlich verdient. Dies wurde auch vom Publikum honoriert. (Burg)

Trainerstimmen

Uwe Neuhaus (Bielefeld): "Ich muss sagen, dass es das Spiel geworden ist, dass wir erwartet hatten. Beide Mannschaften haben unglaublichen Einsatz gezeigt. Selten hatten wir nach einer Partie dermaßen viele Angeschlagene, wobei ich betonen möchte, dass es keine unfaire Partie war. In der ersten Hälfte hatten wir etwas Glück, dass Aue aus den Kontersituationen kein Kapital geschlagen hat. Im zweiten Abschnitt haben wir es deutlich besser gemacht und kaum mehr etwas zugelassen. Dort hatten wir zwei, drei gute Szenen, konnten diese aber leider nicht nutzen. Letztlich ist es ein verdientes Unentschieden. Es ist ein Punkt, der uns auch noch richtig gut tun kann.“

Dirk Schuster (Aue): "Auch uns tut dieser Punkt sehr gut. Es war ein intensives, faires Zweitligaspiel, in dem beide Teams sich nichts geschenkt haben. Auch wir haben zwei, drei Blessuren zu beklagen, aber nach dem Spiel in Wiesbaden haben wir heute die richtige Reaktion gezeigt und wieder den Boden unter die Füße gefunden. Gegen ein Team, dass auswärts bereits 23 Punkte geholt hat, haben wir es gut gemacht – Bielefeld war selbstbewusst, aber meine Mannschaft hat sich taktisch gut verhalten. In der ersten Hälfte sind wir zu unseren Kontersituationen gekommen, haben aber auch 2-3 Möglichkeiten schlecht zu Ende gespielt. Generell waren Torchancen auf beiden Seiten heute eher Mangelware, wobei die Bielefelder wohl leicht die Nase vorne hatten. Für uns ist das Glas eher halbvoll als halbleer und wir freuen uns über den Punkt gegen den Spitzenreiter."